Über Konstanten. Monkey 47 Distiller’s Cut 2018

Es muss Konstanten im Leben geben.
Jedes Jahr freuen wir uns darauf, den neuen Monkey 47 Distiller’s Cut zu probieren und vor allem zu vermixen (2017, 2016, 2015). Denn wenn so schöne Gins gebrannt werden, sollten sie nicht als Sammlerstücke in einer Vitrine enden, sondern doch immer ihrem Zweck zugeführt werden. Geschlossene Flaschen braucht man nicht!

Monkey 47 Distiller's Cut 2018

Monkey 47 Distiller’s Cut 2018

Auch in diesem Jahr behält das alte Prinzip Gültigkeit. Ein weiteres Botanical ergänzt die klassische Monkey-Rezeptur. Dieses Mal handelt es sich um Brassica Juncea, Braunen Senf. Er findet Eingang in den Brand in Form einer Kresse mit kleinem Wuchs.
Bei der Suche nach der Zutat ist man einen ganz anderen Weg als in den vergangenen Jahren gegangen. Nicht in immer abgelegenere Regionen, sondern ins Herz Londons ging die Exkursion. Denn dort, in 33 Metern Tiefe, kultiviert das Team von Growing Underground eine große Vielzahl von Kräutern und Pflanzen, mit geringem Energieaufwand und 70 % Wasserersparnis im Vergleich zum konventionellen Anbau. Passt in den Zeitgeist von Nachhaltigkeit und effizienter Nutzung in Anbetracht von immer geringer werdenden Ressourcen und Flächenverfügbarkeit.

Die Senfkresse wird mit den klassischen Monkey-Botanicals mazeriert und anschließend in einer zweiten Destillation separat verarbeitet. Das Ergebnis reift für drei Monate in Steingutbehältnissen und wird anschließend abgefüllt.

Flasche auf, ab ins Glas!

Monkey 47 Distiller’s Cut 2018
Nase:
Sehr dicht und intensiv, dahinter Bündel von Kräutern, Lavendel und Kirsche mit einem floralen Oberton.
Gaumen:
Auch hier fällt die hohe Intensität auf. Orange und Orangenschalen, ein klassisches „Maul voll“. Der Gin legt sich mit einer hohen Dichte über die Papillen und füllt den ganzen Gaumen aus. Eine feine Frucht, ein Süßholzton. Im Abgang Kernaromen wie in Aprikosenbränden. Sehr frisch und präsent.

Wir wollten vermeiden, erneut eine Martini-Variante zu mixen. Etwas Abwechslung schadet nicht. Doch manchmal muss es Konstanten geben. Denn Drinks mit höheren Anteilen an anderen Zutaten wurden dem Gin nicht gerecht – Schuster, bleib‘ bei deinem Leisten…
Statt Vermouth haben wir uns für weißen Port entschieden, der der Aromenwand des Gins eine weiche und grundierende Note gegenüberstellt. Akzentuiert wiederum mit Power: Ms. Better’s Bitters Mount Fuji, der in eine ähnlich kraftvolle und eher helle Aromenwelt geht und somit hervorragend zum Distiller’s Cut passt.

Mustard Cress Martini
5 cl Monkey 47 Distiller’s Cut 2018
2 cl Weißer Port
1 dash Ms. Better’s Bitters Mount Fuji Bitters
Rühren, leicht mit Zitronenölen aromatisieren

Ein bombastischer Martini steht da im Glas. Klar, rein, sehr kraftvoll. Der Gin spielt seine Stärken voll aus. Ein typischer Vertreter für Harry Craddocks legendäres Zitat auf die Frage hin, was die beste Art sei, einen Cocktail zu trinken: „Quickly, while it’s laughing at you.“

Es gilt unser Disclaimer: Wir schreiben nur über das, was wir mögen! Trinklaune.de hat für die Verkostung eine Produktprobe erhalten. Daran geknüpft war weder die Verpflichtung zur Berichterstattung noch eine Einflussnahme auf den Inhalt des Artikels.

Torben Bornhöft

Torben Bornhöft beschäftigt sich seit 2004 leidenschaftlich mit Themen rund um Bar, Cocktails und Genuss. Nachhaltig geprägt durch fünf Jahre im Hamburger Le Lion und die Likörproduktion mit Forgotten Flavours liegt Torbens Fokus hier mittlerweile auf den Themen Champagner, Infusionen und Twists auf Klassiker.

The Legacy im Ägyptischen Museum München

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