Yet another Gin – Brockmans Gin

Ein Beerenmeer. Riecht man in ein Glas Brockmans Gin, versinkt man unwillkürlich in einer Wolke aus Blaubeeren, Erdbeeren und Brombeeren.  Und dies in einer Fülle, wie sie eher bei einem Likör zu erwarten wäre. Lockt da etwas Mutters rote Grütze? Am Gaumen gesellen sich Koriander und Wacholder dazu, die Blaubeernote aber prägt weiter den Geschmack. Viel Power für 40%. Insgesamt 10 Botanicals werden verarbeitet: Neben den erwähnten Blau- und Brombeeren, Koriander und Wacholder sind dies Mandeln, Angelikawurzel, Cassiarinde, Süßholz, Orangenschale und Iriswurzel. Aber ist das noch New Western Dry Gin? Oder sprengt das schon die Kategorie? Frei nach Shakespeare: O Wacholder, O Wacholder wherefore art thou, Wacholder? In jedem Fall erklärt es den Vorschlag, den Gin pur auf Eis zu genießen. Das kann man nämlich ohne Zweifel.

Brockmans Gin

Brockmans Gin wird seit 2008 in der G&J Greenall Distillery hergestellt. Wenn man bedenkt, dass Monkey 47 erst 2010 auf den Markt kam, so zeigt dies doch einen erstaunlichen Experimentierwillen der Gründer, einen Gin am Rande eines Obstbrandes bzw. aromatisiertem Wodka auf den Markt zu bringen. Auch das Design widersteht dem „Hauptsache-Vintage“ Charme vieler moderner Gins und kommt in einer club-tauglichen, markanten schwarzen Flasche daher.

Trotz allem: ein Produkt, das sich Gin nennt, muss im Gin Tonic überzeugen! Mit Fever Tree passiert, was passieren muss. Die fruchtigen Aromen bleiben im Vordergrund. Die leichte Süße macht daraus einen wundervollen Sundowner. Ein noch trockeneres Tonic mit stärkerer Kräuternote würde sicherlich noch besser funktionieren.

tikiwise

Beruflich wandelt er auf David A. Emburys Spuren. Dessen Sour-Verhältnis von 8:2:1 irritiert ihn jedoch immer noch. Seine Aufmerksamkeit gilt American Whiskey, Tequila, Mezcal und allerlei Nischenspirituosen, aber auch Rezepten jenseits der Standards.

Charles Heidsieck Brut Réserve

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