Deoch an Doruis: Balblair

Die Balblair Destillerie liegt in den nördlichen Highlands in der Nähe des Örtchens Edderton, gerade einmal 6,5 Kilometer Luftlinie entfernt von Glenmorangie. Der Name Balblair steht für „Baile á Bhaláir“ in gälisch und bedeutet „Schlachtfeld“ . Diese martialische Bedeutung rührt noch von den Raubzügen der Wikinger im 11. Jahrhundert in dieser Gegend her.

BalblairDie Destillerie wurde bereits 1790 von John Ross gegründet und ist damit die zweitälteste Schottlands, die noch in Betrieb ist. Sie blieb im Besitz der Familie Ross bis sie 1894 an Alexander Cowan verkauft wurde. Von 1915 bis 1947 war die Brennerei geschlossen. 1948 erwarb Robert Cumming – dem später auch Pulteney gehörte – die Destillerie und baute sie aus. 1970 setzte er sich zur Ruhe und verkaufte Balblair an Hiram Walker, die später in Allied Distillers bzw. Allied Domecq aufgingen. 1996 wurde die Destillerie erneut geschlossen und an Inver House Distillers Ltd. (Pulteney, Speyburn, Knockdhu und Balmenach) verkauft. Seit Mai 1997 wird wieder Whisky produziert.

Balblair nutzt bis heute eine Wasserquelle namens Ault Dearg Burn, obwohl es eine deutlich weniger entfernte Quelle gibt. Doch man ist offensichtlich von der Qualität der ursprünglichen Quelle so überzeugt, dass bis heute das Wasser für den Balblair aus eben diesem Ault Dearg Burn entnommen wird. Das Malz bezieht die Destillerie von der Glen Ord Mälzerei.

Balblair verfügt über eines der ältesten Destillen-Archive: Der erste Eintrag ins Firmenbuch ist auf den 25. Januar 1800 datiert und wurde vom Gründer John Ross selbst verfasst. Er lautet übersetzt: „Verkauft an David Kirkcaldy von Ardmore, eine Gallone Whisky für £1,8 0 Shilling“. Mit der Ortsangabe ist aber nicht die schottische Destillerie Ardmore gemeint, die weit entfernt in der Speyside zu finden ist, sondern der nahegelegene Ort gleichen Namens.

Wie auf der deutschen Website der Brennerei zu lesen ist, tragen vier von neun Beschäftigten in der Balblair-Destillerie den Nachnamen des Firmengründers „Ross“.

Balblair Single Malt Whisky 10yo, 40% vol.
Farbe Bernsteingolden
Nase Malzig, süsse Früchte, Karamell
Gaumen Weich, cremig, fruchtig-süss, malzig
Abgang Trocken. Der fruchtigen Süsse folgt ein leicht rauchiges Finish

Ein höchst trinkbarer Malt. Auf meiner Reise durch die schottische Whiskywelt ganz sicher ein kleines Juwel.

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

1 Kommentar

  1. mafisa

    Ein Malt der immer wieder ein passendens Getränk ist, ohne dabei hervorzustehen.
    Die gute alte „Bärbel“ eben.

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