Deoch an Doruis: Miltonduff

Die Brennerei Miltonduff kann auf eine wesentlich längere Geschichte zurückblicken, als die offizielle Lesart vermuten läßt. Wie viele andere Destillerien wurde Miltonduff offiziell 1824 gegründet. Wir wissen aber inzwischen, dass dies häufig nur das Jahr der Erteilung der Lizenz beschreibt. Die heutige Brennerei Milton Duff, was übersetzt Schwarze Mühle heisst, steht heute in der Nähe des 1230 gegründeten Klosters Pluscarden Abbey, an der Stelle an der einst die Kornmühle des Klosters stand. Es ist überliefert, dass schon seit der Mitte des 18 Jahrhunderets illegale Whiskybrenner in der Nachbarschaft des Klosters ihren Whisky herstellten. Ob es dagegen eine Tatsache oder nur eine geschicktes Marketingmärchen ist, dass die Mönche des Klosters hier seit dem 13. Jahrhundert nicht nur Bier brauten, sondern auch Whisky destillierten, kann nicht mit Gewissheit gesagt werden.

Erwerber der Lizenz im Jahr 1824 und somit Begründer der offiziellen Miltonduff Brennerei waren Andrew Peary und Robert Bain. 1866 verkauften sie die Brennerei an William Stuart, einem Miteigentümer der Highland Park Destillerie. Dieser beteiligte 1890 Thomas Yool an der Brennerei. Mit dem Geld das dieser in den Betrieb brachte wurde Miltonduff in der Mitte der 1890er Jahre erweitert und produzierte zum Ende des 19. Jahrhundert mehr als eine Million Liter Alkohol jährlich.

Yool verkaufte die Brennerei 1936 an Hiram Walker. 1986 erwarben die Allied Distillers 51% an Hiram Walker und den Rest im Jahr darauf. 2005 wurde der überwiegende Teil der Aktivitäten der Aliied Destillers in der Whiskyproduktion von Pernod Ricard gekauft, die die Miltonduff Brennerei nun unter der Leitung der Tochterfirma Chivas Brothers weiterbetreiben.

Die Miltonduff Special Destillery Bottling, die ich heute im Glas habe, verdanken wir aber noch den Allied Distilliers, die diese 2002 herausbrachten.

Miltonduff Single Malt Whisky 15yo, 46% vol.
Farbe goldgelb
Nase Orangen, intensive Schokoladennoten
Gaumen Mild, würzig, ein wenig salzig. Cremige Textur, fast schon buttrig
Abgang Mittellang, samtig, Schokoladennoten, würzig

Und wieder ist es ein Whisky aus der Special Distillers Bottling Serie, der mich ganz besonders beeindruckt hat. Für mich ist der Miltonduff ein hervorragender Whisky, voller Charakter, aromatisch und spannend. Leider kostet er gute fünfzig Euro. Der hohe Preis ist in meinen Augen aber durchaus verständlich und auch gerechtfertigt, schliesslich wird die Special Bottling Serie nicht mehr abgefüllt und die Bestände dürften nun langsam aber sicher dem Ende entgegen gehen.

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

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