Tonic Tasting 2013 – Teil I

Über das neue Flaschendesign des 1724 hinaus hat sich seit dem letzten Tonic Test auf dem Markt einiges getan. Höchste Zeit, diese Neuerungen etwas intensiver zu betrachten.

Die vielen neuen Marken, die in zwei Jahren seit dem letzten Tasting aufgetaucht sind, deuten schon an, dass immer mehr Produzenten ein Stück vom Kuchen des Bitterlimonadengeschäfts ab haben wollen.

Wie schon Anfang 2011 festgestellt, ist es wirklich keine große Freude, mehrere Tonic Water nacheinander pur zu probieren. Daher habe ich mir fachkundige Unterstützung gesucht und in den Herren Benjamin Braun, Oliver Pawlowski (beide Good Old Days Bar, Hamburg) und Andreas Freitag (Nord Event) gefunden. Die Meinungen waren einhellig, es gab keine differenten Bewertungen.

Britvic machte eine sehr gute Figur, obwohl es etwas zu dünn wirkte und ein wenig Kohlensäure fehlte.  Auch das Aqua Monaco könnte etwas mehr Aromatik vertragen, insbesondere mangelte es uns an den für ein Tonic essentiellen Bitterstoffen. Gents gefiel – Tolle Zitrusnase, Bitternoten, die nicht von Chinin sondern von einer Tinktur aus Enzianwurzeln (Gentiana lutea) stammen. Aber am Gaumen ebenfalls einen Tick zu dünn und etwas mehr Kohlensäure wäre auch wünschenswert.  Wir kamen überein, dass nur das Fever Tree Mediterranean Tonic pur vollständig gefallen konnte. Floral, aromatisch, sanfte Süsse, gute Kohlensäure – schlicht lecker. Le Roc konnte leider gar nicht überzeugen.

Nach diesem Abend in der God Old Days Bar erhielt noch zwei weitere Tonics, die ich nun allein verkostete. Diese Nachzügler waren das Fentimans Light Tonic und das brandneue Goldberg Tonic.

Das Goldberg hat mir pur sehr gut gefallen! Einen Tick weniger aromatisch als das Fever Tree Mediterranean Tonic, dezente Süße, gute Kohlensäure. Das Fentimans Light Tonic Water, das Herr Meyer bereits kurz vorgestellt hatte, hat ordentlich Kohlensäure, kaum Süße und eine gute Bitterkeit, macht aber dennoch pur eher keine besondere Freude. Und damit kommen wir zur eigentlichen Feststellung, die wir in unserem Tonic-Tasting 2011 sträflich vernachlässigten: Kein Mensch trinkt Tonic pur.

Daher erhalten alle Tonics eine zweite Chance und dürfen sich im Gin&Tonic beweisen. Mehr dazu im zweiten Teil!

 

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

Schneider Weisse - Meine Sommer Weisse

3 Kommentare

  1. Hallo Oliver,
    toller Test – wo bleibt der zweite Teil?? ^^
    Wir haben vor kurzem ebenfalls ein Tonic Water Test gemacht – vielleicht schaust du mal vorbei wir haben das ganze mit fast 50 Tonics auf die Spitze getrieben.
    http://www.drinkoo.de/tonic-water/
    Über eine Verlinkung würden wir uns sehr freuen.
    Beste Grüße,
    Ludwig

  2. Oliver Steffens

    Hallo Ludwig,

    den zweiten Teil findest Du hier:
    http://trinklaune.de/2013/06/09/tonic-tasting-2013-teil-ii/

    50 Tonics getestet? Das muss harte Arbeit gewesen sein! Ihr habt aber nur pur verkostet, oder?

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