Deoch an Doruis: Glen Spey

James Stuart war im Whiskygeschäft sehr aktiv: Seit 1868 war er Pächter der Macallan Destillerie und 1878 gründete er gleich zwei Brennereien. Zum einen Glenrothes und zum anderen Glen Spey, die zu dieser Zeit noch Mill of Rothes hieß, als Erinnerung daran, dass sich in den Gemäuern der Glen Spey Brennerei ursprünglich eine Kornmühle befand. Nun wurde Großbritanien aber noch just im Gründungsjahr von einer schweren Finanzkrise getroffen, in deren Zuge im Dezember 1878 die Caledonian Bank, die in der Finanzierung von Glenrothes involviert war, schliessen musste. Stuart verkaufte die nur halb fertiggestellte Glenrothes Destillerie und konzentrierte er sich mehr und mehr auf Macallan, deren Eigentümer er 1886 wurde Schliesslich verkaufte er 1887 auch Glen Spey an W.&A. Gilbey, Londoner Wein- und Spirituosenhändler, auch bekannt für ihren Gilbey’s Gin. Dies war übrigens das erste Mal, dass eine englische Company einen schottische Whiskybrennerei kaufte.

Während der Weltkriege musste auch Glen Spey aufgrund von Gerstemangel schliessen. 1920 wurde die Brennerei sogar durch ein Feuer ziemlich stark beschädigt. Und doch konnte Glen Spey eine verhältnismäßig ruhige Periode von 75 Jahren verleben – solange blieb W.&A. Gilbey nämlich unabhängig. 1962 aber schlossen sich W. & A. Gilbey mit Justerni & Brooks, den Machern des J&B Blends, zusammen und es entstand International Distillers & Vitners (IDV). IDV wurde 1972 erst von Watney Mann, einem Brauereikonzern, übernommen. Noch im selben Jahr wurden Watney Mann aber wiederum von Grand Metropolitan übernommen. 1997 verschmolzen Guinness und Grand Metropolitan und bildeten die United Distillers & Vitners (UDV) aus der Diageo hervorging.

Gäbe es die Flora & Fauna-Serie nicht, wäre auch von der Glen Spey Brennerei aus Rothes keine Originalabfüllung mehr erhältlich. Der überwiegende Teil der Produktion geht nach wie vor in den J&B Blend ein.

Glen Spey „Flora & Fauna“ Single Malt Whisky 12yo, 43% vol.
Farbe Strohgelb
Nase frisch und trocken, Honig- und Getreidenoten
Gaumen Kräftige Gewürztöne, trocken, noch ein wenig Süsse
Abgang Mittellang, wärmend, aber sonst ziemlich neutral

Ein zwar fehlerfreier, aber doch eher mittelmäßiger Whisky.

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

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