Deoch an Doruis Extra – Jura One for the Road

Willie Cochrane, Distillery Manager bei Jura, geht nach 39 Jahren in Pension. Für eine letzte Abfüllung zeichnet er noch persönlich, sein Abschiedswerk – Jura ‚One for the road‘. Und da meine Whisky-Serie, in der ich von März 2009 bis April 2011 in einhundert Artikeln alle damals aktiven Whisky-Destillen der britischen Inseln beschrieb, den gleichen Namen wie der Whisky trägt – nur in Gälisch – verlangt das geradezu nach einem Deoch an Doruis Extra.

Ende September hatte ich die Gelegenheit, den Mann und seinen letzten Whisky auf der Nordseeinsel Sylt kennenzulernen. Eine einmalige Szenerie für diesen Zweck. Die Anreise – stilecht in einem kleinen Defender-Konvoi – hatte sich mehr als gelohnt, wie die Bilder beweisen.

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Die Fahrt ging schnurstracks zur Buhne 16, einer Location, die für den heutigen Anlass, der Verkostung eines ganz besonderen Whiskys, nicht besser hätte gewählt werden können. Die letzten Sonnenstrahlen des Spätsommers, die Nordsee im Hintergrund,  gaben dem Jura One for the Road eine tolle Bühne.

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Jura erschien mir immer ein wenig als die Destille im Schatten von Dalmore. Beide Destillen gehören zu Whyte & Mackay, einer traditionsreichen schottischen Whisky-Company, die, nachdem sie sieben Jahre im Besitz der indischen United Breweries Group war, 2014 im einhundertsiebzigsten Jahr ihres Bestehens an die philippinische Firma Emperador verkauft wurde. Jura – die Insel – war mir immer bekannt, als die Insel, auf der knapp 200 Menschen und mehr als 5000 Rothirsche leben und Jura – der Whisky – war für mich in erster Linie der sechszehn Jahre alte Diurachs‘ Own.

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Beim neuen Whisky One for the Road, der letzten Abfüllung des scheidenden Destillery Managers Willie Cochrane, handelt es sich um einen 22jährigen Jura, der in Pinot Noir-Fässern gefinished wurde. Nur 5000 Flaschen sind davon weltweit erhältlich. Abgefüllt wird in Faßstärke, das ergibt aber nur noch 47 vol%. Im Glas findet sich ein würziger Whisky mit viel Ingwer, der aber auch mit feinen fruchtigen Noten aufwarten kann. Kaffee und Schokolade kann man erahnen. Den Abgang würde ich als mittellang bezeichnen. Definitiv ein Weihnachtswhisky – leider auch vom Preis her…

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Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

Teagroni
Revolte Colada

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