Sipsmith V.J.O.P.

Imagining the botanicals as components in an orchestra, here we have taken the lead instrument, juniper, and amplified its presence in the ensemble, and then raised the decibels by increasing the proof alcohol. The result is our very own symphony in ‚J‘ major.

http://www.sipsmith.com/vjop-gin

 

Marketing-Formulierungen finden eigentlich nicht den Weg auf Trinklaune – und schon gar nicht per copy&paste, wie das obige Zitat. In diesem speziellen Fall trifft die Aussage aber den Nagel auf den Kopf. Und zeichnet ausserdem ein wirklich schönes Bild.

Very Junipery Over Proof, kurz: VJOP, beschreibt sehr präzise den neuen Sipsmith Gin: Hochwacholdrig und hochprozentig. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung des Rezeptes für den regulären Sipsmith Gin. Für die Herstellung wurden 75% mehr Wacholderbeeren verwendet und der Gin mit 57,7 Volumenprozent statt 41,6 abgefüllt.

Testreihe

Zunächst habe ich den Sipsmith VJOP im Gin&Tonic probiert. Das muss ja geradezu eine Paradedisziplin für diesen sehr wacholdrigen Gin sein.

Mit Fentimans
Kräftige Wacholdernote, sehr dezente Bitterkeit, ziemlich trocken, würzig, fordernd. Eher anstrengend.

Mit 1724
Etwas floraler als mit Fentimans, aber immer noch sehr wacholderlastig. Sanfte Süsse, weniger bitter. Gefällt!

Mit Gent’s
Was soll ich sagen? Kräftige Wacholdernote, dezente, perfekte Süsse, würzig, ein idealtypischer G&T.

Mit Thomas Henry
Lecker, aber ein wenig glattgebügelt. Der Wacholder springt einen nicht mehr so an. Nicht so spannend wie die anderen Kombinationen.

Mit Goldberg
Guter Gin&Tonic, es bleibt die Würzigkeit, aber bei weitem nicht so gut wie mit Gents

Mit Fever Tree
Die Protagonisten stehlen sich gegenseitig die Show. Ebenfalls ein guter Gin&Tonic, aber nicht der große Wurf.

Sipsmith Vjop

Nächster Vergleich: Als Negroni. In zwei Varianten: Einmal mit Carpano Antica Formula und Martini Gran Lusso.

In beiden Drinks beeinflusst der VJOP ganz massiv das Aroma. Wacholderbombe! Mit dem Martini Gran Lusso gefällt mir der Drink einen Tick besser. Würziger, gradliniger. Weniger süss und damit weniger verspielt als mit dem Carpano Antica Formula. Geht nach vorne, kein Kuschel-Negroni! Das ist kein Wunder bei dem Alkoholgehalt, ebenso nicht die Tatsache, dass der Sipsmith VJOP im Drink deutlich präsent bleibt und sich nicht verdrängen läßt. Aber gerade das gefällt mir ja…

Fazit: Der Sipsmith VJOP macht dank seiner ungewöhnlich stark ausgeprägten Wacholdrigkeit wunderbare Gin&Tonics und Drinks. Für mich hat dieser Gin einen ungeheuren Mehrwert und hat einen Stammplatz in meinem Spirituosenregal gefunden.

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

Etikett Absinthe Fusion

1 Kommentar

  1. TeeZ

    Interressant währe der Test noch mit Schweppes ^^

    evt. beim nächten mal nachreichen solang noch was von der Flasche da ist ;-).

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