Jacques Lassaigne Extra Brut Le Cotet

Es gibt wieder Champagner bei der Trinklaune… Und was für einen!

Ich möchte euch heute einen Wein ans Herz legen, der mich massiv beeindruckt hat. Er braucht Zeit, doch lässt man ihm diese wird er einen auf eine Aromenreise ungekannten Ausmaßes mitnehmen! Es geht um einen Extra Brut aus Montgueux, einem kleinen Dorf in der Côte des Bar, auf einem Kreidefelsen gelegen. Jacques Lassaigne baut hier herausragenden Chardonnay an und macht daraus magische Champagner zu wirklich außerordentlich anständigen Preisen. Bereits der Basis-Brut, Les Vignes de Montgueux, beeindruckt durch einen absolut klaren, geradlinigen Stil. Nach einer eher frustrierenden Verkostung von Rosé-Champagnern vor einiger Zeit öffneten wir noch einen Les Vignes de Montgueux und dieser günstigste Champagner war eindeutig der Gewinner des Abends, neben Konkurrenz wie La Grande Dame Rosé 1989 wohlgemerkt.
Doch zurück zum Kern dieses Artikels: Le Cotet!

Nase:
Eine helle, reine und klare Farbe gefällt bereits beim Eingießen, die Bläschen tanzen im Glas. In der Nase eine herrliche Frische, wundervoll weich, einladend und sympathisch. Apfel, Birne, später gesellt sich noch Vanille hinzu.

Gaumen:
Hui, frisch geöffnet und eingegossen eine extrem stringente Säure, geradlinig und heftig. Doch schon jetzt ein klar strukturierter, schlanker und außerordentlich eleganter Wein, aber deutlich rauer als die Nase suggerierte. Nach etwas 45 Minuten wurde Le Cotet zugänglicher, die Kohlensäure nach wie vor wundervoll, wirkte eingebundener und weicher. Die absolute Reintönigkeit des Chardonnays kam immer mehr zur Geltung, total klar und schlank, mit einem völlig eigenständigen Charakter. Mittlerweile auch ein Duft zum Versinken. Mit weiterer Zeit und Luft verliert der Wein seine harsche, zu Beginn noch dominante Säure und wird feiner, freundlicher und zugänglicher. Nach anderthalb bis zwei Stunden wird dieser Champagner zu einem wahrlich großen Wein. Feinste Vanilletöne, tolle dezente und schlanke Fruchtigkeit, Chardonnay in Perfektion.

Abgang:
Je nach Trinkzeitpunkt dem Gaumen entsprechend, zu Beginn eher durch die Säure dominiert, später kleidet ein herrlich feiner Vanilleton den Gaumen aus, eine fantastische Cremigkeit macht sich breit.

Dieser Wein ist phänomenal. Die Lage ist ein Juwel, so viel Champagner bekommt man selten für sein Geld – mit 45,00 € bei Wein nach Maß schlägt der Le Cotet zu Buche, ein mehr als angemessener Preis für so ein Erlebnis. Es ist kein Wein für den uninteressierten Genuss nebenbei, der Champagner freut sich über Aufmerksamkeit. Mein Tipp: Einen guten Freund einladen, die Flasche eine Stunde vorher öffnen und sich auf die Aromenreise aus Montgueux mitnehmen lassen!

Torben Bornhöft

Torben Bornhöft beschäftigt sich seit 2004 leidenschaftlich mit Themen rund um Bar, Cocktails und Genuss. Nachhaltig geprägt durch fünf Jahre im Hamburger Le Lion und der Likörproduktion mit Forgotten Flavours liegt Torbens Fokus hier mittlerweile auf den Themen Champagner, Infusionen und Twists auf Klassiker.

2 Kommentare

  1. Gundula

    Der Champagner klingt ziemlich edel. Habe diesen zuvor noch nie gehört. Aber werde Ihn sehr bald kosten.
    Bis jetzt bin ich ein Fan des Demoiselle Tête de Cuvée. Duch dass vollmundige Aroma passt er sehr gut zur italienischer Küche sowie als Aperitif.

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