Deoch an Doruis: Fettercairn 1824

FettercairnDie Fettercairn Destillerie liegt ca. 45 Meilen südöstlich von Aberdeen. Sie wurde 1824 von Sir Alexander Ramsay gegründet. Nach einem Brand wurde die Brennerei zwischen 1887 und 1890 fast komplett neu aufgebaut. 1926 wurde Fettercairn eingemottet und erst 1939 von Associated Scottish Distillers Ltd. wiedereröffnet.

Wie viele andere Brennereien hat auch Fettercairn seine die eigenen Malzböden geschlossen. Bei Fettercairn war dies im Jahr 1960. Seit dem wird leicht getorftes Malz eingekauft, heute von Bairds Malt. Seit 1973 gehört die Destillerie zu Whyte & Mackay, welche 2007 für 595 Millionen £ von United Spirits Limited, einer Tochter der indischen The UB Group des Milliardärs Vijay Mallya gekauft wurden.

Fettercairn 1824 Single Malt Whisky 12yo, 40% vol.
Farbe Dunkler Bernstein
Nase frisch und trocken, Malz und ein wenig Karamell
Gaumen Anfänglich ziemlich rauh und scharf, bald darauf aber nussige, karamellartige Süsse, dahinter Gewürznoten. Recht Cremig.
Abgang Lang, wärmend

Ein Whisky, der sich nicht gleich erschliesst. Auf den dritten oder vierten Schluck schon viel angenehmer, doch vermag der Fettercairn letztlich dann nicht mehr zu überzeugen.

Solch vernichtende Urteile wie das von Jim Murray in seinem Complete Guide to Whisky („Dieser Malt ist wie Gummi und hat einen Nachgeschmack, den ich nur mit Zahnpaste wieder wegbekomme“) kann ich -auch wenn Murray den Vorgänger des Fettercairn 1824, einen zehnjährigen Malt, gekostet hat- nicht nachvollziehen. Eine Empfehlung mag ich für den Fettercairn dennoch nicht aussprechen.

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

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