Deoch an Doruis: Linkwood

Etwas südlich, nur wenig außerhalb der Stadt Elgin befindet die Destillerie Linkwood, die 1821 von Peter Brown gegründet wurde. Nachdem dieser 1869 starb, übernahm sein Sohn, William Brown die Leitung der Brennerei, die er 1871 vollständig neu aufbaute und 1897 noch einmal erweiterte. In diesem Jahr wurde auch die Firmenform in eine Limited geändert, die sich wie viele Brennerein in der Speyside den Appendix Glenlivet anheftete und sich fortan Linkwood-Glenlivet Ltd. nannte. 1932 wurde die Brennerei von der Distillers Company Ltd. (DCL) übernommen und an die Scottish Malt Distillers (SMD) übergeben.

Abgesehen von der zwangsweisen Stillegung der Brennerei während der beiden Weltkriege ist bis 1971 nichts wirklich bewegendes zu berichten. Doch in eben jenem Jahr wurde ein weiteres Stillhouse errichtet, das vier weitere Brennblasen beherbergt, fortan Linkwood B genannt wurde und demzufolge dem alten Stillhouse die Bezeichnung Linkwood A einbrachte. Diese Herangehensweise ist bereits von Clynelish bekannt, doch anders als dort wurden bei Linkwood bis 1985 die Whiskys aus beiden Brennhäusern gemeinsam abgefüllt, so dass man eigentlich von Blended Malt Whisky sprechen müsste. Seit 1985 aber ist Linkwood A, also die alte, herkömmliche Destillerei stillgelegt, aber noch nicht demontiert. Vielleicht kommt einmal der Tag, an dem die beiden Brennblasen im alten Stillhouse noch einmal in Aktion treten.

1992 wurde Linkwood  an United Distillers & Vintners verkauft. Somit ist Diageo  der heutige Eigentümer. Nur 1 bis 2% der Produktion werden als Single Malt vermarktet, der Löwenanteil geht in Blends wie White Horse, Haig, Bells, Dimple und andere.

Linkwood “Flora & Fauna” Single Malt Whisky 12yo, 43% vol.
Farbe Goldgelb
Nase Honigsüsse, Malz, reife Datteln, leichte Zitrusnoten
Gaumen pfeffrig, Honig, Malz, Karamell, fruchtig
Abgang mittellang, wärmend, Malz und Karamell

Durch seine pfeffrige Note fordert dieser Linkwood sicher mehr als andere, gefälligere Whisyks. Vermutlich nicht jedermanns Sache. Dennoch -oder vielleicht gerade deswegen- finde ich diesen Tropfen recht gelungen. Kein Überflieger, aber grundsolide.

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

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