Bollinger La Grande Année 2002

Der neue Jahrgang von Bollingers Grande Année ist auf dem Markt. Nach soliden neun Jahren Hefelager wurde der Wein aus dem hervorragenden Jahr 2002 herausgebracht. In einer trinklaunigen Runde sollte der Champagner den Einstieg zum Essen erleichtern und im Idealfall auch zum Thunfischtatar passen. Zu 60 % aus Pinot Noir und zu 40 % aus Chardonnay bestehend kommt der im Februar 2011 degorgierte Wein mit einer wunderschönen hellen Farbe ins Glas, die fast etwas ins Grünliche geht. Die Perlage ist sehr fein, wir erwarten einen jungen, frischen Bollinger… Und so sah es aus:

Nase:
Glasklar Bollinger, wunderbare Frische mit anständiger Kraft. Wie eine ‚vertiefte‘, kräftigere Speciale Cuvée.

Gaumen:
Von Beginn an überraschend trocken. Häufiger schien mir die Grande Année etwas zu hoch dosiert – dem ist hier nicht so. Das Holz, das bei der ersten Gärung zum Einsatz kam, ist überraschend stark wahrzunehmen. Nach hinten wirkt der Wein noch etwas nervös und vibrierend, hat aber eine beeindruckende Präsenz. Insgesamt ist der Körper schlanker als die Nase, man merkt dem Wein an, dass er noch extrem jung ist. Die Säure ist gut balanciert und auch in dieser Trinkphase nicht überdominant. Insgesamt ein absolut typischer Bollinger mit sehr großem Potenzial, der aber auch schon jetzt viel Freude bereitet hat.

Abgang:
Trocken und säurebetont. Holz ist präsent.

Bollinger bleibt einfach Bollinger. Ich mag diesen Stil sehr gern. Kräftig, tief, dunkel, getrieben und absolut reintönig. Diese Grande Année ist ein toller Jahrgangswein, ganz am Anfang seiner Entwicklung. Der Preis bleibt hoch, eindeutig. Aber die dargebotene Qualität ist ebenso hoch. Ich freue mich, die Grande Année 2002 in zwei Jahren ein weiteres Mal zu probieren – mal sehen, wie sie sich machen wird…

Torben Bornhöft

Torben Bornhöft beschäftigt sich seit 2004 leidenschaftlich mit Themen rund um Bar, Cocktails und Genuss. Nachhaltig geprägt durch fünf Jahre im Hamburger Le Lion und der Likörproduktion mit Forgotten Flavours liegt Torbens Fokus hier mittlerweile auf den Themen Champagner, Infusionen und Twists auf Klassiker.

7 Kommentare

  1. hannibal

    Hört sich toll an!

    Nutzt du noch Sektflöten (die etwas weniger hohen und bauchigeren)?

    Gruß
    hannibal

  2. Meinst du Flöten im klassischen Stil, also Gläser, die man fast bis zum Rand füllt (Wiki-link ganz links)? Oder meinst du ’normale‘ Champagnergläser, schon bauchig, aber trotzdem höher (Wiki-link zweites von rechts)?

    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Tulpen_und_Fl%C3%B6ten.PNG&filetimestamp=20070311064722

  3. hannibal

    Ich mein die Tulpe

  4. Torben Bornhöft

    Ja, normalerweise nutze ich folgendes Glas:
    http://shop.riedel.com/zone1/index.php/riedel/vinum/cuvee-prestige-glass.html
    Ein schönes Champagnerglas, in dem fast alle Weine funktionieren. Doch ‚größere‘ Champagner wirken da manchmal fragmentiert, eingesperrt. Da funktioniert ein Weißweinglas manchmal besser.

  5. hannibal

    Das ist auch meine Erfahrung.

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