Marie-Noëlle Ledru Grand Cru Millésime 2002

Weiter geht’s mit Winzerchampagner. Diesmal wieder auf der Pinot Noir-Seite und hergestellt von Marie-Noëlle Ledru aus Ambonnay. Eine eher unbekannte Winzerin mit 6 ha Besitz in Bouzy und Ambonnay. 85 % der Weinberge sind mit Pinot Noir bestückt, der Rest mit Chardonnay. Auf chemische Düngung, Pestizide und Co. wird verzichtet und die Weine sind – erwartbar – dunkel und Pinot-getrieben. Wir hatten das große Vergnügen, einen Flasche des Millésime 2002 (undosiert) zu trinken – hier die Eindrücke:

Nase:
Fett und groß, dunkel und traubig. Bollinger-ähnliche Stilistik, nur etwas animalischer und komplexer.

Gaumen:
Absolut delikater Wein mit sehr viel Struktur und dunkler Frucht, dabei trockener als erwartet, was dem Wein sehr viel Spielraum gibt. Ein ‚Glücklichmacher‘ mit sehr viel Energie und Präsenz. Besonders imposant ist das Rückgrat dieses Weines, der extrem geradlinig und mit präsenter Säure ins Glas kommt. Dabei total rund. Brillant.

Abgang:
Sehr stimmig – Mélange des oben Geschriebenen.

Achja, es gibt sie, diese Weine… Ganz wunderbar. Nach einem gelungenen Einstand mit David Léclaparts L’Amateur führte Madame Ledru den dunklen Pinot-Stil in neue Weihen. Ganz locker auf dem Niveau einer guten Grande Année von Bollinger – mit einem individuellen, etwas ehrlicheren und geradlinigerem Stil. Toll! Preis/Leistung ist mit ca. 60,00 € phänomenal.
Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass der Wein mit diesem trashigen, doch authentischen Label ganz am Anfang seiner Entwicklung steht. Ich denke, dass die solide Säurebasis diesem jetzt schon fetten Wein ein langes Leben bescheren wird – und die Entwicklung dürfte außerordentlich spannend zu beobachten sein!

Kaufen – bei Wein nach Maß! Email schicken…

Torben Bornhöft

Torben Bornhöft beschäftigt sich seit 2004 leidenschaftlich mit Themen rund um Bar, Cocktails und Genuss. Nachhaltig geprägt durch fünf Jahre im Hamburger Le Lion und der Likörproduktion mit Forgotten Flavours liegt Torbens Fokus hier mittlerweile auf den Themen Champagner, Infusionen und Twists auf Klassiker.

2 Kommentare

  1. Dominik

    Finde ich auch sehr toll, der 2000er ist noch eine Spur besser ! Ein 88er aus dem Keller des Hauses auf dem Weingut frisch degorgiert war für mich eines der grösster Champagnererlebnisse überhaupt.

  2. Torben Bornhöft

    Das glaube ich gern – ein großes Jahr, das frisch degorgiert sicher ein absoluter Champagnertraum ist!

    Ich meine, gehört zu haben, dass Madame Ledru nicht mehr produziert… Sehr schade!

Einen Kommentar schreiben