Deoch an Doruis: Arran

Nachdem ich letzte Woche mit der (Halb-)Insel Campbeltown abgeschlossen habe, geht es heute um eine Brennerei, die gleich auf der Insel östlich von Campbeltown beheimatet ist und auch deren Namen trägt: Isle of Arran.

In der Whiskywelt gehört Arran eigentlich zur Region Highlands – nur Islay wird obwohl geographisch ebenfalls zu den Highlands gehörig, als eigene Region gezählt – in älteren Quellen ist dies auch für Campbeltown der Fall. Ich habe mich aber schon in der Vorbereitung zu dieser Serie entschieden, die Inseln einzeln vorzustellen.

Die Brennerei ist die einzige auf der Insel und die erste -legale- Whiskydestillerie seit mehr als 170 Jahren.  Zuletzt wurde in der 1837 geschlossenen Brennerei Lagg Whisky gebrannt.

Arran ist eine noch sehr junge Destillerie. Der ehemalige Seagrams- Geschäftsführer Harold J. Currie begann 1991 mit ihrem Bau. Bis der erste Whisky destilliert wurde, vergangen fast vier Jahre.  Am 29. Juni 1995 wurde der erste Whisky produziert, die offizielle Eröffnung der Destillerie fand am 17. August 1995 Jahres statt. Die lange Zeit vom Beginn der Bauarbeiten bis zu ersten Abfüllung in 1998 überbrückte Currie in finanzieller Hinsicht auf eine bis dahin einmalige wie clevere Weise. Er verkaufte Anteilscheine an sogenannte Bondholder für 450 Pfund. Diese berechtigten den Bondholder zum Bezug einer bestimmten Anzahl von Flaschen des Blended Whisky in 1998 und der Arran Founders Reserve in 2001.

Stolz beschreibt man bei Arran das eigene Produkt als ‚pure by nature‘.  Auf der Website ist zu lesen, der Whisky ist nicht kühl gefiltert, nicht mit Karamel gefärbt und der Isle of Arran Whisky ist nicht getorft. Grundsätzlich ist diese Aussage auch nicht falsch – der im November 2010 veröffentlichte getorfte Whisky der Isle of Arran Distillers trägt den Namen Machrie Moor..

Arran Single Malt Whisky 12yo, 46% vol.
Farbe goldfarben
Nase Malzig, fruchtig nach Orangen, ein wenig Vanille, eine Spur frisches, helles Holz
Gaumen Bissig, scharfe alkoholische Kraft, etwas Cremigkeit, etwas fruchtig
Abgang Lang, sauber, pfeffrig, wärmend.

Huii ! Der Arran ist in der Nase im Vergleich zum Feuerwerk auf dem Gaumen wie ein Wolf im Schafspelz. Absolut kein Easy drinking. Ich finde aber, dass die Vehemenz die der Arran hat, die im Hintergrund durchaus noch zu erkennenden feinen Aromen wegdrückt. Insgesamt wirkt der Arran auf mich eher unstimmig und sogar gefährlich nahe an der Eindimensionalität. Mir ist bewußt, dass ich mir mit dieser Aussage unter den Arran-Fans keine Freunde mache, doch ich bin der Meinung, dieser Whisky könnte mehr.  Ganz sicher sind die Cask Finish Abfüllungen interessant. Die Basis ist da.

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

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