Perfect Martini

Der Perfect Martini und Monkey 47 Distiller’s Cut 2017

Ein neues Jahr hat begonnen. Das bringt bei vielen einen alkoholfreien Januar mit sich – da kann man sich gut orientieren, welche neuen Spirituosen man im Februar gern im Regal stehen haben möchte. Wir leisten dabei gern etwas Hilfestellung und rücken den Monkey 47 Distiller’s Cut 2017 ins Rampenlicht.

Wie jedes Jahr wird in einer kleinen Auflage ein Gin gebrannt, der dem klassischen Monkey-Rezept folgt, aber dieser wird um eine weitere Zutat ergänzt. 2015 war dies Bärwurz, 2016 Honig.
Dieses Jahr haben wir es mit einer Pflanze aus dem alpinen Raum zu tun, der Moschus-Schafgarbe, auch Iva genannt. Sie wächst in großen Höhen und wird in der Schweiz traditionell zu einem Kräuterbitter verarbeitet. Beste Voraussetzungen also, um in einem Gin zu landen!

Monkey 47 Distiller's Cut 2017

Monkey 47 Distiller’s Cut 2017

Nase:
Wie immer bei Monkey mit kraftvoller Frucht-Note zu Beginn, hier noch etwas angereichert um ätherische Noten und eine elegante Floralität. Eine sehr komplexe und vielschichtige Nase, die eindeutig und sofort als Monkey zu identifizieren ist. Riecht man etwas intensiver hinein, kommen Noten von getrockneten Kräutern und ein Spaziergang auf dem Heuboden hinzu.
Gaumen:
Initiale Kraft, die Fülle von Aromen kommt mit Wucht auf die Zunge. Der Gaumen wird geflutet mit floralen Tönen, getrockneten Kräutern, Zitrus und Wacholder. Über allem liegt ein ätherischer Ton, der dem Distiller’s Cut noch etwas mehr Seriosität zu geben scheint, die Frucht ist im Vergleich zum herkömmlichen Monkey 47 zurückgenommen. Der Eindruck am Gaumen ist eindeutig trocken und auch erfreulich kantig.

Ein richtig gelungener Distiller’s Cut 2017 ist hier im Glas. Ein Gin, bei dem man mit jedem Schluck eine andere aromatische Richtung entdeckt. Er ist eindeutig ein Monkey 47, aber er ist spannend akzentuiert. Die Iva-Zugabe hat für einen klaren Twist gesorgt, sodass ein spannender und eigenständiger Gin entstanden ist.

Wie immer werden die 4000 Flaschen schnell vergriffen sein. Hoffentlich kaufen nicht nur Sammler, sondern vor allem Genießer. Wir für unseren Teil konnten uns nicht zurückhalten und haben den Distiller’s Cut natürlich auch vermixt. Ziel dabei war es, diesem Gin eine Bühne zu bieten. Die vielen verschiedenen Facetten, die er anbietet, haben es gleichzeitig leicht und kompliziert gemacht: Es gab viele Anknüpfungspunkte, aber man musste sich für einen davon entscheiden. Am Ende sind wir bei einem Drink gelandet, der sich irgendwie nicht entscheiden zu können scheint und somit mit den vielen Dimensionen des Gins hervorragend klarkommt: dem Perfect Martini.

Perfect Martini

6 cl Monkey 47 Distiller’s Cut 2017
1 cl Gran Lusso
1 cl Cocchi Americano Bianco
1 dash Weinbergpfirsich-Hopfen-Bitters

Gerührt, Zitronenzeste, kein Drop

Klar, kantig und trocken, ein sehr aromatischer Drink, dennoch in seiner Anmutung schlank. Ein Hauch Frucht offenbart sich im Abgang, der Gaumen ist dominiert von der leise akzentuierten Würze des Monkey Distiller’s Cut. Pfeffrige Aromen, getrocknete Kräuter, eine dezente Zitrusfrische. Dieser Martini verträgt ob seines aromatischen Rückgrates eine kräftige Olive als Begleiter, ebenso die frischen Zitrusöle von der Zitronenzeste.
Die bitteren Töne des Gran Lusso kommen erst mit etwas Temperatur zum Vorschein. So bleibt dieser Drink vom ersten bis zum letzten Schluck eine kleine Reise im klassischen Old-School-Cocktail-Geschmacksbild.

Perfect Martini

Perfect Martini

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Torben Bornhöft

Torben Bornhöft beschäftigt sich seit 2004 leidenschaftlich mit Themen rund um Bar, Cocktails und Genuss. Nachhaltig geprägt durch fünf Jahre im Hamburger Le Lion und die Likörproduktion mit Forgotten Flavours liegt Torbens Fokus hier mittlerweile auf den Themen Champagner, Infusionen und Twists auf Klassiker.

Twentieth Century Cocktail Blanche

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