Büchertipp – Cocktails von Food&Wine

Wer in der Überschrift einen Fehler vermutet, da es mehrere Bücher sind, aber nur ein Tipp, den muss ich enttäuschen. Im Folgenden möchte ich eine Buchreihe vorstellen, die ich selten in der Aufstellung: Meine Spirituosen, meine japanischen Rührlöffel, meine Cocktailbücher, meine … finde – So zumindest im deutschsprachigen Raum.

Es geht um das jährlich, vom Food&Wine Magazin, herausgegebene Buch „Cocktails 20xx“. „xx“ ist dabei durch die Zahlen 05 bis 10 zu ersetzen. Die Bücher sind jedes für sich, unabhängig von den anderen, eine grandiose Sammlung von (größtenteils) innovativen Rezepten. Leider habe ich die Ausgabe von 2005 noch nicht, so dass ich diese hier nicht mit vorstellen kann.

Jedes Buch beginnt mit einer kleinen Einführung á la „die kleine Mixschule“. Darauf folgt der eigentliche Inhalt: Jede Menge Rezepte. Dabei sind die meisten Cocktails nach Spirituosen geordnet. Darüberhinaus sind in jeder Ausgabe auch besondere Kategorien wie Punches, Classics oder „Mixologist all-stars“ zu finden. Seit der 2009er Ausgabe ist für jede Kategorie ein bekannter Bartender verantwortlich.

Zu jedem Rezept ist ein bisschen Hintergrundwissen mit angegeben und sehr viele Drinks sind auch auf einem Foto abgebildet. Auch diese Fotos haben etwas Besonderes: Die verwendeten Gläser. Für jeden Drink gibt es ein anderes Glas. Die Gläser möchte man sich am liebsten sofort kaufen. Leider oder dankenswerter Weise, stehen seit der 2008er Ausgabe neben den Fotos die Namen und Hersteller der Gläser. Nach kurzer Recherche muss man enttäuscht feststellen, dass die guten Stücke nicht selten einen dreistelligen Wert haben.

Neben den ohnehin schon spannenden und innovativen Rezepten, muss man auch die Kategorie der alkoholfreien Cocktails lobend erwähnen. Keine Standard-Saftgepansche. Sondern wirklich leckere und nicht langweilige „Mocktails“ – wie sie hier genannt werden.

Auch findet sich in jedem Buch ein Abschnitt über Barfood. Die Zubereitung ist zwar teilweise sehr aufwendig, aber es ist ein netter Zusatz in einem Cocktailbuch. Den letzten Abschnitt bildet meist eine Liste von empfehlenswerten Bars. Seit 2010 ist diese Liste auch international. In älteren Ausgaben sind es lediglich Bars in den USA.

Ich wurde bisher nur sehr selten beim Nachmixen von Rezepten aus diesen Büchern enttäuscht. Und selbst mit einer größeren Hausbar muss man feststellen, dass es immer noch Spirituosen gibt, die man nicht hat. Da die Bücher alle für kleines Geld zu haben sind, bleibt aber zum Glück noch genug Geld über, diese Spirituosen auch noch zu kaufen.

Um mal ein bisschen Durst zu machen, folgendes Rezept aus der aktuellen Ausgabe von 2010:

à tout à l’heure

1,5cl St. Germain
1,5cl Birnenbrand
1,5cl Maraschino
1,5cl Verdelho Madeira
2 dashes Angostura Bitters
6cl Champagner

Ein Champagner-Drink der Extra-Klasse.

Absolute Kaufempfehlung für alle Ausgaben! Die 2011er kommt wohl im Mai.

Philipp Jäckel

Das Wissen um die Bar so wie einiger ausgewählter Themen im Detail kommen größtenteils nur durch eine intensive Beschäftigung mit der Cocktail- und Barkultur in seiner Freizeit. Begonnen hat das alles 2006. Einzelne Schwerpunkte im Bereich der Getränke legt Philipp in der Bar zu Hause nicht. Neben allerlei Spirituosen haben auch Bier und Wein ihren festen Platz gefunden.

2 Kommentare

  1. TikiWise

    Volle Zustimmung. Tolle Bücher mit ausgefallenen Rezepten zu kleinem Preis.

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