Deoch an Doruis: Laphroaig

Laphroaig ist die zweitälteste Whiskybrennerei auf der Insel Islay. Gegründet wurde sie 1815 als westliche der drei an der Südküste gelegenen Destillerien Laphroaig, Lagavulin und Ardbeg.

Vermutlich führten die Brüder Donald und Alexander Johnston die Brennerei, die ihr Vater schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts zur Deckung des Eigenbedarfs betrieb, einfach nur legal weiter. Donald zahlte 1836 seinen Bruder aus und wurde Alleineigentümer der Brennerei. Als er 1847 starb war sein Sohn Dougan erst elf Jahre alt, daher wurde Laphroaig an Walter Graham verpachet, dem Bruder von John Crawford Graham, der zu dieser Zeit Lagavulin führte.

Als Dougan Johnston 1857 mit 21 Jahren volljährig wurde, übernahm er wieder die Leitung der Destillerie. Die Brennerei sollte noch bis 1954 im Familienbesitz bleiben. Der letzte Nachfahre Donald Johnstons, Ian hunter, hinterlies Laphroaig nach seinem Tod seiner Sekretärin Elizabeth “Bessie” Leitch Williamson, die zu dieser Zeit bereits zwanzig Jahre im Betrieb war. Sie verkaufte die Brennerei 1967 an Long John Distillers, führte die Destille aber weiter, bis sie sich 1972 zur Ruhe setzte. Als Long John Distillers 1975 in der Whitbread Ltd. aufgingen, die wiederum zu Allied Domecq gehörte, wechselte auch Laphroaig den Eigentümer. Pernod Ricard kaufte 2005 Allied Domecq. Um die Auflagen des Kartellamtes zu erfüllen, trennte sich Pernod Ricard von Laphroaig und verkaufte an Beam Global Spirits & Wine, einer Tochter von Fortune Brands.

Etwas detaillierter, aber vor allem mit tollen historischen Bildern umrahmt, kann man die Geschichte Laphroaigs auch hier nachlesen.

Laphroaig Single Malt Whisky 10yo, 40% vol.
Farbe goldfarben
Nase Rauchig, Holzkohle, Malz und Honignoten
Gaumen Rauchig, torfig, etwas Jod, dabei aber milder und süsser als erwartet.
Abgang mittellang, rauchig

Der Laphroaig verbirgt seine Islay-Herkunft nicht, aber Ecken und Kanten hat er nicht. Die Komplexität eines Lagavulin fehlt ihm. Doch die Stärken des Laphroaig liegen vielleicht auch ganz woanders. Mir fällt kein Whisky ein, der so häufig als eine nicht austauschbare Zutat eines Cocktail genannt wird. Erst vor knapp zwei Wochen habe ich wieder einmal festgestellt, dass der Laphroaig 10yo die perfekte Wahl für den Blood & Sand ist…

Blood & Sand
4 cl Laphroaig 10yo
2,5 cl Carpano Antica Formula
2 cl Gabriel Boudier Guignolet de Dijon
1/2 Orange

Die halbe Orange vierteln und im Shaker muddlen und mitshaken.

Ein weiteres schönes Rezept ist der von Philip Bischoff kreierte…

Vienna in Ashes
5 cl Mozart Black
2 cl Grand Marnier
1,5 cl Laphroaig
Orangenzeste

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

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