Das große Wermut-Tasting – Dry Vermouths (Teil I von III)

Mitte November versammelten sich einige Connaisseure, Bartender und Gastronomen in der Good Old Days Dance Bar, um eine unerhörte Menge Wermut zu verkosten.

Insgesamt 39 Wermuts sollten verkostet werden. Dry, Bianco, Rose und Rot. Heute soll es nur um die erste Gruppe gehen. Die trockenen Wermuts. Zu vergeben waren max. 10 Punkte, wobei nicht alle Probanden alle Weine verkosteten.

Noch ein Hinweis zum Belsazar: Hier wurden uns nur die “bisherigen” Kompositionen geliefert. Daher haben wir hier auch kein Label-Bild. Die Hersteller sind noch in der Findungsphase und unser Feedback wird in den Entwicklungsprozess eingehen. Daher können sich unsere Eindrücke noch von denen des fertigen Produkts unterscheiden.

Belsazar Dry verhältnismäßig süß, frisch fruchtig und wenig kräutrig (6,33)
Burschik Dry   frisch, fruchtig, süß, bitter im Abgang, elegante Kräuternoten und Kräuterbonbon, gleicht einem Pinot Grigio (6,17)
Dolin Dry Runder als der Noilly Prat, aber ähnlicher Stil, sehr trocken, leichter, eleganter spielerischer Stil mit dominanten Zitrusnoten (7,83)
Gancia Dry   schwach, bitter im Abgang, zitronig, vanillig (4,00)
La Quintinye Vermouth Royal Dry   warm, kräutrig und Hustenbonbon, frischer Salbei sticht hervor, von manchem mit zu dominanter Säure gesehen (6,00)
Mancino Dry traubig, süßlich, flach im Geschmack und wenig überzeugend (4,67)
Noilly Prat trocken und bitter im Abgang, eleganter Stil, von vielen als Maßstab genommen (7,33)
Riserva Carlo Alberto Dry vielschichtig, dominant kräutrig (Estragon, Thymian), orangig, weihnachtlich (Zimt-Nelke), sehr außergewöhnlicher, weihnachtlicher Stil (6,40)
Vya Extra Dry Nase sehr angenehm, Kardamom, Koriander, bitter und trocken im Abgang, sehr pfirsichig-weinig (6,20)

Das Ergebnis geht hier eindeutig zugunsten der alten Platzhirsche Dolin und Noilly Prat aus, wobei der Dolin sogar leicht vor dem Noilly Prat liegt. Extrem polarisierend ist der Riserva Carlo Alberto, der stark auf der Kräuterseite ist. Überraschend schwach schließt der Mancino ab, der mit 20-25€ auch in der Premium-Liga mitspielen möchte.  Die Dominanz der Klassiker hängt mittlerweile wohl auch mit einem gewissen Gewöhnungsgrad gegenüber einem sehr trockenen, klaren Geschmacksprofil zusammen.

Es gilt unser Disclaimer: Wir schreiben nur über das, was wir mögen! Trinklaune.de hat für die Verkostung Produktproben erhalten. Daran geknüpft war weder die Verpflichtung zur Berichterstattung noch eine Einflussnahme auf den Inhalt des Artikels.

Daniel Klingenbrunn

Beruflich wandelt er auf David A. Emburys Spuren. Dessen Sour-Verhältnis von 8:2:1 irritiert ihn jedoch immer noch. Seine Aufmerksamkeit gilt American Whiskey, Tequila, Mezcal und allerlei Nischenspirituosen, aber auch Rezepten jenseits der Standards.

4 Kommentare

  1. TeeZ

    Intressanter Test aber mir fehlt irgendwie der vergleich zu bekannten Wermuth Produkten die es auch im super markt gibt z.B. Martini bzw Cinzano…..

    und den ungefähren Flaschenpreis wäre auch ganz net wenn es den in der tabelle gäbe 😀

    Und dann noch wie getestet wurde??? Ich nehme mal an pur bzw auf Eis?

  2. Hallo TeeZ,

    wir haben uns verständigt gehabt, Cinzano und Martini nicht mit aufzunehmen. Der Grund dafür war, dass das Tasting auf höherwertige Produkte ausgerichtet war und der Erkenntniswert von Cinzano und Martini (der Gran Lusso ist getestet worden)dafür gering war.

    Es wurde pur getestet. Die Flaschenpreise haben wir nicht hinzugefügt, da sie sich entweder mit einer Google-Suche finden lassen, oder wie z.B. bei Belsazar oder Quintinye noch nicht feststehen.

    Viele Grüße
    Daniel

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