Rum Fire!

Jamaica – Destillerie Hampden Estate.
Unabhängige Abfüller bieten immer wieder tolle Rums aus dieser Destillerie an. Kräftige, hochesterreiche Aromabomben mit viel Vanille, bspw. die 13jährige Cadenheads-Abfüllung, die in Deutschland schon länger ausverkauft ist.

Es gibt jedoch auch ein weißes Destillat – den Rum Fire, der mit den typischen jamaicanischen 63 % Vol. daher kommt. Er wird in Fässern gelagert und anschließend filtriert. Eine Flasche, so trashig, dass man das Label schon lieben muss. Dirk Becker und Mike Meinke arbeiten daran, dass der Rum auch Deutschland erreichen soll – vermutlich pünktlich zum ersten German Rumfest. Dirk hat uns diese Flasche zur Verfügung gestellt – vielen Dank!

Was kann der Rum Fire? Hier ein paar Eindrücke:

Nase:
Es geht gut nach vorn, Vanille, feine Frucht, sehr viel Kraft und Körper – und völlig eindeutig Jamaica.

Gaumen:
Sofort absolut mundfüllend, ein kleiner Schluck genügt bereits, um die brachiale Power dieses Rums zur Entfaltung kommen zu lassen. Beginnend mit hellen, frischen Tönen zieht sich der Rum Fire mit viel Körper über die Zunge und endet mit einer anständigen Menge Vanille, gepaart mit Banane und viel Frische. Die Hochestertöne sind es, die dem Rum sein ‚Feuer‘ geben – denn das hat er wirklich! „Exceptionally Smooth“ ist auf der Flasche vermerkt – und dem ist durchaus so. Denn trotz der Kraft lässt sich der Rum Fire wunderbar trinken, eine feine öligen Konsistenz rundet die Trinkfreude ab. Ein sehr komplexes Destillat.

Abgang:
Die Quintessenz aus dem Gaumen: Kraft, Vanille, nach wie vor mundfüllend.

„MAI TAI!!!“ ruft dieser Rum. Der perfekte Drink für einen forschen Kandidaten wie den Rum Fire, da durch Süße und Säure mit Frucht und Mandel die perfekte Bühne für die volle Entfaltung einer Urgewalt wie dieser gegeben wird.
Sobald der Rum Fire zu bekommen ist kann ich nur empfehlen, sich eine Flasche zuzulegen. Hier trinkt man Jamaica! Klare Konkurrenz für Smith and Cross – mit dem ich ihn eher vergleichen würde als mit Wray and Nephews White Overproof, der mit weniger Körper und mehr Frische aufwartet.

Torben Bornhöft

Torben Bornhöft beschäftigt sich seit 2004 leidenschaftlich mit Themen rund um Bar, Cocktails und Genuss. Nachhaltig geprägt durch fünf Jahre im Hamburger Le Lion und der Likörproduktion mit Forgotten Flavours liegt Torbens Fokus hier mittlerweile auf den Themen Champagner, Infusionen und Twists auf Klassiker.

5 Kommentare

  1. trduts

    das label ist ja mal grandios hässlich, würg

  2. TikiWise

    Leider nicht ganz richtig:
    Es ist kein ungereiftes Destillat
    http://www.ministryofrum.com/forums/showthread.php?p=43142

  3. Danke für die Anmerkung – korrigiert!

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