Deoch an Doruis: Inchgower

Offiziell wurde Inchgower 1871 gegründet – doch eigentlich beginnt die Geschichte der Brennerei schon im Jahr 1825. Zu dieser Zeit gründete John Wilson die Destillerie Tochineal, etwa eine Meile südlich vom Örtchen Cullen. 1871 gab sein Neffe Alexander diesen Standort auf und verlegte die Brennerei in die Nähe des sechs Meilen westlich gelegenen Ortes Buckie und benannte sie in Inchgower um. Es werden einige Gründe für diese Verlegung genannt. Eine Quelle sagt, der Betrieb drohte aus allen Nähten zu platzen, andere sprechen von Problemen mit der Wasserversorgung. Wieder andere geben an, der Eigentümer des Grundstückes, dass Wilson gepachtet hatte, hätte die Pacht verdoppelt – auch ein guter Grund, einen neuen Standort zu suchen. Doch was Alexander Wilson nun tatsächlich bewog, den Standort der Brennerei zu verlegen, lässt sich mit Gewissheit nicht mehr sagen.

Viel Glück hatte die Brennerei aber auch am neuen Standort nicht. Die Brennerei ging bankrott und wurde 1936 an die Gemeinde Buckie verkauft. Zwei Jahre später wurde Inchgower von Arthur Bell & Sons Ltd., dem Produzenten des Bell’s Blended Scotch Whisky, übernommen. Guinness übernimmt 1985 Arthur Bell & Sons und 1987 entstehen durch die Verschmelzung von Arthur Bell & Sons mit der Distillers Company Ltd. (DCL) die United Distillers (UD). Somit gehört Inchgower heute zu Diageo, eine Tatsache, der wir die Flora & Fauna-Abfüllung von 1991 verdanken:

Inchgower “Flora & Fauna” Single Malt Whisky 14yo, 43% vol.
Farbe Weissweinfarben
Nase Orangenblüten, etwas Sultaninen, Akazienhonig
Gaumen Anfänglich recht pfeffrig und würzig. Anschliessend malzig und fruchtig, Noten von grünem Apfel
Abgang Langanhaltend, fruchtig und viel Honig.

Ein komplexer, vielschichtiger Whisky, der das Format hat, auch dem fortgeschrittenen Whiskyfreund viel Freude zu bereiten.

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

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