The Chug Club – Aus Spaß an der Freude!

Warum gehen Menschen in Bars?
Um zu kommunizieren. Um sich die Zeit zu vertreiben. Um schmackhafte Cocktails zu trinken. Um Menschen kennenzulernen. Um sich treiben zu lassen. Aber am Ende des Tages ganz simpel, um Spaß zu haben, glaube ich.
Bei der massiven Seriosität, die in den letzten Jahren über die Bars samt Hausregeln, unerwünschten Getränken oder No-Standing-Policy hinweggezogen ist, ist der Spaß manchmal auf der Strecke geblieben. Erstickt vom Doorman mit Kopfhörer oder dem Verbot, Frauen anzusprechen. Oder von den vielen Gesprächen über kristallklares Eis oder den neuen Rye aus Hastenichgesehen.

The Chug Club

The Chug Club

Meine ehemalige Le Lion-Kollegin Betty Kupsa hat vor einem Dreivierteljahr ihre eigene Bar auf dem Hamburger Kiez eröffnet – The Chug Club. Und hier ist er zurück, der Spaß in den Gläsern und an der Bar!
Bitte versteht mich nicht falsch: Im Chug Club bekommt man fantastisch gemixte Getränke auf höchstem handwerklichen Level! Aber dennoch hat Betty es mit ihrem Team geschafft, einen nonchalanten Platz zu schaffen, der einer klaren Idee folgt, ohne den Gast permanent mit seinem Konzept einzuengen. Wer Besonderes sucht, wird fündig werden. Wem einfach nach einer guten Zeit mit guten Drinks ist, ebenso.

Ist man das erste Mal im Chug Club,wird man sich vermutlich über die Größe der Gläser wundern. So klein? Aber doch zu groß für Shots? Das Hauskonzept lautet: Go chug yourself! Die Chugs sind kleine Cocktails zu vier Euro. Trotzdem ist jeder Drink frisch und individuell gemixt. Eine Herausforderung bei der Fülle, die am Samstagabend in der Regel herrscht. Zurück zum Chug: Am besten bestellt man direkt das Chug Menü. Fünf Chugs und ein herrliches, erfrischendes Bier bieten einen hervorragenden Einblick in die Art, wie hier getrunken wird. Der Chug des Tages ist auch dabei – er wechselt täglich. Als wir kürzlich da waren, war es ein Rosé mit Birds Weißbrand, Rotweinsirup, Zitrone und Soda mit einer gefrorenen Traube. Delikat!

Rosé

Rosé

Das Menü folgt einer Dramaturgie und endet beim Dessert. Vorher wird man aber sicherlich noch eine der köstlichen Margarita-Varianten ins Glas bekommen, denn der Fokus im Chug Club liegt klar auf Tequila. Absolut empfehlenswert: Santorita mit hausgemachtem Tequila mit schwarzem Pfeffer und Paprika. Viele der Infusionen werden Sous-Vide hergestellt, die geschmackliche Prägnanz ist beeindruckend. Hat man schon einige Chugs genossen, kommt das Bier zum Abkühlen genau richtig. Ratsherrn Zwickel – herrlich. Und wer etwas zur Stärkung braucht, bestellt Tortillas oder Nüsse. Ganz easy und entspannt. Oder man versucht sich an den „Drinks to eat“. Ein gelierter Cosmopolitan (1930er-Version, klar) oder eine fantastisch schaumige Piña Colada mit einer soliden Menge Rum.

Hat man dem Chug ausreichend gehuldigt, möchte aber die herrliche Stimmung der dunklen, mexikanisch angehauchten Bar noch etwas genießen, sollte man auf gar keinen Fall den Cressberry verpassen: Birnensaft, Kresse-Tequila, Agavendicksaft und Limette, getoppt mit frischer Kresse und Erdbeerpüree. Ein großartiger Drink, erfrischend, aromatisch und abseits der ausgetretenen Pfade.

Cressberry

Cressberry

Apopos. Oben ging es um Tequila. Geht zu Betty und lasst sie machen. Wir haben dort einen ultimativen Tequila getrunken: Ocho Single Barrel Añejo. Kräftig (54,5 % Vol.), kräutrig, samtig, charakterstark. Phänomenal.

Viel habe ich über die köstlichen Drinks im Chug Club geschrieben. Ganz klar, das unverkrampfte Konzept, das zum Probieren und Genießen einlädt, ist eine absolute Stärke der Bar. Doch ohne Betty als Gastgeberin wäre sie nicht vorstellbar. Betty ist geballte Lebensfreude und die Seele ihrer Bar. Mit Begeisterung weiß sie Gäste zusammenzubringen, Geschichten zu erzählen und Getränke zuzubereiten. Aber vor allem atmet sie jede Sekunde die Liebe zu ihrem Beruf, zur Passion. Und sorgt darum dafür, dass Hamburg einen weiteren ganz besonderen Platz hat, an dem mit Freude getrunken, genossen und gelebt wird!

Betty Kupsa

Betty Kupsa

Torben Bornhöft

Torben Bornhöft beschäftigt sich seit 2004 leidenschaftlich mit Themen rund um Bar, Cocktails und Genuss. Nachhaltig geprägt durch fünf Jahre im Hamburger Le Lion und der Likörproduktion mit Forgotten Flavours liegt Torbens Fokus hier mittlerweile auf den Themen Champagner, Infusionen und Twists auf Klassiker.

Blick vom Hotelzimmer auf die Hohe Tatra

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