Deoch an Doruis: Mannochmore

Die Brennerei Mannochmore ist ein schönes Beispiel für die haltlose Erhöhung der Produktionskapazitäten der sechziger und frühen siebziger Jahre: Sie wurde erst 1971 fertiggstellt und liegt direkt neben der seit 1876 existierenden Destillerie Glenlossie, die erst neun Jahre zuvor, 1962, ihre Produktionskapazität um 50% erhöht hatte. In dieser Zeit wurde -zuweilen am Bedarf vorbei- gebaut, wie nichts Gutes. Die Quittung kam dann auch recht bald: Zwischen 1985 und 1989 musste Mannochmore wieder stillgelegt werden. Nach einer erneuten Stilllegung von 1995 bis 1997 produziert die Brennerei nur noch im Winter. Dann wird sie von den Mitarbeitern der Glenlossie Destillerie betrieben, die nur noch im Sommer produziert.

Erst seit 1992 ist ein Mannochmore als Single-Malt erhältlich, den Diageo damals in der Flora&Fauna-Serie herausbrachte.

Mannochmore Single Malt Whisky 12yo, 43% vol.
Farbe Blassgelb
Nase Malz und Apfelnoten
Gaumen milde alkoholische Schärfe, deutliche Apfelnoten, schön ausbalancierte, malzige Süsse
Abgang Langanhaltend, angenehm wärmend, wieder deutliche Apfelnoten

Dieser Whisky hat mir rund um gefallen. Einer meiner Top 5-Whiskys, die ich für diese Deoch an Doruis Reihe bisher geprobiert habe. Ich kann daher nur zum Kauf -oder wenigstens zum Probieren- raten. Nur leider ist er der Mannochmore kein Schnäppchen – knapp fünfzig Euro muss man schon anlegen..

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

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