Deoch an Doruis: Benrinnes

Die Brennerei Benrinnes ist gelegen am Fuße des 840 m hohen Berges Ben Rinnes, dessen Namen sie aber erst später übernommen hat.

Sie wurde 1826 durch Peter Mackenzie gegründet, aber schon 1829 wieder durch eine Flut, der Great Flood of Moray, zerstört. Die Quellen nennen für die folgenden Begebenheiten unterschiedliche Jahre. Fest steht jedoch, dass ein John Innes die Destillerei gute zwei Meilen vom ursprünglichen Platz wieder aufbaute und sie Lyne of Ruthrie nannte. Doch er ging Konkurs und musste an William Smith verkaufen, der sie dann auf Benrinnes umtaufte. 1864 wurde die Destillerie an David Edward verkauft. Nach dessen Tod ging sie auf seinen Sohn Alexander über, der später noch die Brennerein Aultmore, Craigellachie und Dallas Dhu gründen sollte.

1896 wurde die Brennerei teilweise durch ein Feuer zerstört, doch wesentlich größeren Schaden nahm auch Benrinnes während des Pattison Crash. 1922 wurde Benrinnes dann an John Dewar & Sons verkauft, kam 1925 zu Distillers Company Limited (DCL) und damit letztlich zu Diageo.

Der Herstellungsprozess des Whiskys unterscheidet sich bei Benrinnes von den meisten anderen Highland-Destillerien: Er wird -wie meist nur im Lowland oder Irland üblich- partiell dreifach destilliert. Bis 1966 verfügte Benrinnes über drei Stills, seither über sechs. Diese sind in zwei Paare zu je drei Stills aufgeteilt. Teile des Whiskys werden nun zweifach, andere dreifach destilliert. Diese werden dann zum Benrinnes Single Malt vermählt. Ab und an ist daher auch die Rede von zweieinhalbfacher Destillation. Die traditionellen Malzböden wurden 1964 durch Kastenmälzanlagen (Saladin boxes) abgelöst, die bis 1984 betreiben wurden. Seitdem wird kein eigenes Malz mehr hergestellt.

Derzeit sind ein 23 Jahre alter Malt als Friends of Classic Malts Bottling erhältlich, sowie die Abfüllung für die Flora- und Fauna-Serie, die ich heute im Glas hatte.

Benrinnes Single Malt Whisky 15yo, 43% vol., Flora & Fauna Abfüllung
Farbe rotgold
Nase nussig, etwas torfig, zarte Honignoten, insgesamt ziemlich intensiv und schwer
Gaumen trocken, im Hintergrund an Anis und Lakritz erinnernde Aromen, ein ganz bischen Vanille und etwas Rauch
Abgang rauchig, leichte Süsse.

Ein gelungener Whisky. Obwohl ich sagen muss, dass mich diese anisähnlichen Aromen eher etwas verwirrt haben – und dass, obwohl ich Anisés durchaus mag. Aber im Whisky, auch wenn dieses Aroma recht zurückhaltend ist, kann mich persönlich das nicht überzeugen.

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

1 Kommentar

  1. Daniel

    Extrem schönes Bild. Fehlt nur noch der Kamin…

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