Drinks mit Kurkuma-Gin – Gimlet und Silver Gin Fizz

Die frische Kurkuma-Wurzel, die mir ein Freund vor einiger Zeit mitbrachte, schrie nur so danach, in einem Drink verarbeitet zu werden. Kennt man Kurkuma im Regelfall in Pulverform und oft auch eher in Curry-Mischungen, bekommt man die ingerwähnliche Wurzel der Pflanze mitunter auch frisch. Das Aroma unterscheidet sich erheblich. Würzig, leicht scharf und aromatisch schmeckt das frisch aufgeschnittene Rhizom – zu verarbeiten ist es unbedingt mit Küchenhandschuhen. Kurkuma färbt massiv und die gelbe Farbe hält sich über Tage auf der Haut.

Aufgrund des komplexen, aromatisch-trockenen Geschmacks erschien mir eine Kombination mit Gin naheliegend – eine Infusion mit Beefeater (47 %) war schnell angesetzt – auf 300 ml Gin die Menge Kurkuma, die ihr auf dem Foto seht.

Nach zwei Tagen (großartige Farbe!) habe ich die Infusion abgeseiht und erste Drinkversuche gestartet. Als erfolgreich erwiesen sich insbesondere der Gimlet, der von der zusätzlichen würzigen Dimension profitiert, als auch der Silver Gin Fizz, dessen Textur die Kurkuma-Aromatik herrlich zu transportieren vermag.

Der Kurkuma-Gimlet (6 cl Gin, 2 cl Lime Cordial, 1 BL Limette) wirkt im Vergleich mit einem normalen Gimlet nach der gleichen Rezeptur ein wenig fülliger und würziger, etwas körperreicher – jedoch bei gleicher Trockenheit. Eindeutig ein Gimlet – fein-würzig abgerundet durch den Kurkuma-Ton.

Der Silver Gin Fizz braucht eine gute Portion vom Kurkuma-Gin (7 – 3 – 2 hat funktioniert), da sich dessen Aromatik gegen mehr Widersacher durchsetzen muss. Die Infusion erscheint hier gut eingebettet und etwas weniger auffällig als beim Gimlet, der dem Gin mehr Raum lässt. Das Eiweiß vermag die Würze jedoch gut zu transportieren.

Torben Bornhöft

Torben Bornhöft beschäftigt sich seit 2004 leidenschaftlich mit Themen rund um Bar, Cocktails und Genuss. Nachhaltig geprägt durch fünf Jahre im Hamburger Le Lion und der Likörproduktion mit Forgotten Flavours liegt Torbens Fokus hier mittlerweile auf den Themen Champagner, Infusionen und Twists auf Klassiker.

4 Kommentare

  1. Jan

    Ich wusste bis eben nicht, dass Kukuma aus einer Wurzel „hergestellt“ wird. Die Kombination klingt interessant und lecker. Muss ich und werde ich probieren. Nur wüsste ich nicht, wo ich die hier bekommen soll. Aber in Asia-Märkten wird`s die sicher geben!

  2. Torben Bornhöft

    In Hamburg bekommt man Kurkuma auf guten Märkten! Viel Spaß und Erfolg 😉

  3. Lustig, ich hatte ’ne ähnliche Idee neulich. Hab mit Kurkuma ’nen Sirup aufgekocht, und damit ’nen Fizz gemacht. (Siehe: http://www.aequivinius.ch/indianfizz).

    Aus Erfahrung würd ich jedem raten, der mit Kurkuma spielt, Handschuhe anzuziehen. Die Hände sehen sonst aus, als würde man täglich zwei Schachteln rauchen =)

  4. Torben Bornhöft

    Kurkuma, Gin und die Drink-Idee Fizz scheinen sich förmlich aufzudrängen… 😉

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