Jacquesson Cuvée 734

Die fabelhaften Champagner von Jacquesson sind nicht zum ersten Mal Thema bei Trinklaune. Die Jahrgangsweine aus 1996 und 1997 wurden bereits besprochen, auch der rosafarbene Bruder – ebenfalls 1997 – fand Gehör. Heute geht es jedoch um die Basis, die Cuvée 734. Der jahrgangslose Wein wird nummeriert, damit die unterschiedlichen Cuvées klar unterschieden werden können.
Der wundervoll präsentierte Champagner setzt sich aus 54 % Chardonnay, 26 % Pinot Meunier und 20 % Pinot Noir zusammen und wurde mit 3,5 gr/Liter dosiert. Unsere Flasche wurde im ersten Quartal 2010 degorgiert. Großartig, diese Transparenz. Sie macht geschmackliche Freuden nachvollziehbar, vergleichbar und verständlich. Der Preis liegt bei ca. 35,00 €.

So wurde der Champagner bei bestem Sommerwetter im Park aufgemacht – auch auf der Capsule findet sich die ‚734‘. Und so schmeckte das, was ins Glas kam:

Nase:
Dunkel und aromatisch. Leicht geheimnisvoll-traubig. Ein Champagner der der Nase bereits sehr viel bietet. Vielschichtig und komplex, nicht nur dunkel oder nur traubig, sondern festgehalten in einer feinen Balance.

Gaumen:
Eine wunderbare Perlage transportiert das ganze Geschmackserlebnis. Cassis-Fruchtigkeit ohne die damit oft verbundene schwere Süße steht einer hervorragenden, eingängigen Leichtigkeit gegenüber. Doch statt sich zu duellieren lösen sich diese Gegensätze in einem herrlich-weinigen Gesamtergebnis auf. Rund und stimmig. Und absolut animierend.

Abgang:
Ebenso ausbalanciert und weinig. Traum.

Dafür trinke ich Champagner. Was Jacquesson hier ins Glas bringt schaffen viele andere Häuser mit ihren Spitzenqualitäten nicht. Die Cuvée 734 könnte man problemlos in einem Tasting als einen Wein für 75,00 € platzieren und niemand würde sich ob der dargebotenen Qualität beschweren. Wirklich richtig, richtig gut – unbedingt kaufen. Für mich einer der besten jahrgangslosen Champagner auf dem Markt – insbesondere in Anbetracht des Preissegments. Spitzenqualität.

Torben Bornhöft

Torben Bornhöft beschäftigt sich seit 2004 leidenschaftlich mit Themen rund um Bar, Cocktails und Genuss. Nachhaltig geprägt durch fünf Jahre im Hamburger Le Lion und der Likörproduktion mit Forgotten Flavours liegt Torbens Fokus hier mittlerweile auf den Themen Champagner, Infusionen und Twists auf Klassiker.

3 Kommentare

  1. Jürgen Rieger

    Hallo Torben,
    toller Bericht von Dir. Du würdest glatt als Sommelièr durchgehen.
    Ich hoffe Du machst beruflich was in diese Richtung.
    Gruß Jürgen
    (früher bei C&D bekannt als „Fischers Fritz“)

  2. Hallo Jürgen,
    danke 😉
    Der Champagner- und Weingenuss beschränkt sich bei mir aber auf die private Sphäre 😉
    GRüße,
    Torben

  3. Dominik

    ja absolute Klasse !

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