Der beste Bourbon der Welt? – Elijah Craig Barrel Proof vs. Four Roses Small Batch Limited Edition 2012

Ein Duell zwischen zwei Whiskey-Schwergewichten,  wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und zwei Connaisseuren, die das Zanken nicht lassen können: Daniel und Torben trinken und bewerten Elijah Craig Barrel Proof vs. Four Roses Smal Batch Limited Edition 2012.

Elijah Craig Barrel Proof  das neue Flaggschiff von Heaven Hill ist in ganz, ganz kleinen Mengen auch in Deutschland verfügbar. Zwölf Jahre alter Bourbon, hier mit 67,1% Prozent (Batch #001) – das gleiche Material wie der „normale“ Elijah Craig. Ausgesucht sind aber spezielle Fässer, die wohl aus der obersten Schicht der umklimatisierten Warenlager stammen – nur dort ist es so heiß und trocken, dass mehr Wasser als Alkohol verdunstet und der Bourbon fast schwarz wird.

Daniel glaubt, dass dieser Bourbon sein persönlicher Favorit ist:
„Weihnacht, Weihnacht! Ein süßer Whiskey, der trotz seiner 67,1% pur genossen werden kann und sollte. Aromen von Vanille, Spekulatius und Zimt. Ein wenig frisches Keksgebäck. Ein herausragendes Produkt. Ein Extremist, der den Begriff Bourbon ganz neu definiert. Ein Abgang mit ganz viel Fass und Süße – ein Bourbon fürs Dessert“

Torben ist nicht ganz so sehr begeistert. „Schon nah dran an Rum. Dunkel, süß, Rosinen, Kakao… Viel vom Bourbon ist nicht mehr zu schmecken. Eher eindimensional, das aber mit Wucht! Etwas plakativ im Aroma. Macht sicher einen fantastischen Boston Sour, 8-3-2… Trotz der Stärke ölig und außerordentlich gut zu trinken. „

Torben gefällt der Four Roses besser: „Ein extrem gut komponierter Bourbon. Trocken, Holz im richtigen Maß da. Sättigt nicht, lässt sich sehr gut trinken, außerordentlich facettenreich. Feine Fruchtigkeit, klare Kante, Alkohol genau passend. Sehr viele Aromen, aber gut aneinandergefügt. Meines Erachtens Weltklass – hat alles. Gute Kraft, genau richtiger Holzeinsatz – ein Gentleman, der immer angenehm ist, den Bogen aber nie überspannt.“

Daniel wiederum ist sich sicher: „Ein toller Bourbon, der Four Roses. Aber keiner, der im Gedächtnis haften bleiben wird. Das Aroma prägt den Gaumen nicht.“

Der beste Bourbon der Welt? Schwierig. Zu unterschiedlich sind die beiden Kontrahenten. Weltklasse sind beide Whiskeys. Elijah Craig ist mit dem Produkt ein echter Clou gelungen. Four Roses bleibt eine sichere Bank für  herausragende Whiskeys.

 

Daniel Klingenbrunn

Beruflich wandelt er auf David A. Emburys Spuren. Dessen Sour-Verhältnis von 8:2:1 irritiert ihn jedoch immer noch. Seine Aufmerksamkeit gilt American Whiskey, Tequila, Mezcal und allerlei Nischenspirituosen, aber auch Rezepten jenseits der Standards.

1 Kommentar

  1. Toller Bericht und vor allem, das hier zwei Personen mit unterschiedlichen Meinungen zu Worte kommen (dargestellt werden).
    Meine Meinung ist es, dass man Produkte für sich erfahren muss und nicht mit anderen vergleichen sollte. Darin liegen doch die Unterschiede als auch die eigen Individualität. Fazit: Es ist nicht besser oder schlechter, es ist anders!

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