Osterwein und Osterei

Wohl kaum ein anderes alkoholisches Getränk assosziert man in der römisch-katholischen Welt so sehr mit dem Osterfest wie den Wein. Neben dem Wein gilt das Ei als ein Symbol für das Osterfest. Da der Alchemyst jedoch in seinem letztjährigen Osterartikel das Ei schon in aller Ausführlichkeit behandelt hat, lag für mich ja dieses Jahr eigentlich nichts näher als einen Artikel über den Wein und das Osterfest zu machen. Natürlich hätte man jetzt z.B. einen schönen Silvaner, der seit jeher als klassicher Osterwein gilt, vorstellen können und damit auch schon eine Empfehlung für die glücklicherweise bald wieder beginnen Spargelzeit geben können. Doch da bis zum „Spargelsilvester“ am 24. Juni noch ein paar Tage ins Land ziehen, geben wir den jetzt schon großartigen deutschen Silvaner aus 2009 lieber noch ein paar Wochen zum reifen.

Die nächste Idee für einen Artikel war es also Wein und Ei in irgendeiner Weise zu kombinieren. Hier hätte man einen etwas trockenen Exkurs zum Thema „Eiweißklärung“ machen können und zu diesem Thema einen Châteu d’Yquem näher vorstellen können. Warum d’Yquem? Ganz einfach: Der Wein ist wenn er im Faß liegt so dick, dass er sich niemals von alleine klärt. Die Schwebstoffe, genauso hochkonzentriert wie alles andere, sedimentieren nicht mehr durch die Schwerkraft. Der Wein muss geklärt werden, doch dies geschieht laut dem Geschäftsführer des Hauses Alexandre de Lur Saluces niemals mit Eiweiß, da eins der Eier schlecht sein könnte. Ein kleines aber feines Beispiel für die peinlich genaue Sorgfalt die im Weingut herrscht. Ein Vergleich zu einem mit Eiweiß geklärten Wein wäre also spannend gewesen um zu überprüfen, ob man abgesehen von der Qualität des Weins, einen Unterschied hätte wahrnehmen können.

Da man einen d’Yquem als Student allerdings nicht einfach mal zwischendurch zu Ostern trinkt, fiel dieser Artikel leider auch flach.

Die Idee Wein und Ei zu kombinieren gefiel mir allerdings weiterhin und darum möchte ich euch heute zwei Cocktails mit Wein und Ei als Zutat vorstellen.

Der erste Drink ist der „New York Sour“,  welcher bereits von Jörg Meyer bei TVino vorgestellt wurde.

The New York Sour

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6cl Bourbon oder Rye (z.B. Rittenhouse 100 Proof)
3cl frischgepresster Zitronensaft
2cl Läuterzucker
1 Eiweiß
Double shake (zuerst intensiv ohne Eis, dann mit Eis)
Double Strain
ab in einen vorgekühlten Tumbler

Mit Claret (Bordeaux Wein) floaten

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New York Sour

Mein Fazit: Dieser Drink gehört definitiv zu meinen Favorites. Es macht richtig Spaß sich durch die herben Noten des Claret zu trinken um dann auf den erfrischenden Sour zu stoßen. Ich muss allerdings fairerweise sagen, dass einem die Kombination von herb, süß und sauer liegen muss. Ich kenne einige Leute, denen der Drink gar nicht zusagt. Dies kann man aber wie immer nur durch eigene Erfahrung ausprobieren. Von daher ab an die Shaker oder in die nächste gute Bar.

Der zweite Drink ist ein Fizz auf der Basis von Weißwein.

Silver Ball Fizz

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60ml Weißwein („Rhine Wine“)
15ml Grapefruitsaft (gelbe)
20ml Zuckersirup
1 Eiweiß
2-3 Dash Orangenblütenwasser
Soda

Lange und kräftig alle Zutaten, außer dem Soda, auf Eis shaken und anschließend auf frisches Eis in ein Longdrinkglas füllen und mit Soda auffüllen. Vor dem Servieren mit 2-3 Spritzern Orangenblütenwasser beträufeln.

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Silver Ball Fizz

Mein Fazit: Eine erfrischend herbe Sommerlimonade. Mehr jedoch auch nicht. Der Drink hat zwar sehr feine Nuancen und ist richtig süffig, mir fehlt aber das Rückgrat. Ein Damendrink zum Klatsch und Tratsch in der Mittagssonne. Was ich mir jedoch sehr interessant vorstelle, ist den Weißwein und Zuckersirup durch einen edel- bzw. restüßen Wein zu ersetzten. Ich werde dies die Tage einmal ausprobieren und davon berichten.

Da ich weiß, dass der Ostersonntag traditionell der Familie gehört, möchte ich den Artikel hiermit auch schließen und wünsche Euch und Euren Lieben noch einen schönen Ostersonntag und hoffentlich noch ein paar entspannte freie Tage.

Robin Stein

Robin Stein, Jahrgang 1987, ist studierter Lebensmitteltechnologe und der Jüngste im Team. Sein Weg führte ihm nach dem Abitur 2006 über ein viermonatiges Praktikum in Pusser's New York Bar in München nach Bergisch-Gladbach, wo er eine Ausbildung als Hotelfachmann im Schlosshotel Lerbach absolvierte. Seine persönlichen Honigfallen sind Champagner, Obstbrände, Wein und Whisk(e)y.

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