Trinklaune & Stockholm Espresso Club – 28 Kaffeeliköre

Der Stockholm Espresso Club in Hamburgs Stadtteil Winterhude ist wohl eine der ambitioniertesten Adressen für guten Kaffee in Hamburg. Umso erfreuter waren wir, dass wir uns dort gemeinsam trafen, um die Cocktail- und die Kaffeewelt zusammenzubringen.

Ben & David vom Stockholm Espresso Club

Ben & David vom Stockholm Espresso Club

In einer typisch trinklaunigen wahnwitzigen Aktion haben wir 28 Kaffeeliköre zusammengetragen, die wir gemeinsam auf Herz und Nieren geprüft haben. Es ist egal, welchen Kaffeelikör man besitzt? Ist doch eh alles süße Brühe? Mitnichten! Spannend auch, dass uns die Kaffee-Experten aus dem Stockholm Espresso Club mehr zur zugrundeliegenden Kaffeequalität sagen konnten.

28 Kaffeeliköre (ein kleiner Ausschnitt)

28 Kaffeeliköre (ein kleiner Ausschnitt)

Arehucas Licor de Cafe Aruba Rum-Kaffeelikör, 24% Rum-Note, aber auch viel Klebstoff in der Nase, sprittig
Tosolini Exprèss Espressolikör, 28% Polarisierend, aber intensive Kaffeenoten – zu heftige Röstaromen?
Borghetti Espressolikör, 25% Übertrieben heftige Röstaromen, kein hochwertiger Kaffee
Boudier Creme de Café Espressolikör, 21% Überzeugend, Süße gut ins Kaffeearoma eingebunden, guter Neutral-Kaffeelikör, Kauftipp
Bussoni Sambuca & Cafe Anis-Kaffeelikör, 35% ungewöhnlich, Anis + Kaffee, was für Anisliebhaber
Café Bohemé Sahne-Kaffeelikör, 16% Totalausfall, Butansäure-Alarm
Callard Liqueur de Cafe Kaffeelikör, 25% pelzig, lakritzig, äußerst ungewöhnlich
Cartron Café Kaffeelikör, 25% Sehr süß, Kaffeegeschmack versteckt sich, naja.
Corralejo Diezmo Café Tequila-Kaffeelikör, 35% Tequila + sehr süß, medium light boded Kaffee
De Kuyper Crème de Café Kaffeelikör, 24% süß und dünn, neutral
Gala Caffé Grappa/Brandy/Whisky-Espressolikör, 30% bitter, süß, Totalausfall
Giffard Café Kaffeelikör, 25% eher neutral und süß, aber karamellig
Heering Coffee Liqueur Rum-Kaffeelikör, 35% komplexe Kaffeenoten, medium body, schokoladig, tolle Kaffeequalität, Kauftipp
Illyquore Kaffeelikör, 28% deutliche Kaffeenote, karamellig, Illy Kaffee ist deutlich herauszuschmecken
Kahlúa Kaffeelikör, 20% ganz in Ordnung, besser als sein Ruf, aber dünn
Keuck Mokka Kaffeelikör, 22% Kosakenkaffee für Arme, bitter und brühig
Kosakenkaffee Kaffeelikör, 26% sehr scharf alkoholisch, sehr süß, schlechte Kaffeequalität
Luxardo Espresso Espressolikör, 27% alkoholisch, sehr süß, gute Kaffeequalität, polarisierend
Martin Codax Licor Café de Galicia Trester-Kaffeelikör, 30% schräg, wenig süß, aber tolle Balance, außergewöhnlich
Marzadro Crema Alpina Caffé Sahne-Kaffeelikör, 17% Üble Nummer, noch ekliger als der Cafe Boheme.
Nuevas Rias Likör de Cafe Brandy-Kaffeelikör, 26% Schoko, Cafe, fruchtig, spannend und trotzdem noch ein Kaffeelikör, unser Testsieger
Patron XO Cafe Tequila-Kaffeelikör, 35% Gute Kaffeequalität, Karamel, Rösttöne und Tequila, Kauftipp
Sambuca Cafe Casoni Anis-Kaffeelikör, 33% erneut Kaffee und Anis, aber kein Muss
St Aubin Pot Still Rum Coffee Rhum-Kaffeelikör, 40% Idee gut, aber Agricole nicht gut eingebaut, steigt arg in die Nase, scharf
Suave Liqueur Káva Kaffeelikör, 25% nicht zu süß, komplex aber brutal-dominante Schwefelnote
Tia Maria Rum-Kaffeelikör, 20% nur süß, kaum Kaffeearoma.
Van Lösecke Mocca Kaffeelikör, 22% dünn, süß, ausdruckslos
Zuidam Crème de Café Cognac-Kaffeelikör, 24% eigentlich eher ein Schokolikör, kein guter Kaffee, sehr süß

Das war ein hartes Stück Arbeit!! Sortiert man die Ergebnisse, dann kommt man zu einigen Überraschungen. Die besten Produkte stammen nicht von den großen Likörproduzenten. Hier kommt es wohl eher auf ein vollständiges Portfolio an als auf einen besonders guten Likör. Ausnahmen sind Boudier und Heering, deren Produkte überzeugen. Positiv überrascht haben uns die Liköre, die keine Neutralspirit-Basis haben und von Spirituosenproduzenten stammen. Patron XO, Nuevas Rias, und Martin Codax. Auch Kahlua ist gar nicht so schlecht wie sein Ruf, nur sind die 20% hier schmerzlich wenig. Die alte Version mit 26,5% (erkennbar an dem schlafenden Mexikaner auf dem Label) wird besser gewesen sein. Aber vollständig überzeugt hat uns kein Produkt. Unsere Konsequenz? Dazu mehr in wenigen Tagen.

Daniel Klingenbrunn

Beruflich wandelt er auf David A. Emburys Spuren. Dessen Sour-Verhältnis von 8:2:1 irritiert ihn jedoch immer noch. Seine Aufmerksamkeit gilt American Whiskey, Tequila, Mezcal und allerlei Nischenspirituosen, aber auch Rezepten jenseits der Standards.

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