Robert Spoula: „Komponierte Kulinarik und Klangcocktails – über die Analogien von Musik und Mixologie“ – Teil 4

Gewissenmaßen als Abschlussdrink zu den in Teil 1 bis 3 formulierten Gedanken möchte ich noch einmal weit in die Vergangenheit reisen, in das Jahr 1786. Es ist jene Zeit, in dem Antonio Benedetto Carpano den Wermut erfand, jenen Zaubertrank, der uns laut Herstellerangaben als Antica Formula heute wieder zur Verfügung steht. Es ist aber auch jenes Jahr, in dem Mozarts erste da Ponte-Oper „Le nozze di Figaro“ uraufgeführt wurde und in dem er seine drei großartigen Klavierkonzerte in A-Dur, c-Moll und C-Dur komponierte.

Feinabstimmung

Wie wichtig Wermut für die Cocktailgeschichte wurde, braucht nicht weiter erläutert zu werden. Die bis dato noch nie gehörte charakterliche Tiefe, die Mozart in den drei da Ponte-Opern „Le nozze di Figaro“, „Don Giovanni“ und „Cosi fan tutte“ seinen Protagonisten verlieh sowie die klanglich und dramaturgisch völlig neuen Nuancen seiner Klavierkonzerte können aber ebenfalls als Keimzellen kommender Entwicklungen betrachtet werden. Warum also nicht einmal einen Rob Roy, einen El Presidente oder Vieux Carré zu Mozarts Musik trinken und sich so der gemeinsamen Wurzeln im Jahre 1786 bewusst werden. Mozart hätten diese Drinks mit Sicherheit geschmeckt und man kann sich gut vorstellen, dass Don Giovanni beim Gastmahl anstatt eines Marzemino einen Adonis trinkt – und dann mit einem Satan’s Whisker Cocktail in der Hand genüsslich in die Hölle fährt.

Gastblogger

Bruno Paillard - Blanc de Blancs 1999

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