Krug-Verkostung 2009 – Einleitung

Robin und ich konnten es nicht lassen. Nach der außerodentlich schönen 1996er-Verkostung in Berlin musste eine weitere große Champagnerverkostung her, am besten mit einem, wenn nicht dem schönsten und besten Haus der Champagne. Für uns hieß das: Krug!

Gedacht, besprochen, ruhen gelassen… Und dann doch noch einen Termin im September festgelegt.
Diesmal sollte es eine etwas kleinere und intimere Runde werden und da in einer Flasche des französischen Schaumweins mehr oder weniger genau sieben Gläser sind, stand die Teilnehmerzahl zügig fest. Und damit lagen wir bei der nicht ganz einfachen Auswahl der Weine. Ein Überblick über die Weine von Krug? Oder  ein Vergleich verschiedener Jahrgänge? Nach einigen Rücksprachen mit potenziellen Teilnehmern stand dann das ungefähre Konzept: Ein entspannter Start mit der Grande Cuvée, gefolgt vom Rosé, dann der Übergang zu den Jahrgangsweinen mit zwei der vier folgenden Jahrgänge: 1982, 1988, 1990, 1995. Die abschließende Krönung sollte ein toller Jahrgang des Clos du Mesnil, jenem superraren Flaggschiff des Hauses aus einem kleinen ummauerten Chardonnay-Weingarten in Le Mesnil sein.

Krug

Zum Haus Krug wurden schon viele Worte verloren, daher möchte ich hier nur wenig sagen. Dass dem Haus eine Ausnahmestellung in der Champagne zukommt, liegt vor allem an der sehr stringenten Qualitätspolitik. Die „Basis“-Qualität, die Grande Cuvée, kostet im Handel ca. 130,00 €, der Rosé kann schnell mit mehr als 250,00 € zu Buche schlagen. Dafür bekommt der Konsument jedoch ein fantastisches Champagnererlebnis. Extrem langlebige Weine, die mit Lagerung phänomenale Röst- und Haselnussaromen entwickeln und in puncto Komplexität und Rundheit ihresgleichen suchen. Ein Holzfassausbau der Grundweine und die konsequente Verwendung von Pinot Meunier in allen Cuvées findet man selten bei Spitzenqualitäten anderer Häuser, das Vermählen der verschiedenen Weine ist eine der großen Stärken des Hauses.

Im Laufe der Zeit fanden sich immer mehr Mittrinker, die bereit waren, eine nicht ganz unbedeutende Summe in diesen Abend zu investieren. So konnten die Champagner Stück für Stück gekauft werden, die von mir favorisierten Jahrgänge waren zu bekommen und am Ende sah die Verkostungsliste folgendermaßen aus:

Krug Grande Cuvée (dégorgiert wohl zwischen 1997 und 2000)
Krug Rosé
Krug 1990
Krug 1988
Krug Clos du Mesnil 1988

Der etwas wahnsinnige Gedanke, noch einen Clos d’Ambonnay 1995 (das Pinot Noir-Gegenstück zum Clos du Mesnil) zu kaufen wurde wieder verworfen… Zu teuer und in diesem Stadium vermutlich zu jung, um geöffnet zu werden.

Torben Bornhöft

Torben Bornhöft beschäftigt sich seit 2004 leidenschaftlich mit Themen rund um Bar, Cocktails und Genuss. Nachhaltig geprägt durch fünf Jahre im Hamburger Le Lion und der Likörproduktion mit Forgotten Flavours liegt Torbens Fokus hier mittlerweile auf den Themen Champagner, Infusionen und Twists auf Klassiker.

5 Kommentare

  1. Dominik Steinberger

    Fein war’s 🙂

  2. Ein kurzer Bericht mit Videos wird noch heute bei mir im Blog online gehen. Hab gerade nur gerade ein Youtube-Problem

  3. Philip

    Ihr seid verrückt ! 🙂 Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es ausserordentlich köstlich war !
    Herr Börnhöft, I like your style ! „Ting“ & Gratulation…
    Cheers Philip

  4. mafisa

    Vorsicht Spoiler!

    Sucht mal auf youtube nach Cocktailwelten, scheint ein sehr gelungener Abend gewesen zu sein!

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