Lassalle Cuvée Réminescence

Heute kommt eine Rarität ins Glas bzw. in den Blog: Von der 130,00 € teuren Sondercuvée Réminescence wurden nur 700 Flaschen hergestellt (man vergleiche Dom Pérignon: geschätzte 7 Mio. + !), die Grundweine kommen zu 50 % aus 1989, zu 50 % aus 1990. Diese Cuvée wurde zusammen schlappe 18 Jahre auf der Hefe ausgebaut, um dann degorgiert und von uns ausgetrunken zu werden. Klassisch im Hausstil wurde jeweils 1/3 Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay verwendet.

Die Flasche ist understatement pur, dezent und elegant. Es wird kein großes Halligalli um den in dieser Art in der Champagne einzigartigen Inhalt gemacht.

Nase:
Sherry, Honig, dunkle Frucht, Karamell

Gaumen:
Erster Eindruck: fantastischer Wein, fette Honigtöne, Toast. Süßlicher Geschmack, ohne süß zu sein, tief, dunkel und mächtig, Nadelwald-Aroma, irre nachhaltig. Ganz ganz viel Honig.

Abgang:
Honig! Sättigend und füllend.

Wieder ein absolutes Erlebnis. Ein honiggesättigtes Monster aus Chigny-les-Roses. Ist die Honignote bei 1990er-Champagner ja typisch, wird sie hier auf das nächste Level getragen. Sehr präsent und damit auch sättigend und füllend, ein Glas hat mir gereicht (das ist nicht negativ gemeint, außerdem sei fairerweise angemerkt, dass dieser Flasche schon vier andere vorausgingen…). Ich denke, dies ist ein Wein, der polarisiert. Mir gefiel er sehr gut, zwei Trinker aus unserer Verkostungsrunde waren eher medium angetan. Zwei andere kürten ihn jedoch zum Wein des Abends (gegen starke Konkurrenz wie Pol Rogers Winston Churchill aus 1996 oder Eglys Blanc de Noirs).

EIn ganz besonderer Champagner eben!

Torben Bornhöft

Torben Bornhöft beschäftigt sich seit 2004 leidenschaftlich mit Themen rund um Bar, Cocktails und Genuss. Nachhaltig geprägt durch fünf Jahre im Hamburger Le Lion und der Likörproduktion mit Forgotten Flavours liegt Torbens Fokus hier mittlerweile auf den Themen Champagner, Infusionen und Twists auf Klassiker.

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