Deoch an Doruis: Mortlach

Mortlach war die erste der sieben Brennereien in Dufftown, die den bekannten Slogan ‚Rome was built on seven hills, Dufftown was built on seven stills‘ prägte. Gegründet wurde die Brennerei 1823 durch James Findlater, Donald Mackintosh und Alexander Gordon, die diese aber bereits 1831 an einen John Robertson verkauften. John und James Grant kauften Mortlach 1842, also in der Zeit in der die Brüder Grant die Glen Grant Distillery in Rothes bauten. Die Grants bauten die Destillationsanlage größtenteils ab, um sie in der neuen Glen Grant Brennerei zu verwenden. Somit kam der Betrieb zum erliegen. Der Kornspeicher der Mortlach Destillerie wurde in dieser Zeit als Kirche genutzt, bis eine richtige Kirche in Dufftown gebaut wurde.

Gegen Ende der 1840er Jahre kaufte John Gordon die Brennerei, betrieb hier aber zunächst nur einen Bierbrauerei. Erst 1851 wagte er die Investition, die Anlagen der Destillerie wieder aufzubauen und wieder Whisky zu destillieren. 1853 machte er George Cowie zum Partner, der nach Gordons Tod 1869 die gesamte Brennerei übernahm. Ab 1895 wurde Cowie durch seinen Sohn, Dr. Alexander Mitchell Cowie unterstützt, der die Kapazität der Brennerei durch Hinzufügen von drei Stills zu den drei vorhandenen verdoppelte. Dr. Cowies einziger Sohn fiel im ersten Weltkrieg und so verkaufte er die Brennerei 1923 an John Walker & Sons. Diese traten der Destillers Company Ltd. (DCL), wodurch Mortlach schließlich zu Diageo kam, in deren Besitz sie heute noch ist.

Interessant sind noch die beiden folgenden Anekdoten:

  • Der wohl bekannteste Lehrling der Destillerie war wohl William Grant, der hier von 1866 bis 1886 die Grundlagen des Whiskygeschäftes erlernte, bevor er die Glenfiddich Brennerei gründete.
  • Anders als die meisten Brennerein war Mortlach im zweiten Weltkrieg nicht geschlossen – bis auf 1944.
Mortlach „Flore & Fauna“ Single Malt Whisky 16yo, 43% vol.
Farbe Cognacfarben
Nase Nussig, Sherry, Karamell, Kaffee, Schokolade
Gaumen etwas alkoholische Schärfe, Sherrynoten, dunkle Schokolade, Rosinen, etwas Tabak.
Abgang lang, wärmend, würzig, fruchtig, Tabaknoten

Wer diese Serie schon etwas länger verfolgt, kann sich schon bei diesen Verkostungsnotizen denken, dass mir der Mortlach sehr gut gefallen hat. Dieser Whisky ist voller Charakter. Kein easy drinking, doch wer dem Mortlach Zeit und Muße gönnt, wird sicher belohnt. Wie schon die beiden ähnlich guten Whiskys der letzten und vorletzten Woche kostet auch der Mortlach etwa 50 Euro .

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

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