Deoch an Doruis: Caol Ila

Caol Ila, etwas nördlich von Port Askaig im Nordosten der Insel Islay gelegen, wurde 1846 gegründet. Der Erbauer war Hector Henderson, der auch an der Gründung der Lowland-Brennerei Littlemill beteiligt war. Doch schon recht bald kam die Brennerei in andere Hände. Die Quellen nennen unterschiedliche Jahreszahlen, sicher ist aber, dass Norman Buchanan, der zu dieser Zeit auch Isle of Jura betrieb, die Brennerei anfang der 1850er Jahre übernahm. Nur wenige Jahre später verkaufte er an Bulloch, Lade & Co., einer Whisky-Blending-Firma aus Glasgow. Diese bauten dann auch einen Pier, der es ermöglichte, Gerste und Kohle per Schiff statt über den beschwerlichen Landweg anzuliefern und im Gegenzug Whisky zu verschiffen.

1920 ging Caol Ila dann an Robertson & Baxter, die auch maßgeblich an der Geschichte von Bunnahabhain beteiligt waren. Die Destillers Company Ltd. (DCL) erwarb 1927 die Mehrheit an Robertson & Baxter und 1930 ging die Leitung der Brennerei an die DCL-Tochter Scottish Malt Distillers (SMD), die Caol Ila von 1930 für sieben Jahre einmottete. Als dann die Produktion 1937 wieder anlief, währte diese aktive Phase auch nicht lange. Aufgrund des Zweiten Weltkrieges wurde Caol Ila ab 1942 erneut stillgelegt. Doch zügig nach Kriegsende brachen für Caol Ila wieder normale und vor allem ruhigere Zeiten an. Einzig die vollständige Modernisierung der Brennerei von April 1972 bis Januar 1974 unterbrach noch einmal die Produktion. Aus DCL wurden Ende der achtziger Jahre die United Destillers (UD), dann die United Destillers & Vintners (UDV) und aus diesen ging letztlich Diageo hervor.

Neben den Standardabfüllungen mit 12, 18 und 25 Jahren brachte Diageo Caol Ila Whiskys gleich zwei Mal in der Flora & Fauna Serie, in der Rare Malts Serie und in der Reihe der sogennanten „Hidden Malts“ sogar in drei Varianten. In der in der Classic Malts Serie ab 2005 ist Caol Ila ebenfalls vertreten, auch als Distillers Edition und zuletzt als Managers Choice. Dazu gab es diverse Spezialabfüllungen, z.B. für die „Friends of the Classic Malts“ oder auch ungetorfte Whiskys und Fassstärken. Also eine recht umtriebige Brennerei.

Caol Ila Single Malt Whisky 12yo, 43% vol.
Farbe Strohfarben
Nase Frisch und klar, Rauchnoten, etwas Holzkohle und Heidehonig, eine Spur Salz
Gaumen Milder Start, wird dann kräftiger, etwas Süsse und deutlich rauchiger als die Nase verrät.
Abgang könnte gern etwas länger sein, wärmend, rauchig

Unter den Islay-Malts, die auch das bieten, was man von Islay-Malts landläufig erwartet, ist der Caol Ila 12yo ein Easy Drinking Malt. Für einen torfigen Islay sehr gut trinkbar, hat mir gut gefallen und ich spreche gern eine Empfehlung aus.

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

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