Pina Colada Old Fashioned

Piña Colada-Safari 2012: Teil 4 – Piña Colada Old Fashioned

Der Winter ist da, kräftig-aromatische Drinks für die Zeit vor dem Kamin haben die fruchtig-leichten Spaßmacher längst abgelöst. Es ist die Zeit für gereifte Spirituosen, schwere Sherrys, Whisky und Wermut. Wie sieht die Piña Colada für den Winter aus? Definitiv konzentriert habe ich mir das Ergebnis gewünscht, trotzdem mit dem erkennbaren Grundgedanken als solide Basis.
Nach einigem Ausprobieren ist mein Rezept nun fertig geworden. Es muss wieder fleißig infusioniert werden – aber der Piña Colada Old Fashioned ist die Mühe wert – finde ich.

Zum Rezept:
6 cl Atlantico Reserva, infusioniert mit dehydrierten Ananasrädern
Tropfen Invertzuckersirup / Gomme
Kokos-Eis

Um dem süßlich-feinen Atlantico Reserva seinen Charakter zu lassen und trotzdem eine dezente Fruchtigkeit in den Rum zu bekommen, habe ich mich gegen eine ‘normale’ Infusion mit Fruchtstücken im Rum entschieden. Stattdessen habe ich die reife Ananas hauchdünn aufgeschnitten und im Backofen getrocknet, mit leicht geöffneter Klappe (Kochlöffel einklemmen) bei ca. 90 ° C über 2,5 – 3 Stunden. Das Ergebnis sind knusprige Ananasräder, vollkommen dehydriert, süßlich und außerordentlich aromatisch. Die Infusion bestand dann aus 300 ml Atlantico Reserva und sieben Ananasrädern (ca. 13 gr.), die über einen knappen Monat im Rum eingelegt werden. Das Ergebnis bleibt eindeutig rumlastig – die Ananas taucht als subtiles Hintergrund-Aroma auf, das sich wunderbar in die seidige Struktur des Atlantico einfügt.

Der Rest des Drinks bleibt simpel. Mit einem Hauch Invertzuckersirup oder Gomme wird eine geschmeidige Süße hinzugefügt. Die Bitters werden durch eine Kokosessenz ersetzt, ganz simpel hergestellt (auf 10 cl weißen Rum 2 gehäufte Esslöffel Kokosflocken geben und ziehen lassen. In meinem Fall solang wie der Ananas-Rum – eine kürzere Zeit tut es jedoch auch). Diese Essenz wiederum findet ihren Weg in großzügigen dashes in Eiswürfel, auf denen der Drink final serviert wird. So erhält man mit dem langsamen Schmelzen der Eiswürfel Stück für Stück mehr Kokosaroma im Drink.

Der Drink ist von der Ananas-Frucht klar dominiert, aber auch die Röstaromen der getrockneten Ananas sind deutlich zu erkennen. Über eine schonendere Trocknung kann man diese vermeiden, wenn man möchte. Durch das langsam schmelzende Kokos-Eis changieren die Geschmäcker mit jedem Schluck, was dem Drink eine gewissen Spannung erhält.

Mit diesem letzten Teil geht die Safari 2012 zu Ende. Hoffentlich hattet ihr etwas Freude beim Lesen – 2013 wird es wieder einen Drink geben, dem ich mich den Jahreszeiten entsprechend in einer weiteren Safari widmen möchte.

Damit verabschiedet sich die Trinklaune in die Weihnachtstage. Wir wünschen all unseren Lesern entspannte, besinnliche und genussreiche Feiertage. Erholt euch schonmal für das anstehende Champagnermassaker an Silvester… ;)

Torben Bornhöft

Torben Bornhöft beschäftigt sich seit 2004 leidenschaftlich mit Themen rund um Bar, Cocktails und Genuss. Nachhaltig geprägt durch fünf Jahre im Hamburger Le Lion und der Likörproduktion mit Forgotten Flavours liegt Torbens Fokus hier mittlerweile auf den Themen Champagner, Infusionen und Twists auf Klassiker.

© LianeM - Fotolia.com
Kracher - Beerenauslese 2006

Einen Kommentar schreiben