Rum-Deathmatch: Plantation Three Stars vs. Banks 5 Island

Die immer noch relativ neuen Blends weißer Rums verschiedener Inseln, die teilweise gereift werden, um anschließend durch eine Filtrierung Farbe (und Teile ihres Aromas) zu verlieren, bieten oft mehr als unverschnittene Rums. Verschiedene Herkunftsgebiete – verschiedene Stile. Gekonnt gemischt ergeben sich aromatische, stimmige Rums, die Drinks, die mitunter blass bleiben, zu neuen Weihen verhelfen können. Die Kontrahenten für den heutigen Rumvergleich sind Banks 5 Island sowie Plantation Three Stars.

Banks 5 Island ist eine Mischung aus Rums von Jamaica, Trinidad, Barbados, aus Guyana sowie etwas Arrak aus Indonesien (unter 5 % des Gesamtblends). Philipp hat sich dem Banks schon ausführlich gewidmet. Prägnant sind in der Nase primär die Töne von Arrak und Jamaicarum, eine solide Frische zeichnet den Banks aus.

Der Kontrahent aus dem Hause Pierre Ferrand ist der neu auf dem Markt erhältliche Plantation Three Stars. Ähnlich wie Banks 5 Island trägt auch er die Reminiszenz an seine Herkunftsinseln im Namen, drei Sterne sollen es richten: Jamaica, Barbados und Trinidad. Also drei Inseln, deren Destillen auch ihren Teil zum Banks beisteuern. Auch ist die Flasche im selben Maß detailverliebt und ansprechend gestaltet – die anbrandenden Wellen nachempfundenen Pferdeköpfe, die im Logo des Banks zu sehen sind, vermisse ich beim Plantation allerdings nicht… Die Nase des Three Stars zeigt schon den Unterschied der Stile an – fülliger, gewichtiger, weniger frisch und spitz als der Banks – aber nicht weniger spannend oder angenehm.
Es soll an dieser Stelle allerdings primär um die Verkostungen im Drink gehen, da ein warmes Glas weißen Rums eine doch seltene Order ist und vermutlich bleiben wird. Drinks der Wahl waren drei der tendenziell am häufigsten bestellten Drinks mit weißem Rum: Daiquiri, Mojito, Cuba Libre. Zusammen mit Trinklaune-Gastblogger Daniel Klingenbrunn haben wir die Drinks mit beiden Rums verglichen – hier nun unsere Resultate!

Daiquiri
6 cl Rum
3 cl Limette
2 cl Zucker

Plantation Three Stars:
Rund, körperreich, füllig, stimmig und aromatisch. Ein durchaus reichhaltiger, sehr guter Daiquiri – irgendwie gemütlich! Mit 7 cl Rum sicher noch etwas präsenter.

Banks 5 Island:
Im Vergleich frischer, stringenter, grüner und energiereicher. Dabei schlanker, präsenter und spitzer. Jamaica und der Arrak bilden eindeutig die Speerspitze. Dieser Daiquiri ist etwas rumbetonter.

Ich konnte keinen Favoriten finden. Zwei hervorragende Daiquiris mit sehr unterschiedlichen Stilen. Wer die reine, pure Frische sucht, wird mit Banks glücklich. Wer sich mehr Körper und ein runderes Gesamtbild wünscht, wählt den Plantation.

Mojito
6 cl Rum
3 cl Limette
2 cl Zucker
Minze
Soda

Plantation Three Stars:
Ein guter Mojito! Und ein ähnliches Bild wie auch beim Daiquiri, ein etwas fülligerer Drink, der trotzdem erfrischend bleibt. Gefährlich trinkbar, das Glas war sehr schnell geleert…

Banks 5 Island:
Hier spielt der Banks seine volle Stärke aus. Dieser Mojito strotzt vor Frische – und diese zeichnet einen Mojito meines Erachtens aus. Allerdings etwas weniger süffig.

Der Banks-Mojito hat für Daniel und für mich hier knapp die Nase vorn. Der Unterschied in den Stilen ist zu diesem Zeitpunkt schon deutlich geworden. Auf zum letzten Drink!

Cuba Libre
5 cl Rum
1/2 Limette
Cola nach Geschmack, in unserem Fall ca. 12 cl

Plantation Three Stars:
Eine ganz ganz runde Sache. Ein herrlich austarierter Cuba Libre. Austrinken, nachschenken. Sofort. Danke.

Banks 5 Island:
Auch ein guter Cuba Libre. Aber hier fügt sich die Frische weniger gut ein.

Das kleine Stück Vorsprung, dass sich der Banks bei der Mojito-Disziplin erarbeitet hat, wird nun aufgeholt. Wie salomonisch… In total für mich zwei der besten weißen Melasse-Rums auf dem Markt – die man gut beide im Backboard oder in der Hausbar stehen haben kann, da sie sich doch stark voneinander unterscheiden. Der kristallklare, sehr frische Banks auf der einen sowie der entspanntere, rundere und gemütlichere Plantation auf der anderen Seite. Zwei Rums – zwei Empfehlungen. Obwohl man den Preisunterschied (Plantation: 15,00 – 20,00 €; Banks: ca. 33,00 €) schon bedenken muss. 33,00 € sind meines Erachtens eine ziemlich sportliche Ansage für einen weißen Rum – mit wieviel Aufwand er auch hergestellt wurde. Im Preis/Genussverhältnis heißt der Sieger für mich daher eindeutig: Three Stars.

Torben Bornhöft

Torben Bornhöft beschäftigt sich seit 2004 leidenschaftlich mit Themen rund um Bar, Cocktails und Genuss. Nachhaltig geprägt durch fünf Jahre im Hamburger Le Lion und der Likörproduktion mit Forgotten Flavours liegt Torbens Fokus hier mittlerweile auf den Themen Champagner, Infusionen und Twists auf Klassiker.

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