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	<title>Trinklaune &#187; Alchemyst</title>
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	<description>Denken - Schmecken - Genießen</description>
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		<title>Zwischen Beuys, Brandy Crusta und Billie Jean &#8211; Der Hard Shake</title>
		<link>http://trinklaune.de/2012/03/21/zwischen-beuys-brandy-crusta-und-billie-jean-der-hard-shake/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Mar 2012 17:26:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alchemyst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Um den sogenannten &#8220;Hard shake&#8221; ist es ruhiger geworden. Vor ein paar Jahren machte der Hard Shake des japanischen Meister Bartenders Kazuo Ueda weltweit Furore. Zuerst las ich von diesem Schütteln im seeligen Bitters Blog. Der slovakische Barkeeper Luboz Rasz schrieb dort:</p> <p style="text-align: justify;">&#8220;Sehr interessant ist die “HARD SHAKE”, Methode, welche Mr. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Um den sogenannten &#8220;Hard shake&#8221; ist es ruhiger geworden.<br />
Vor ein paar Jahren machte der Hard Shake des japanischen Meister Bartenders Kazuo Ueda weltweit Furore. Zuerst las ich von diesem Schütteln im seeligen Bitters Blog.<br />
Der slovakische Barkeeper Luboz Rasz schrieb dort:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Sehr interessant ist die “HARD SHAKE”, Methode, welche Mr. Ueda erdacht und weiterentwickelt hat. Das Ergebnis ist ein sehr feiner, runder und ausgewogener Geschmack, der mit konventionellem Shaking nicht erreicht wird. Wenn man nach dem Shaken auf das Resteis schaut, sieht man hier gleichmässige und runde Eiskugeln-die Eiswürfel werden quasi geschliffen und somit platzen weniger Kristalle ab, die später den Drink verwässern können.&#8221;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://trinklaune.de/2012/03/21/zwischen-beuys-brandy-crusta-und-billie-jean-der-hard-shake/hard-shake/" rel="attachment wp-att-17238"><img class="aligncenter size-medium wp-image-17238" title="Hard shake" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2012/03/Hard-shake-300x194.png" alt="" width="400" height="259" /></a><br />
<strong>Forciertes Mixen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Japanese Bartending&#8221; ist im Wesen eine Philosophie, eine bestimmte Grundhaltung und Einstellung zu den Dingen. &#8211; So weit, so gut.<br />
Auch ist es sinnvoll Arbeitstechniken immer wieder auf den Prüfstand zu schicken und zu modifizieren und überlieferte Mischtechnilken unter Umständen zu verbessern. Die Kulinarik ist kein Museum. Sie entwickelt sich. Ebenso ihre Techniken und Methoden. &#8220;Stillstand ist der Tod&#8221; sagt Max Frisch. Ich muss auch positiv würdigen, dass die Grundidee hinter dem Hard Shake eine Qualitätsverbesserung ist. Das unterscheidet den Hard Shake vom Flairtending.<br />
Ich persönlich halte die sogenannte Hard Shake Technik aber für eine Masche. Gut ausgedacht, doch eine Schnapps-Idee. Im Sinne des Wortes.<br />
Gutes Marketing. Der Hauch des Besonderen. Forciertes Barmixen. Sinnvoll vielleicht für Sahnedrinks.<br />
Das Wort &#8220;forcieren&#8221; bedeutet &#8220;seine Anstrengungen verstärken, damit  etwas stärker oder besser wird&#8221;. &#8211; Das trifft es. Das ist das Ziel.<br />
Aber im Kern ist der Hard Shake nur ein Beispiel für <a href="http://trinklaune.de/2012/02/18/zwischen-beuys-brandy-crusta-und-billy-jean-%E2%80%93-zum-modernen-schamanentum-in-zeiten-zugesetzter-zuckercouleur-teil-1/">modernes Schamanentum in Zeiten zugesetzter Zuckercouleur.</a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Von Blasenkissen, Eisbruchstücken und anderen Einfällen<br />
</strong><br />
Japanese Bartending ist eine Haltung vor der ich Respekt habe, aber diese Philosophie produziert in Bezug auf den Hard Shake Ideen, die zum Teil nicht bewiesen sind, zum anderen der Realität und der naturwissenschaftlichen Erkenntnis nicht standhalten.<br />
Als Haupteffekt des Hard Shake werden die kleinen Bläschen genannt, die durch das intensive, kontrollierte Schütteln entstehen. Diese Bläschen &#8220;fungieren als ein Kissen und bewahren die Zunge vor dem direkten Kontakt mit der reizenden Rauheit der Zutaten und Spirituosen und führen zu einem feineren Aroma&#8221;. Ein weiterer Effekt ist das Entstehen kleiner Eissplitter, die nach dem Schütteln auf dem Drink liegen.<br />
Nun ist es gewiss eine gute Idee, mit verschiedenen &#8220;Texturen&#8221; zu arbeiten und ein anderes &#8220;Mundgefühl&#8221; zu erzeugen. Nur sind die Bläschen und Eispartikel sehr kurzlebig. Auch sind Eisstückchen im oder auf dem Drink für mein Empfinden ein Kunstfehler. Dafür hat man den Feinstrain  erfunden, um  Eisreste im Shaker zu belassen, damit sie den Drink nicht nachträglich verwässern.<br />
&#8220;Das Ergebnis ist ein sehr feiner, runder und ausgewogener Geschmack, der mit konventionellem Shaking nicht erreicht wird.&#8221; schrieb Luboz Rasz.<br />
Klingt gut&#8230; Könnte ja sein&#8230;.<br />
Aber für mich ist es pure Suggestion. Der Drink wird &#8211; so mein Urteil &#8211; eben nicht &#8220;besser&#8221;, nicht &#8220;smoother&#8221;, nicht feiner oder ausgewogener. Vielleicht etwas kälter. Vielleicht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Live-Gastronomie</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Bartending ist eine der wenigen etablierten Formen der Live-Gastronomie. Live Gastronomie bedeutet, dass der Gast bei der Zubereitung der Produkte unmittelbar zugegen ist und sie begutachten kann. Als Gast mag ich es, wenn sauber gearbeitet wird, der Koch oder Bartender organisiert erscheint und bei ihm oder ihr die Arbeitsabläufe flink und geschickt von Hand gehen.<br />
Der Hard Shake ist eine lustige Sache, aber wenn ich Clowns beobachten möchte, gehe ich in den Zirkus.<br />
Auch möchte ich auf Dauer keine menschliche Schüttelroboter hinter dem Tresen sehen,<br />
Bartender, die sich zum Affen machen und die beim Öffnen des Shakers darauf achten müssen, dass keine Schweißtropfen in den Drink gelangen.</p>
<p>Die Küche wurde deshalb abseits des Gastraumes hinter Schwingtüren verborgen, damit der Gast genießen kann ohne an der Mühsal und der Hektik der Küche teilzuhaben. Live Gastronomie wiederum lebt davon, dass die Speisen und Getränke mit einer gewissen Leichtigkeit und Mühelosigkeit, einer Geschmeidigkeit und mit Finesse zubereitet werden. Das Handwerk braucht Virtuosen, keine Kraftmeier. Ein Cocktail will mit Liebe zubereitet werden und nicht &#8211; so wirkt es auf mich &#8211; abgetrotzt und erzwungen werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der South African Zulu Warrior Shake</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Hard Shake ist für mich ein passender Kandidat innerhalb unserer kleinen Reihe unter dem Titel <a href="http://trinklaune.de/2012/02/24/zwischen-beuys-brandy-crusta-und-billy-jean-%E2%80%93-zum-modernen-schamanentum-in-zeiten-zugesetzter-zuckercouleur-teil-2/">&#8220;Zwischen Beuys, Brandy Crusta und Billy Jean – Zum modernen Schamanentum in Zeiten zugesetzter Zuckercouleur&#8221;</a> und ein würdiger (vorläufiger?) Abschluss.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigern möchte, den verweise ich auf das C&amp;D Cocktailforum. Dort beschäftigen wir uns mittlerweile mit dem von Meister Mangomix entwickelten</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">&#8220;South African Zulu Warrior Shake&#8221;. Kriegsgeschrei optional, um nicht nur die Geister der Ahnen, sondern auch die der geschüttelten Spirituose zu wecken.<br />
Besonders geeignet für Amarula-Drinks&#8230;.</p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Zwischen Beuys, Brandy Crusta und Billy Jean – Zum modernen Schamanentum in Zeiten zugesetzter Zuckercouleur Teil 3</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 23:50:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alchemyst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Es ist ein Handel, auf Betrug gegründet, von Täuschung getragen, durch Listen, Betrügerei, Schmeichelei, Fälschungen, unwahre Gerüchte und alle Arten von Blendwerk genährt. &#8211; Daniel Defoe (1660 &#8211; 1731)</p> <p class="wp-caption-text">Du kannst nix! </p> <p style="text-align: justify;">Nehmen wir einmal die Installation &#8220;Die Blaue Stunde&#8221; wie wir sie in Teil 2 präsentiert haben. Ist das Kunst? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Es ist ein Handel, auf Betrug gegründet, von Täuschung getragen, durch Listen, Betrügerei, Schmeichelei, Fälschungen, unwahre Gerüchte und alle Arten von Blendwerk genährt. &#8211; Daniel Defoe (1660 &#8211; 1731)</p></blockquote>
<div id="attachment_17006" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><a href="http://trinklaune.de/2012/03/01/zwischen-beuys-brandy-crusta-und-billy-jean-%e2%80%93-zum-modernen-schamanentum-in-zeiten-zugesetzter-zuckercouleur-teil-3/sam_1967-1600x1200/" rel="attachment wp-att-17006"><img src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2012/02/SAM_1967-1600x1200-300x225.jpg" alt="" title="Du kannst nix! -  von Martin XY" width="400" height="300" class="size-medium wp-image-17006" /></a><p class="wp-caption-text">Du kannst nix! </p></div>
<p style="text-align: justify;">Nehmen wir einmal die Installation &#8220;Die Blaue Stunde&#8221; wie wir sie in <a href="http://trinklaune.de/2012/02/24/zwischen-beuys-brandy-crusta-und-billy-jean-%E2%80%93-zum-modernen-schamanentum-in-zeiten-zugesetzter-zuckercouleur-teil-2/">Teil 2</a> präsentiert haben.<br />
Ist das Kunst? &#8211; Nun&#8230;, wenn der Künstler es behauptet&#8230;.<br />
Kunst ist, was man als solche benennt. &#8211; Ist das wirklich so?</p>
<p>Der römische Kaiser Caligula wollte sein Pferd zum Konsul ernennen.<br />
Damit erhöhte er seinen behuften Liebling und verspottete den Senat.<br />
Aber ein Pferd, ausgestattet mit der Konsulwürde, bleibt ein Pferd. &#8211; Das ist jedem klar.<br />
Warum aber verlieren wir diese Klarheit, wenn es um das Etikett: Kunst! geht?</p>
<p style="text-align: justify;">Warum glauben wir so leicht, dass Wodka eine Premium Spirituose sei, nur weil er in Designerflaschen abgefüllt wurde?<br />
Damit ich recht verstanden werde: Ich habe nichts gegen Wodka und nutze ihn.<br />
Wodka gehört in jede Bar.<br />
Und es gehört mittlerweile nur noch Gratismut dazu, über Wodka als Premiumspirituose herzuziehen.<br />
Wir selber haben das unter der Überschrift: <a href="http://trinklaune.de/2009/03/23/pure-reinheit-reiner-blodsinn-der-mehrwert-des-mischens-ii/">Pure Reinheit &#8211; Reiner Blödsinn &#8211; Der Mehrwert des Mischens Teil 2 </a> auch bereits getan.<br />
Den schönsten Spott aber lieferte Jörg Meyer im seeligen Bitters Blog ab, weshalb ich dieses Kleinod noch einmal zitiere:</p>
<blockquote><p>&#8221; XXX &#8211; Wodka &#8211;&gt; Herkunftsland &#8211; Phantasien &#8211; Gewonnen aus Südhang, halbschatten Getreide, was bei Vollmond geerntet, mit der Spucke einer direkten Nachfolgerin des ersten russsichen Zaren fermentiert und anschließend in aus den Resten der Titanic gefertigten Kupferkesseln destilliert wird. Die Destillation erfolgt 111 mal und im Anschluss wird mit Kobe-Kuhmilch gefiltert . Das Produkt wird daraufhin 36 Monate bei völliger Schwerelösigkeit in den neuen Anbauten der Europäischen Weltraumstation gelagert und dabei Sanft mit Pop Musik aus den 80er Jahren bespielt. Nach Rückkehr auf den Mutterplaneten wird dieser Wodka mit 85000 Jahre altem artikischem Gletscher Eis auf Trinkstärke herabgesetzt und in organische Doppelmagnum Kristallflaschen abgefüllt. Mit Sargnägeln aus der Epoche der Inkas hämmern speziell ausgebildete &#8220;Signateure&#8221; nach 11 jähriger Ausbildung eine Nummerierung in die Flasche und füllen diese &#8220;Numerierung&#8221; mit zwei karätigen Diamanten auf. Abschließend werden diese Flaschen von Priestern des längst verschwunden geglaubten &#8220;WeizenWächter&#8221; Ordens heilig gesprochen und mit Ihrem Siegel versehen.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Nennen wir doch die Dinge, oder besser gesagt die Würden-Träger, beim Namen:<br />
Ein Pferd bleibt ein Pferd und Wodka bleibt Neutralalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs.</p>
<p>____________________________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe ein Faible dafür, das Marketing für Weingläser zu beobachten.<br />
Die Fa. Riedel zog über Jahre durch die Lande mit dem Verkaufsargument, das ihre Weinglastypen, z.B. aus der umfangreichen Sommeliers-Serie, sozusagen mundgerecht ausgeformt seien. In einem Artikel im Magazin der Neuen Zürcher Zeitung las ich:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wein und Zunge sind die Parameter in der Theorie des rührigen Glasfabrikanten böhmischen Ursprungs. Denn jeder Weintyp weist unterschiedliche Ausprägungen der wesentlichen Inhaltsstoffe wie Säure, Süsse, Gerb- und Bitterstoffe auf. Und die menschliche Zunge ist ebenfalls dergestalt geartet, dass sie die verschiedenen Geschmacksstoffe vor allem an bestimmten Stellen registriert, nämlich: an der Zungenspitze die Süsse, am mittleren Rand die Säure und weiter hinten die Bitterstoffe. Daraus lässt sich nun laut Riedel folgern, dass bei der Konzeption eines Glases zu berücksichtigen ist, dass der Wein nicht einfach in den Mund fliesst, sondern auf die für seine Eigenschaften prädestinierten sensiblen Stellen auf der Zunge. Riedel: «Der Wein muss auf die Zunge springen. Und das Sprungbrett dazu ist der spezifische Neigungswinkel der Glaswand zur Öffnung des Kelches.» &#8220;</p></blockquote>
<p>Weiter wurde behauptet, daß &#8220;durch die verschiedenen Glastypen unterschiedliche Trinkbewegungen verursacht und somit andere Mundregionen angesprochen werden.! &#8230; Mit Computersimulationen wurde dann durchgespielt auf welche Zungenregionen die Flüssigkeit trifft.&#8221; &#8211; Auch wenn Riedel diese Argumentation nicht mehr verfolgt, taucht sie doch immer wieder in verschiedenen Publikationen auf, obwohl es sich bei der <a href="http://www.wdr.de/tv/wissenmachtah/bibliothek/geschmackskarte.php5">&#8220;Karte der Zungenregionen&#8221;</a> um eine wissenschaftliche Ente handelt, denn die Rezeptoren für die verschiedenen Geschmacksqualitäten sind weitgehend gleichmässig über die ganze Zunge verteilt.</p>
<p style="text-align: justify;">
<blockquote><p>&#8220;Wir alle haben in der Schule gelernt (und Studenten lesen es heute noch in den meisten Lehrbüchern), dass sich auf unserer Zunge verschiedene Bereiche befänden, die unterschiedlich empfindlich für die vier Grundqualitäten seien. Nach dem klassischen Bild, das man in fast allen Lehrbüchern findet, ist die Zungenspitze besonders sensibel für süß, die Ränder für sauer und salzig und der Zungenhintergrund für bitter.<br />
Alle neueren Messungen der letzten Jahre konnten dies jedoch nicht bestätigen. Es zeigte sich, dass die Zunge zwar an der Spitze, am Rand und im Hintergund geschmacksempfindlicher ist als in der Mitte, aber die Sensibilität für alle vier Grundqualitäten nahezu gleich ist. Die Fehlinformation kam dadurch zustande, dass &#8211; wie so oft -, wenn Daten erst einmal Eingang in die Sekundärliteratur gefunden haben, sie unkritisch von Lehrbuch zu Lehrbuch übernommen und abgeschrieben werden.&#8221;<br />
Hanns Hatt.</p></blockquote>
<p>Etliche Generationen von Schülern und Wein-Eleven mussten sich seitdem &#8211; zwischen Beuys, Brandy Crusta und Billy Jean &#8211; einreden, sie würden Süße nur an der Zungenspitze erschmecken. &#8211; Zum Glück halfen dabei die Riedel Gläser.</p>
<div id="attachment_17011" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://trinklaune.de/2012/03/01/zwischen-beuys-brandy-crusta-und-billy-jean-%e2%80%93-zum-modernen-schamanentum-in-zeiten-zugesetzter-zuckercouleur-teil-3/img_0112-2/" rel="attachment wp-att-17011"><img src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2012/02/IMG_01121-225x300.jpg" alt="" title="Zalto Champagnerglas - Riedel Rotweinglas - Foscarini Leuchte" width="300" height="400" class="size-medium wp-image-17011" /></a><p class="wp-caption-text">Zalto und Riedel - Glaskultur gehört zur Trinkkultur</p></div>
<p style="text-align: justify;">Mittlerweile ist die Firma Zalto in die Bresche gesprungen. Ihre Gläser sind den Neigungswinkeln der Erde nachgestaltet&#8230;:</p>
<p style="text-align: justify;">
<blockquote><p>&#8220;Bei der Entwicklung der Serie Denk`Art hat ein kosmisches Phänomen die Designer inspiriert. Die verwendeten Winkel von 24°, 48° und 72° entsprechen den Neigungswinkeln unserer Erde. Glaubt man den Überlieferungen, so hatten bereits die alten Römer erkannt, dass diese Winkel bei der Herstellung von Vorratsbehältnissen überragende Eigenschaften mit sich brachten. Lebensmittel blieben darin nicht nur länger frisch, sie schmeckten auch wesentlich besser.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Modernes Schamanentum in Zeiten zugesetzter Zuckercouleur. &#8211;<br />
Ach, wo wir gerade beim Thema sind: hatte ich bereits den &#8220;Hard Shake&#8221; erwähnt?</p>
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		<item>
		<title>Zwischen Beuys, Brandy Crusta und Billy Jean – Zum modernen Schamanentum in Zeiten zugesetzter Zuckercouleur Teil 2</title>
		<link>http://trinklaune.de/2012/02/24/zwischen-beuys-brandy-crusta-und-billy-jean-%e2%80%93-zum-modernen-schamanentum-in-zeiten-zugesetzter-zuckercouleur-teil-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Feb 2012 01:24:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alchemyst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Von Kalkflecken, Fettecken und einer ollen Badewanne</p> <p style="text-align: justify;">Erinnern wir uns: Letztes Jahr beseitigte eine Putzfrau in einem Museum in Dortmund einen Kalkfleck und zerstörte damit ein Kunstwerk, eine Installation mit dem schönen Titel: „Wenn’s anfängt durch die Decke zu tropfen“. &#8211; Der Versicherungswert beträgt 800 000 Euro. Das ist bereits der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Von Kalkflecken, Fettecken und einer ollen Badewanne</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://trinklaune.de/2011/11/28/nebenwirkungen-des-genusses-oder-das-stendhal-syndrom/">Erinnern wir uns</a>: Letztes Jahr beseitigte eine <a href="http://trinklaune.de/2011/11/08/immer-sauber-bleiben-oder-der-tag-der-putzfrau/">Putzfrau</a> in einem Museum in Dortmund einen Kalkfleck und zerstörte damit ein Kunstwerk, eine Installation mit dem schönen Titel: <a href="http://www.stern.de/panorama/dortmunder-museum-putzfrau-schrubbt-kunstwerk-weg-1746937.html">„Wenn’s anfängt durch die Decke zu tropfen“</a>. &#8211; Der Versicherungswert beträgt 800 000 Euro.<br />
Das ist bereits der dritte mir bekannte Fall in Deutschland, in dem eine Reinigungskraft bedeutende Werke der zeitgenössischen Kunst zerstörte, indem sie ihrer Profession nachgeht und weg putzte, was ihr wie Unrat erschien.</p>
<p style="text-align: justify;">
<div id="attachment_16883" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><a href="http://trinklaune.de/2012/02/24/zwischen-beuys-brandy-crusta-und-billy-jean-%e2%80%93-zum-modernen-schamanentum-in-zeiten-zugesetzter-zuckercouleur-teil-2/sam_1985-1600x1200/" rel="attachment wp-att-16883"><img src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2012/02/SAM_1985-1600x1200-300x225.jpg" alt="Die Blaue Stunde - Eine Installation von Martin XY." title="Die Blaue Stunde - Eine Installation von Martin XY." width="400" height="281" class="size-medium wp-image-16883" /></a><p class="wp-caption-text">Die Blaue Stunde - Eine Installation von Martin B.</p></div></p>
<blockquote><p>&#8220;Die Fettecke war ein Kunstwerk des deutschen Künstlers Joseph Beuys. Beuys brachte am 28. April 1982 &#8230; in einer Ecke seines Ateliers &#8230; ca. zwei Meter unterhalb der Raumdecke, fünf Kilogramm Butter an.<br />
Der Hausmeister der Kunstakademie Düsseldorf entfernte 1986 das Fett, etwa neun Monate nach Beuys’ Tod. Johannes Stüttgen beanspruchte das Eigentum an dem Werk, da Beuys seine Kunstaktion mit den Worten „Johannes, jetzt mache ich dir endlich deine Fettecke“ begonnen habe. Es kam zu einem Prozess. Das Land Nordrhein-Westfalen zahlte an ihn in einem Vergleich in zweiter Instanz 40.000 DM Schadensersatz.</p>
<p style="text-align: justify;">Es war der zweite Fall, in dem ein Kunstwerk von Beuys nicht als solches erkannt und zerstört wurde. Bereits am 3. November 1973 war bei einem geselligen Abend im SPD-Ortsverein Leverkusen-Alkenrath eine mit Heftpflaster und Mullbinden versehene Badewanne gereinigt und anderweitig verwendet worden. Auch in diesem Fall soll ein Schadenersatz von DM 40.000,- gezahlt worden sein&#8221; </p></blockquote>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fettecke">aus Wikipedia</a></p>
<p>_________________________________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kunst kommt von Können</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nun meinen manche das Wort &#8220;Kunst&#8221; käme von einem indogermanischen Urwort für &#8220;Kennen, Wissen&#8221;. Doch das ist falsch.<br />
Kunst kommt von Können! So ist es etymologisch richtig.<br />
Zu einer Tätigkeit, bei der kein besonderes Können erforderlich ist, sagt man im Gegenzug auch: &#8220;Das ist ja schließlich keine Kunst.&#8221;</p>
<p>__________________________________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was ist Kunst?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Begriff &#8220;Kunst&#8221; schillert, um nicht zu sagen: er verschwimmt.<br />
Vor kurzem las ich in einer Zeitung:</p>
<blockquote><p>&#8220;Was ist Kunst? Seit Duchamp wissen wir: Potentiell alles.<br />
Wer macht Kunst? Seit Beuys wissen wir: Potentiell alle.<br />
Wo ist Kunst? Seit dem drahtlosen Internet sagt man uns: Potentiell überall.<br />
Bleibt also nur noch die Frage, ob sich Kunst als Lebensform, Gedankenquelle und Reizreservoir nicht erledigt hat,<br />
weil sie ursprünglich das Besondere, Unalltägliche wollte und das im Laufe der ästhetischen Revolutionen der letzten<br />
hundert Jahre verlieren musste. Adorno nennt es den „Schock“.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ist alles Kunst und jeder ein Künstler?<br />
__________________________________________________________________________<br />
<strong><br />
Bartending &#8211; Kunst vs. Handwerk</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.cocktaildreams.de/smf/index.php?topic=5260.0">Bartending &#8211; Kunst vs. Handwerk</a> war die Überschrift einer Diskussion im C&amp;D Cocktailforum an der ich vor knapp 5 Jahren teilnahm.<br />
Beteiligt waren unter anderem auch <a href="http://dominikschachtsiek.wordpress.com/">Dominik Schachtsiek</a> alias &#8220;The Opionionated Alchemist&#8221; und <a href="http://cocktailwelt.blogspot.com/2007/11/michael-meinke.html">Mike Meinke</a> alias Triobar.<br />
Damals vertrat ich die Ansicht, dass Mixen sehr wohl eine Kunstform sein könne bzw. zumindest ein Kunsthandwerk. Und ich finde, ich habe mich dabei ganz gut geschlagen. Als Apotheker, der selber nach engen Maßgaben Rezepturen, Mixturen herstellt mit Bestandteilen, die zum Teil im Milligrammbereich abgewogen werden, schien mir das Cocktailmixen als grosse Freiheit, als kreativer Ausbruch aus den engen Grenzen pharmazeutischer Alchemie.<br />
Nun diskutiere ich aber in der Regel nicht, um Recht zu haben, sondern um zu überzeugen (oder mich überzeugen zu lassen).<br />
Im Nachgang, nachdem ich den Strang noch einmal in Ruhe begutachtet hatte und die Argumente neu gewogen hatte, musste ich für mich eingestehen: Ich lag falsch.</p>
<p><a href="http://www.cocktaildreams.de/smf/index.php?topic=5260.msg105713#msg105713">Ein gutes Jahr später</a> schrieb ich deshalb im gleichen Thread im Cocktailforum:<br />
&#8220;Ich halte es inzwischen für unglücklich, Bartending in den Zusammenhang mit Kunst zu stellen. &#8230;<br />
Bartending ist Handwerk mit einem kreativen Aspekt.<br />
Die Kreation eines Drinks, einer Speise ist eine Kunst im Sinne einer Fertigkeit,<br />
aber keine Kunst im Sinne der bildenden Kunst.&#8221;</p>
<p><em>Kunst sollte immer autonom, nicht verzweckt und auf keinen Fall zum Verbrauch bestimmt sein</em>.</p>
<p>Das aber ist ein Drink: zum baldigen Verbrauch, Genuß bestimmt. &#8230;<br />
Es ist eine Kunst, ein guter Gastgeber zu sein, die Gäste optimal zu betreuen, vollendete Drinks zu fertigen und individuell auf die Wünsche des Gastes einzugehen. Kunst ist es aber nicht&#8230;</p>
<p>__________________________________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kulinarik und ästhetische Erfahrung &#8211; Ist Kochen Kunst?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Frage, ob es sich bei etwas um Kunst handele, stellt sich immer wieder.<br />
Ist der Koch Ferran Adrià ein Künstler?  &#8211; Manche sehen das so.<br />
Gäste betrachteten und genossen seine Kreaktionen, als seien es Kunstwerke.<br />
Auf der documenta XII war Adrià auf der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Documenta_12#Teilnehmende_K.C3.BCnstler">Liste der Künstler</a> zu finden.<br />
Doch da gehört er nicht hin &#8211; finde ich&#8230;<br />
Jochen F. Fey, tätig als freier Koch und Künstler, mit einer Lehrtätigkeit für Kochen als Kunstgattung, schrieb 2007 im journal culinaire: </p>
<blockquote><p>&#8220;Kochkunst und Ausstellbarkeit schließen sich gegenseitig aus&#8230;.<br />
Kochkunstkunst kann nur als Kunstgattung mit eigenen Beurteilungskriterien gesehen werden. &#8230;<br />
Das Kunstwerk, welches von einem Kochkünstler geschaffen wird, muss und kann nur durch Mund und Nase wahrgenommen, bewertet und genossen werden! &#8230;<br />
Kochkunst ist die Linie Kochen &#8211; Speise &#8211; Essen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Martin Wurzer Berger bestätigt im selben Journal: </p>
<blockquote><p>&#8220;Ganz klar muss jedoch der Unterschied zu allen anderen Kunstgattungen betont werden: Kochkunst gewinnt ästhetische Relevanz nur im je einmaligen Vorgang des Essens und Trinkens&#8221;</p></blockquote>
<p>Dem kann ich folgen. Aber warum muss man das nun auch noch &#8220;Kunst&#8221; nennen?<br />
__________________________________________________________________________</p>
<p><strong>Des Kaisers neue Kleider </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Kunst oder Pseudo-Kunst?<br />
Authentisches oder Fake?<br />
Warum nennt man Popanze nicht Popanze?<br />
Modernes Schamanentum erweist sich vielfach als <a href="http://trinklaune.de/2012/02/18/zwischen-beuys-brandy-crusta-und-billy-jean-%E2%80%93-zum-modernen-schamanentum-in-zeiten-zugesetzter-zuckercouleur-teil-1/">Blendwerk und Scharlatanerie.</a><br />
Des Kaisers neue Kleider. Aber wer wagt es zu sagen:<br />
&#8220;Da ist nichts. Der Kaiser ist ja nackt!&#8221; ?<br />
Vor zweitausend Jahre plante Caligula seinem Pferd Incitatus die Konsulwürde und einen ständigen Sitz im Senat zu übertragen. &#8211; Ein Pferd als Konsul?<br />
Das fanden nicht alle lustig&#8230;<br />
Wer aber nun meint, das sei Vergangenheit, ist im Irrtum.<br />
Ein paar Beispiele aus der bunten Welt der Getränke liefern wir demnächst unter der Überschrift:<br />
Zwischen Beuys, Brandy Crusta und Billy Jean – Zum modernen Schamanentum in Zeiten zugesetzter Zuckercouleur Teil 3</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Zwischen Beuys, Brandy Crusta und Billy Jean – Zum modernen Schamanentum in Zeiten zugesetzter Zuckercouleur Teil 1</title>
		<link>http://trinklaune.de/2012/02/18/zwischen-beuys-brandy-crusta-und-billy-jean-%e2%80%93-zum-modernen-schamanentum-in-zeiten-zugesetzter-zuckercouleur-teil-1/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 23:10:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alchemyst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[ <p style="text-align: justify;">&#8220;Zwei Pommes dienten vor 20 Jahren als Vorlage für ein Kunstwerk &#8211; und gingen verloren. Nun hat der Künstler von seiner Galerie Schadenersatz gefordert und in zweiter Instanz Recht bekommen. Für den Verlust von 20 Jahre alten Pommes muss eine Galerie 2000 Euro plus Zinsen an einen Künstler bezahlen. Das entschied das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Zwei Pommes dienten vor 20 Jahren als Vorlage für ein Kunstwerk &#8211; und gingen verloren. Nun hat der Künstler von seiner Galerie Schadenersatz gefordert und in zweiter Instanz Recht bekommen. Für den Verlust von 20 Jahre alten Pommes muss eine Galerie 2000 Euro plus Zinsen an einen Künstler bezahlen. Das entschied das Oberlandesgericht München am Donnerstag in zweiter Instanz. Hintergrund ist die Klage eines Künstlers, der von seiner früheren Galerie zwei Pommes wiederhaben wollte, die Anfang der 1990er Jahre als Vorlage für ein goldenes Kreuz gedient hatten. Da die Originalpommes aber nicht mehr auffindbar sind, fordert der Künstler nun einen Gegenwert von 2000 Euro von der Galerie. Der Mann ist der Auffassung, es handelt sich nicht nur bei der Goldskulptur namens &#8220;Pommes d&#8217; Or&#8221; um Kunst, sondern auch bei der Pommesvorlage. &#8211; Das Münchner Landgericht hatte die Klage im Mai vergangenen Jahres abgewiesen. In der Verhandlung vor dem OLG Ende Januar sagte der Richter, es gebe Anhaltspunkte dafür, dass beide Parteien den Pommes einen &#8220;gewissen Wert zugemessen&#8221; hätten. Eine Zeugin hatte in der Verhandlung ausgesagt, sie habe dem Künstler die Pommes abkaufen wollen.&#8221;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">So konnte man es dieser Tage in der <a href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/urteil-im-pommes-prozess-kuenstler-erhaelt-schadenersatz-1.1279544">Süddeutschen Zeitung</a> lesen. Die für mich wichtigsten, spannendsten Dinge stehen nicht im Politik- oder Finanzteil, sondern im vielerorts übersehenen Feuilleton.<br />
Ich für meinen Teil lese und ziehe Lehren: Wenn man für so olle ranzige Pommes noch 2000 Euro abstauben kann, sollte ich nicht mehr über meine Nachbarin die Messie-Frau lästern. Recht hat sie. Alles aufheben. Wohlmöglich ist sie eine verkappte Künstlerin, die Kunstschätze hortet, neu anordnet und kreativ gestaltet. Vielleicht ist ihre Wohnung eine ganzheitliche, mit allen Sinnen erfahrbare Installation zum Sehen, Fühlen und Riechen. Ein begehbares Labyrinth als künstlerisch gestaltetes Mahnmal gegen die Konsumgesellschaft&#8230;. So unglaublich es scheint: wenn es schon 2000 Euro für gammelige Pommes gibt, dann hortet sie wohlmöglich Millionen.- Ich jedesfalls werde die spärliche Linsensuppe, die heute vom Mittagessen übrig geblieben ist, weder aufessen noch entsorgen, sondern in der Küche gammeln lassen. Wer weiß, welches großes Opus dort entsteht.?</p>
<div id="attachment_16799" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://trinklaune.de/2012/02/18/zwischen-beuys-brandy-crusta-und-billy-jean-%e2%80%93-zum-modernen-schamanentum-in-zeiten-zugesetzter-zuckercouleur-teil-1/goldnugettsimg_0074/" rel="attachment wp-att-16799"><img src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2012/02/GoldnugettsIMG_0074-300x225.jpg" alt="" title="GoldnugettsIMG_0074" width="450" height="337" class="size-medium wp-image-16799" /></a><p class="wp-caption-text">Keine Peanuts</p></div>
<p style="text-align: justify;">Liebe Gastronomen&#8230; Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, wie Sie ihre übriggebliebenen Clubsandwichs verwenden könnten? Sind es nicht auch &#8220;Objekte von gewisser Bedeutung und gewissem Wert.&#8221;, wie das Gericht formulierte?<br />
Ich empfehle also: Aufbewahren!. Sie sind doch vom Fach. Das ist wie beim Wein &#8211; je älter, desto wertvoller.<br />
Daraufhin, nach einiger Zeit mit Goldfarbe übergießen und dann verkaufen. Nicht erst als Vorlage für eine Skulptur verwenden, gleich verkaufen.<br />
Bestimmt findet sich auch eine Galerie, wenn sie ein paar Kniffe beherrschen:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ein klangvoller Name </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Achten Sie als Neukünstler auf einen klangvollen Namen:<br />
Bei Ihnen als Wirt wird ja auch nicht mehr gerufen: &#8220;Hein, bring nochmal zwei Bier.&#8221;<br />
Jetzt heissen Sie doch auch Mike oder Salvatore und bieten Cocktails oder Grappe an, oder?<br />
Als Künstler nun, sollten Sie einen Schritt weiter gehen und sich noch exaltierter nennen: Ich wäre für Xavier oder Serge&#8230;.oder ist das jetzt zu klischeehaft?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der Text ist wichtiger als das Objekt<br />
</strong><br />
Solch ein vertrocknetes Clubsandwich, wenn man es vergoldet und auf diese Weise künstlerisch aufarbeitet, braucht einen bedeutungsvollen Titel:<br />
Nennen sie das neu geschaffene Kunstwerk doch &#8220;Opus 378 &#8211; Gold auf Fett&#8221; oder bezeichnen Sie die goldfarbene Schnitte als &#8220;Der goldene Schnitt&#8221;.<br />
Ein opulenter Name und das dazu gelieferte Deutungsmuster: &#8220;Geometrisierende Weichstruktur von chimärenhafter Esoterik&#8221; &#8211; frei nach Ephraim Kishon- sind die halbe Miete.<br />
Also: 2 olle Pommes: 2000 Euro. Ein goldenes Clubsandwich, ich meine natürlich &#8220;Der Goldene Schnitt&#8221;: 2000 Euro plus X&#8230;.<br />
Ich wage gar nicht auszurechnen, was für Schätze da in den Küchenbereichen zu heben sind.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kunst Esperanto</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nun werden einige sagen: &#8220;Aber Ich habe doch gar keine Ahnung von Kunst!&#8221; -<br />
Egal, sage ich.<br />
Berufen sie sich einfach auf das künstlerische Credo &#8220;Das plastische Prinzip&#8221; des Genies und Kunstprofessors Joseph Beuys:<br />
Er formulierte es mit den einfachen Worten eines einfachen Menschen:<br />
&#8220;Das plastische Prinzip ist eine Kräftekonstellation, die sich aus mehreren Begriffen zusammensetzt, aber hauptsächlich aus den dreien von unbestimmten, chaotischen, ungerichteten Energien und einem kristallinen Formprinzip aus sehr polaren Beziehungen und einem vermittelnden Bewegungsprinzip. Und wenn man es überträgt auf den Menschen, ist das psychologisch gar nicht anders, als dieser rein emotionelle Wille, ein gefühlsmäßig emotionales Bewegungsprinzip und ein rein formell auskristallisiertes abstraktes Theoretikertum.&#8221;<br />
Ich vermute, Sie haben wie ich nichts verstanden, deshalb rate ich Ihnen, dieses Credo auswendig zu lernen. Spätestens nach dem Rezitieren dieses Textes, wird jeder Kunstbeflissene angesichts ihres &#8220;auskristallisierten Theoretikertums&#8221; &#8211; ich meine Ihre ehemalige Gammelstulle &#8211; gerne vierstellige Summen für das Objekt der Begierde zahlen.<br />
Apropos Objekt der Begierde: Cocktails, Bier oder Champagner würde ich, an Ihrer Stelle, ab jetzt nur noch nebenberuflich verkaufen&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Erd-Nüsse</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Bieten sie Erdnüsse an? Würde ich nicht mehr tun. &#8211; Stehen lassen! Warten! Und dann mit &#8230;&#8230;&#8230;, genau mit Goldfarbe übergießen und neu gruppieren..<br />
Und was haben wir nun? Goldnuggets natürlich!<br />
Sie müssen sie ja nicht so nennen. Aber bestimmt sind sie soviel wert. &#8211; mindestens.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Buch&#8217; &#8211; Mich &#8211; Jetzt!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Also wenn Ihr Betrieb nicht so gut läuft&#8230;. Ich helfe gerne und arbeite ab jetzt im Consulting Bereich. Schwerpunkt: Bar-Consulting. Ich sprudele über vor Ideen.<br />
Wir sollten uns einmal über die Gestaltung Ihrer ausgepressten Zitronenhälften unterhalten&#8230;..</p>
<p style="text-align: justify;">____________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;"> Was ist Kunst? Ist Kochen Kunst? <a href="http://www.jrgmyr.com/2012/01/von-sand-artisten.html">Ist der Bartender ein Künstler?</a> Warum vernichten <a href="http://trinklaune.de/2011/11/08/immer-sauber-bleiben-oder-der-tag-der-putzfrau/">Putzfrauen</a> immer wieder bedeutende Kunstwerke und wie können wir uns dagegenstemmen?<br />
Wir stellen uns diesen Fragen demnächst unter der Überschrift: &#8220;Zwischen Beuys, Brandy Crusta und Billy Jean – Zum modernen Schamanentum in Zeiten zugesetzter Zuckercouleur &#8211; Teil 2 bis 4&#8243;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Macht Kulinarik glücklich? oder Das kulinarische Stendhal Syndrom</title>
		<link>http://trinklaune.de/2011/12/04/macht-kulinarik-glucklich-oder-das-kulinarische-stendhal-syndrom/</link>
		<comments>http://trinklaune.de/2011/12/04/macht-kulinarik-glucklich-oder-das-kulinarische-stendhal-syndrom/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 13:44:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alchemyst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[ <p style="text-align: justify;">&#8220;Die einen suchen ihr Glück in der Liebe, die anderen am Lottostand. Die Wissenschaftler suchen es in der Erkenntnis, Aristoteles in der Vernunft, für Foucault hat das Glück gar nicht existiert. Monsieur Vuong hat es in der Suppenschüssel gefunden. &#8230;&#8221;</p> <p>weiss Susanne Kippenberger in &#8220;Cotta&#8217;s kulinarischer Almanach&#8221;. Heißes Glück im Teller Monsieur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Die einen suchen ihr Glück in der Liebe, die anderen am Lottostand. Die Wissenschaftler suchen es in der Erkenntnis, Aristoteles in der Vernunft, für Foucault hat das Glück gar nicht existiert. Monsieur Vuong hat es in der Suppenschüssel gefunden. &#8230;&#8221;</p>
</blockquote>
<p>weiss Susanne Kippenberger in &#8220;Cotta&#8217;s kulinarischer Almanach&#8221;.<br />
<a href="http://trinklaune.de/?attachment_id=1729"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1729" title="cimg0031" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2009/05/cimg0031-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><br />
<strong>Heißes Glück im Teller</strong><br />
Monsieur Vuong ist ein Vietnamese und nennt seine Suppenkreation &#8220;Heißes Glück im Teller&#8221;. &#8211; Susanne Kippenberger ergänzt: &#8220;Suppen machen glücklich. Sie geben einem ein wohlig warmes Gefühl im Bauch, machen satt, aber nicht dick, und die das Glücksgefühl erheblich steigernden Vitamine aus dem Gemüse werden nicht mit dem Kochwasser ausgeschüttet.&#8221;  &#8211; Naja, man sollte die vielbeschworenen Vitamine nicht überschätzen. Glauben Sie mir, ich verkaufe diese Mikronährstoffe, diese chemischen Verbindungen: Glücklich durch Vitamine? Ein schöner Buchtitel, aber auch kompletter Un-Sinn. Ohne Vitamine allerdings wäre man doch recht unglücklich&#8230;..</p>
<p><strong>Die Glücklich-Macher</strong><br />
Überhaupt .. Was gibt es da nicht alles auf dem Buchmarkt&#8230;&#8230;.:<br />
&#8220;Mood-Food &#8211; Glücksnahrung. Wie man durch Essen glücklich wird&#8221; oder auch das Buch &#8220;Sich einfach glücklich essen&#8221; von K &amp; R. Possin. &#8211; &#8220;Die Glücksdiät. Essen Sie sich glücklich.&#8221; rät Johanna Handschmann in ihrem Buch. &#8211; &#8220;Kein Fleisch macht glücklich&#8221; weiss wiederum Andreas Grabolle und ein weiteres Buch kennt: &#8220;Happyfood. Essen, das glücklich macht&#8221;. Wie zum Beispiel : &#8220;Schokolade. Warum die süße Versuchung uns glücklich macht&#8221;. Markus Schaefer wiederum weitet den Blickwinkel von Gaumenfreuden und Bauchgefühl hin zur Gottesbeziehung:&#8221;Schokolade macht glücklich &#8211; Gott auch!&#8221;<br />
Man sieht: die Sehn-sucht nach Glück boomt.<br />
Und anscheinend hat das auch was mit Essen und Trinken zu tun.</p>
<p><strong>Das Stendhal Syndrom</strong><br />
Susanne Kippenberger: &#8220;Um Glück zu empfinden, das hat schon Stendhal gewusst, muss man sich daran laben können.&#8221; &#8211; Wobei wir wieder beim <a href="http://trinklaune.de/2011/11/28/nebenwirkungen-des-genusses-oder-das-stendhal-syndrom/">Stendahl Syndrom</a> wären..<br />
Halten wir noch einmal einige Symptome dieses Syndroms fest: Desorientierung, Bewusstseinsstörungen, Hochgefühle, Ekstase, SchwindeL&#8230;<br />
Ähnelt das nicht stark an die <a href="http://trinklaune.de/2009/11/06/des-kaisers-bart-oder-warum-man-in-bars-nicht-streiten-sollte/">Auswirkungen des Alkoholkonsums</a>? Und sind nicht vielleicht einige dieser Auswirkungen nicht dem Nervengift Ethanol zuzuschreiben, sondern direkte Symptome eines kulinarischen Stendhal Syndroms? Zum Beispiel nach dem Genuss von Weltklasse Drinks wie &#8220;Ramos Gin Fizz&#8221; oder &#8220;Beuser &amp; Angus Special&#8221; oder eines Champagners, wie wir ihn <a href="http://trinklaune.de/2009/10/03/krug-verkostung-2009-krug-clos-du-mesnil-1988/">hier</a> beschrieben haben? Macht nicht <a href="http://sternefresser.de">&#8220;Sterne fressen&#8221;</a> glücklich? &#8211; Grossartigste Momente des Schwelgens erlebten wir als Trinklaune Team bei einer gemeinsamen Krug Verkostung, in Restaurants wie dem &#8220;<a href="http://trinklaune.de/2009/11/01/trinklaune-im-restaurant-e-t-a-hoffmann/">e.t.a. Hoffmann</a>” in Berlin oder kürzlich in der &#8220;<a href="http://trinklaune.de/2011/10/30/faustische-momente-trinklaune-in-der-kuchenwerkstatt/">Küchenwerkstatt</a>&#8221; in Hamburg.<br />
War das Glück?<br />
Nun, zumindest ein Zipfel davon. &#8211; Davon kann man zehren&#8230;</p>
<p><strong>Das kleine Zungenglück</strong><br />
Doch bedarf es keiner Sterneküche oder <a href="http://trinklaune.de/2010/03/13/weinzeit-grose-gewachse-%E2%80%93-baden/">Großer Gewächse</a>, um Glücksgefühle hervorzubringen. Auch die kleinen und einfachen Dinge können glücklich machen&#8230;<br />
Der Autor Thomas Hartmann sammelte in seinem Buch &#8220;Zungenglück und Gaumenqualen&#8221; Geschmackserinnerungen von Männern und Frauen wie zum Beispiel diese:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich bin ein Kriegskind, weiblich. Immer wenn ich traurig bin, backe ich Pfannkuchen. Es war ein Gefühl der Geborgenheit, wenn die Mutti Pfannkuchen gebacken hat. Es war Krieg, und Pfannkuchen gab es nur, wenn der Bauer nebenan Milch und Eier übrig hatte. Das war ein Glücksfall. Und Mutti hatte Himbeermarmelade eingekocht, die wurde draufgestrichen, der Pfannkuchen zusammen gewickelt. Wenn meine Tochter und ich heute um den Tisch sitzen und die herrlichen Pfannkuchen verspeisen, dann ist die Welt auch wieder in Ordnung.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Philosoph Denis Diderot hat recht:<br />
Ein Glück, das nicht von Zeit zu Zeit vom Vergnügen belebt wird<br />
und über das Vergnügen nicht seine Wonnen ausbreitet,<br />
ist weniger ein wahres Glück<br />
als ein Zustand, eine ruhige Lage: das ist ein trauriges Glück.</p>
<p>Das große Wort &#8220;Glück&#8221; sollte aber nicht überstrapaziert werden. Glück ist nicht generierbar, nicht machbar. Man kann diese Momente, diese zurecht Augenblicke genannten Phasen, nicht festhalten und sollte sie auch nicht mit der Glück-Seeligkeit verwechseln. Sie sind nicht das Ziel des Lebens, aber sie machen das Leben lebenswert.</p>
<p><strong>Macht Kulinarik high? </strong><br />
Jawoll! &#8211; Keine Frage. Auch die flüssige Kulinarik.<br />
Immer aufs Neue haben wir uns hier der Frage: <a href="http://trinklaune.de/2009/08/30/warum-champagner-teil-iii/">&#8220;Warum Champagner?&#8221;</a> gestellt.<br />
Die Wissenschaft vermutet nun, dass die aufsteigenden, tanzenden, wirbelnden Gasblasen des Edelschäumers nicht nur Aromastoffe zur Nase transportieren,<br />
sondern dass auch psychoaktive, euphorisierende Substanzen mitreisen.<br />
Erst in der Gasperle, dann fein zerstäubt in der Atemluft.<br />
<a href="http://trinklaune.de/2010/09/20/horbar-oder-champagner-ist-kein-stillwein/">Horchen</a> und riechen Sie an ihrem Champagner.<br />
Schnüffeln Sie ihn, atmen Sie tief ein, inhalieren Sie ihn,<br />
um ihn dann erst zu trinken. <a href="http://trinklaune.de/2009/10/26/trinklaune-im-avenger-land-iii-steedophilia-oder-ein-gentleman-ist-kein-snob/">Mit Bedacht</a>. -<br />
Sie werden belohnt mit einem High-Gefühl &#8211; im doppelten Sinne.</p>
<p><strong>Macht Kulinarik stendhalesk?</strong><br />
Na klar. &#8211; Und wenn Stendahl durch Kunstgenuss high wird und einem Kunstkoller, genannt <a href="http://trinklaune.de/2011/11/28/nebenwirkungen-des-genusses-oder-das-stendhal-syndrom/">Stendhal Syndrom</a>, verfällt, dann können wir das Gleiche auch für den kulinarischen Genuss postulieren.</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Glücksstoffe, die das Hirn ausschüttet, wenn uns die Sinne Genuss vermitteln wollen, sind ohnehin dieselben &#8211; egal, ob jemand sich freut, weil er eine Auster schluckt oder eine mathematische Formel verstanden hat. Man kennt rund fünfzig verschiedene sogenannte Neurotransmitter &#8230;es kommen noch allerhand Hormone dazu. Aus diesen lassen sich vielerlei Cocktails mixen, die in verschiedenen Gehirnregionen Gutes tun. &#8230; Ist es nicht wunderbar, dass wir so etwas feines im Schädel haben?&#8221;</p></blockquote>
<p>fragt Gero von Randow in seinem Buch &#8220;Geniessen &#8211; eine Ausschweifung&#8221;. Und er fährt fort: &#8220;Die segensreiche Arbeit des Gehirns erlaubt es uns, vom Genuss im Allgemeinen zu sprechen: von dem Wohlgefühl im Augenblick des Lebensverbrauchs.&#8221; -</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Macht Kulinarik glücklich? </strong><br />
Ja! &#8211; Immer wieder!<br />
So hat &#8211; wieder einmal &#8211; Goethe recht mit dem Merksatz:<br />
&#8220;So lang&#8217; man noch trinken kann, läßt sich&#8217;s noch glücklich sein&#8221;.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Nebenwirkungen des Genusses oder Das Stendhal Syndrom</title>
		<link>http://trinklaune.de/2011/11/28/nebenwirkungen-des-genusses-oder-das-stendhal-syndrom/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 16:04:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alchemyst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">&#8220;Ich wankte, ich schwankte, alles kreiste, ich war wie benommen&#8230;&#8221; Wer hier an die Auswirkungen von übermäßigen Alkoholkonsum denkt, liegt zwar nicht falsch, verkennt aber die Ursache:  Hier haben wir es mit Anzeichen des Stendhal Syndroms zu tun. &#8211; Tolle Sache, so ein Syndrom . Das Wort Syndrom kannte ich bisher vor allem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">&#8220;Ich wankte, ich schwankte, alles kreiste, ich war wie benommen&#8230;&#8221; Wer hier an die Auswirkungen von übermäßigen Alkoholkonsum denkt, liegt zwar nicht falsch, verkennt aber die Ursache:  Hier haben wir es mit Anzeichen des Stendhal Syndroms zu tun. &#8211;<br />
Tolle Sache, so ein Syndrom . Das Wort Syndrom kannte ich bisher vor allem aus dem Film &#8220;Das China Syndrom&#8221;, in dem es in einem Kernkraftwerk zu üblen Kontrollverlusten kommt. Das sogenannte Stendhal Syndrom dagegen bezeichnet ein ganz bezauberndes Phänomen, dessen Namensgebung auf den jungen Schriftsteller Marie-Henri Beyle (Pseudonym Stendhal) zurückgeht.</p>
<div id="attachment_15967" class="wp-caption aligncenter" style="width: 230px"><a href="http://trinklaune.de/2011/11/28/nebenwirkungen-des-genusses-oder-das-stendhal-syndrom/stendhal/" rel="attachment wp-att-15967"><img src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/11/Stendhal.jpg" alt="" title="Stendhal" width="220" height="285" class="size-full wp-image-15967" /></a><p class="wp-caption-text">Stendhal - ein ausgeflippter Typ...</p></div>
<p><strong>Dem Schriftsteller Stendhal wird der Kopf verdreht</strong></p>
<p>&#8220;Der junge Schriftsteller und Ex-Soldat Marie-Henri Beyle arbeitete in der Militär- und Zivilverwaltung, als Napoleons Kaiserreich 1815 zusammenbrach. Er wurde auf halbe Bezüge gesetzt und bemühte sich um einen neuen Job, doch nicht mal als Aushilfsbibliothekar wollte ihn jemand haben. Also zog er nach Italien, wo ihm schon des Öfteren einige Damen den Kopf verdreht hatten &#8211; wenn schon arm, dann wenigstens glücklich, dachte er sich. Sogleich schrieb er das Reisebuch »Rome, Naples et Florence« und nannte sich erstmals Stendhal. In dem Buch, erschienen 1817, erzählt Stendhal von seinen Erlebnissen in der Florentiner Franziskanerkirche Santa Croce. Und diese Kirche hat es in sich. Die sterblichen Überreste von Michelangelo, Macchiavelli und Galileo lagern hier (später sollte noch Rossini hinzukommen); drumherum bestaunen Besucher Giottos meisterhafte Fresken. Stendhal war begeistert. Ja, mehr als das:</p>
<blockquote style="text-align: justify;"><p>»Ich befand mich in einer Art Ekstase bei dem Gedanken, in Florenz und den Gräbern so vieler Großen so nahe zu sein. zu sein. Ich war in Bewunderung der erhabenen Schönheit versunken; ich sah sie aus nächster Nähe und berührte sie fast. Ich war auf dem Punkt der Begeisterung angelangt, wo sich die himmlischen Empfindungen, wie sie die Kunst bietet, mit leidenschaftlichen Gefühlen gatten. Als ich die Kirche verließ, klopfte mir das Herz; mein Lebensquell war versiegt, und ich fürchtete umzufallen&#8230;.«</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Halluzinierend und der Ohnmacht nahe, taumelte Stendhal an die frische Luft. Er brauchte einige Stunden, um sich wieder zu sammeln.&#8221; schreibt Stephan Maiwald im Merian 1/2006</p>
<p><strong><br />
Die Psychologin Graziella Magherini hat Köpfchen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es war die in Florenz praktizierende Psychiaterin Graziella Magherini, die dieses Phänomen dann eingehender erforschte. In einer Studie schilderte sie das Schicksal von 106 Personen, die wie Stendhal an Störungen des Denkens und der Wahrnehmung litten. Sie erkannte: Allzu intensiver Kunstgenuss kann zu Kontrollverlusten führen und zum &#8220;Verlust der Kohäsion des Selbst&#8221;. Dieses Ausflippen, diese Art von Zerrüttung, diese Erkrankung taufte Magherini auf den Begriff: Stendhal Syndrom oder auch &#8220;Florentinische Krankheit&#8221;. In einem zweiten Buch unterfütterte sie ihre Untersuchungen, sodass der Terminus &#8220;Stendhal Syndrom&#8221; inzwischen ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stendhal-Syndrom">stehender Begriff</a> ist und eine weitgehend anerkannte <a href="http://www.wissenschaft-online.de/artikel/893963">Diagnose</a> darstellt.</p>
<p><strong>Eine Putzfrau im (Wisch und Weg) Wahn reagiert kopflos</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Diesen Monat erschütterte nun folgende <a href="http://nachrichten.t-online.de/dortmund-putzfrau-schrubbt-kunstwerk-weg/id_51158912/index">Nachricht</a> die kunstbeflissene Öffentlichkeit: &#8220;In einem Museum in Dortmund hat eine Putzfrau Teile eines Kunstwerks weggeschrubbt. Es geht um einen Holzplattenturm mit einem weißlichen Kalkfleck. Diesen Fleck hat die Putzfrau entsorgt, weil sie ihn für Schmutz hielt. Das Werk mit dem Titel „Wenn’s anfängt durch die Decke zu tropfen“ hat einen Versicherungswert von 800.000 Euro&#8221;  &#8211; Ich frage mich (um uns noch einmal der Berufsgruppe der <a href="http://trinklaune.de/2011/11/08/immer-sauber-bleiben-oder-der-tag-der-putzfrau/">Putzfrauen</a> zu nähern), ob nicht diese arme Putzfrau angesichts dieser kühnen Konstruktion überwältigt war und in ein Stendhal Syndrom verfiel und deshalb wie von Sinnen  dieses unwiederholbare, erhabene Kunstwerk zerstörte? Diese im Grunde unentschuldbare, unfassbare Tat (die uns hier im Blog noch weiter beschäftigen wird) hätte nun &#8211; Stendhal sei Dank &#8211; eine wissenschaftliche Erklärung gefunden. Zu betörend war der kunstästhetische Eindruck, zu verstörend dieses Übermaß an Schönheit, zu überwältigend der Zauber der Kunst und die kulturelle Reizüberflutung. So, nur so,  ist die Zerstörung dieses einmaligen Kulturgutes zu begreifen und zu entschuldigen.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch ich möchte noch weiter gehen&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Halten wir noch einmal einige Symptome des Stendhal Syndroms fest: Desorientierung, Bewusstseinsstörungen, Hochgefühle, Ekstase, SchwindeL&#8230; Ähnelt das nicht stark an die <a href="http://trinklaune.de/2009/11/06/des-kaisers-bart-oder-warum-man-in-bars-nicht-streiten-sollte/">Auswirkungen des Alkoholkonsums</a>? Und sind nicht vielleicht einige dieser Auswirkungen nicht dem Nervengift Ethanol zuzuschreiben, sondern direkte Symptome einer kulinarischen Variante des Stendhal Syndroms?</p>
<p style="text-align: justify;">Über eine solche wollen wir in ein paar Tagen unter der Überschrift &#8220;<a href="http://trinklaune.de/2011/12/04/macht-kulinarik-glucklich-oder-das-kulinarische-stendhal-syndrom/?preview=true&#038;preview_id=15949&#038;preview_nonce=2c2d7136b5">Macht Kulinarik glücklich? oder Das kulinarische Stendhal Syndrom</a>&#8221; weiter spekulieren&#8230;</p>
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		<title>Immer sauber bleiben oder Der Tag der Putzfrau</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 19:48:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alchemyst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Heute am 8. November ist der Internationale Tag der Putzfrau. Trinklaune.de als Gastroblog nimmt diesen Tag zum Anlass wieder einmal die kleinen, unscheinbaren Dinge in den Blick zu nehmen. In diesem Fall Personen ohne die die Gastronomie nicht funktionieren würde, die aber äusserst selten ins Blickfeld geraten. Okay, Putz-Frau ist natürlich kein ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a rel="attachment wp-att-15785" href="http://trinklaune.de/2011/11/08/immer-sauber-bleiben-oder-der-tag-der-putzfrau/putz-frau/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15785" title="Putz! Frauen" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/11/Putz-Frau-185x300.png" alt="" width="185" height="300" /></a>Heute am 8. November ist der Internationale Tag der Putzfrau. Trinklaune.de als Gastroblog nimmt diesen Tag zum Anlass wieder einmal die kleinen, unscheinbaren Dinge in den Blick zu nehmen. In diesem Fall Personen ohne die die Gastronomie nicht funktionieren würde, die aber äusserst selten ins Blickfeld geraten.<br />
Okay, Putz-Frau ist natürlich kein ganz korrektes Wort. Raumkosmetiker/in aber auch nicht. „Willst du mich verscheißern?“ würde meine Putzfrau in ihrer recht saloppen Art fragen, wenn ich sie so betiteln würde. Gut, ich könnte „Reinigungskraft“ sagen, aber was soll das? – Putzfrau versteht jeder. Und so ein Internationaler Tag ist eben nicht der Tag der Reinigungskraft, sondern der der Putz-Frau.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Nicht nur an Silvester: Viel Schall und Rauch.</strong><br />
Es ist ähnlich wie mit dem Tresenkellner. Der heißt Barkeeper oder Bartender, aber nur selten nennt er sich etwas aufgebläht: Mixologe. &#8211; Und so mancher &#8220;Connaisseur&#8221; ist eigentlich ein Säufer bzw. alkoholkrank&#8230; Aber das behält man besser für sich&#8230; &#8211; Wie auch immer: aus Umweltschutzgründen sollten Begriffe wie Mixologe, Raumkosmetikerin und Facility Manager verboten werden: Sie sind letztlich Schall und Rauch.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kennen Sie Karo Rutkowsky? oder Das tägliche Reset</strong><br />
Zurück zum Tag der Putzfrau. Die Entstehung dieses Tages ist eine wunderbare Web 2.0 Geschichte. Diesen Gedenk-Tag gibt es erst seit 2004. Seine Entstehung ist recht amüsant: Die Krimiautorin Gesine Schulz  schreibt Krimis rund um die Privatdetektivin und Putzfrau Karo  Rutkowsky. Deren fiktives Geburtsdatum, den 8. November, nahm sie 2004  zum Anlass, den Gedenktag in eine Liste bei Wikipedia  einzutragen. Seither dient der 8. November dem   Anlass über die Putzfrau und ihr Wohl und Wehe  nachzudenken. Karo Rutkowsky steht somit als Prototyp für viele Putzfrauen. Diese sieht man oft nicht, man hört sie nicht. Sie arbeiten im Verborgenen wie die Heinzelmännchen. Und sind unersetzlich: sie bieten eine Arbeitsleistung vergleichbar mit dem täglichen Drücken der Reset-Taste. Tolle Sache!  &#8211; &#8220;Aber schlecht bezahlt!&#8221; klagen die Putzfrauen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Nebenwirkungen des Genusses</strong><br />
Nachdem nun fast alle Medien über Mindestlohn, Arbeitsbedingungen oder den sozialen Status der Putzfrauen nachdenken, wendet sich Trinklaune in den kommenden Wochen anderen Problemen zu. Problemen denen Putzfrauen ausgesetzt sind oder die durch Putzfrauen verursacht werden. Macht und Ohnmacht der Putzfrauen sozusagen.<br />
Unsere Serie wird in den nächsten Tagen beginnen mit Beiträgen wie:<br />
- Nebenwirkungen des vollkommenen Genusses oder das Stendhal Syndrom<br />
sowie<br />
- Zwischen Beuys, Brandy Crusta und Billy Jean &#8211; Zum modernen Schamanentum in Zeiten zugesetzter Zuckercouleur</p>
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		<title>Lehrstücke des Lebens Teil 1 oder Zechprellerei ist kein Kavaliersdelikt</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 12:48:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alchemyst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[<p></p> <p style="text-align: justify;">Drei Gläser Wein: Mainzer OB vergisst, in einer Bar in Ruanda zu zahlen &#8211; und gerät unter Druck</p> <p>Der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel (65, SPD) könnte jetzt durch eine nicht bezahlte Rechnung an einer Hotelbar in Ruanda seinen Job verlieren. Und das kam so: Beutel war Mitglied einer Delegation aus Rheinland-Pfalz, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-15683" href="http://trinklaune.de/2011/10/31/lehrstucke-des-lebens-teil-1-oder-zechprellerei-ist-kein-kavaliersdelikt/drei-glaser-von-der-treue-im-kleinen-und-barzeche-im-speziellen-800x600-2/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15683" title="Drei Gläser - von der Treue im Kleinen und Barzeche im Speziellen - [800x600]" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/Drei-Gläser-von-der-Treue-im-Kleinen-und-Barzeche-im-Speziellen-800x6001-300x225.jpg" alt="" width="400" height="300" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Drei Gläser Wein: Mainzer OB vergisst, in einer Bar in Ruanda zu zahlen &#8211; und gerät unter Druck</p>
<blockquote style="text-align: justify;"><p>Der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel (65, SPD) könnte  jetzt durch eine nicht bezahlte Rechnung an einer Hotelbar in Ruanda  seinen Job verlieren. Und das kam so: Beutel war Mitglied einer  Delegation aus Rheinland-Pfalz, die für acht Tage das Partnerland Ruanda  besuchte. Tagsüber informierten sich die Politiker über die Projekte,  die mit deutscher Hilfe angeschoben werden. Am Abend saß die Delegation  an der Poolbar des Hotels &#8220;Mille Collines&#8221; in der Hauptstadt Kigali.  Beutel trank drei Glas Rotwein &#8211; und ging dann einfach ins Bett,  berichtet die Mainzer &#8220;Allgemeine Zeitung&#8221;. Innenminister Roger Lewentz  (ebenfalls SPD) zahlte die drei Gläser mit, war aber offensichtlich  schwer verärgert über den abgängigen Genossen Beutel, wie Journalisten  berichten. Nach der Rückkehr sickerte die Geschichte in Mainz durch, und der OB sprach von einer &#8220;Petitesse&#8221;, er habe nie die Zeche  prellen wollen, das Ganze sei eine &#8220;Verfolgungsjagd&#8221;. Er hätte besser  den Mund gehalten. Jetzt kam richtig Schwung in die Sache. Ein Reporter  meldete, er habe mit Beutel auf der Reise in einem Restaurant gesessen,  der OB sei aufgestanden &#8211; und zurück blieb ein halb volles und vor allem  nicht bezahltes Bier. In der öffentlichen Meinung war der  Oberbürgermeister damit ein gewohnheitsmäßiger Zechpreller, der es sich  auf Kosten der Ärmsten gut gehen lässt. Jetzt entschuldigte sich Beutel.  Er habe kein Kleingeld mehr gehabt. Der OB räumte plötzlich ein  &#8220;Fehlverhalten&#8221; ein und spendete 1000 Euro an eine Hilfsorganisation,  die in Ruanda tätig ist. Nach dieser Posse brachte die oppositionelle  CDU einen Abwahlantrag in den Stadtrat ein, dem sich die kleineren  Parteien anschlossen. Die mitregierenden Grünen wollen Beutel noch die  Gelegenheit geben, selbst &#8220;die notwendigen Konsequenzen&#8221; zu ziehen.  Tatsächlich rechnen Insider damit, dass der Oberbürgermeister in diesen  Tagen seinen Rücktritt erklärt. Die Liste der politischen Stolpersteine  ist um drei Gläser Wein länger.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">So stand es heute auf der Titelseite meiner morgendlichen Tageszeitung &#8220;Die Welt&#8221; und so kann man es auch auf welt.de <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article13688307/Drei-Glaeser-Wein-koennten-Mainzer-OB-zu-Fall-bringen.html">nachlesen</a>.</p>
<p>_________________________________________________________________</p>
<p><strong>&#8220;Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu&#8221;</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ein Lehrstück fürs Leben. Da heute Reformationstag ist, möchte ich, quasi als Kommentar, an die Parabel vom ungerechten Verwalter erinnern, die im Neuen Testament bei Lukas im 16 Kapitel zu finden ist. Dort sagt Jesus: &#8220;Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht.&#8221;  Es sind die scheinbar kleinen Dinge des Lebens, die zählen.<br />
Nach all den Guttenbergs, falschen Doktortiteln, nach all der Blenderei und Falschzählerei, nach all dem Widerspruch zwischen Schein und Sein, sehnt sich der Mensch, der Bürger, der Wähler nach Politikern, die auch im Kleinen treu sind.<br />
Das macht den <a href="http://trinklaune.de/2009/10/26/trinklaune-im-avenger-land-iii-steedophilia-oder-ein-gentleman-ist-kein-snob/">Unterschied zwischen Haltung oder bloßer Attitüde</a>.<br />
Geben sie nie jemandem neue Verantwortung, wenn er sich nicht in der Verantwortung bewährt hat, in der er jetzt steht. Heute übersieht er die Bar-Rechnung, morgen vielleicht 55,5 Milliarden (die weiteren Stellen hinter dem Komma interessieren anscheinend niemanden&#8230;.) &#8211; So scheint es mir besser, wenn jemand  über eine Barzeche stolpert, als über eine Bankpleite.<br />
Wir sehen: Die Zeche muss man zahlen. So oder so.</p>
<p>_________________________________________________________________</p>
<p><strong>Von kleinen Dingen und der Wahrheit</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Doch sollte man nicht milde sein? <a href="http://trinklaune.de/2009/11/06/des-kaisers-bart-oder-warum-man-in-bars-nicht-streiten-sollte/">- Es war immerhin Alkohol im Spiel&#8230;.</a></p>
<p style="text-align: justify;">Ich sage: zum Glück!<br />
&#8220;Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen,<br />
Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.&#8221; nach Wilhelm Busch&#8230;<br />
Solch schönes kleines Ding wie ein Glas Wein bringt es an den Tag:</p>
<blockquote style="text-align: justify;"><p>&#8220;Im Wein, da liegt Wahrheit,<br />
hat a Dichter mal g&#8217;sagt.<br />
Seitdem ist bei mir drum<br />
die Wahrheit stets g&#8217;fragt.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Hermann Lahm in »Aufzug zum Himmel«, Kilian-Verlag</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Trinklaune auf Sansibar oder &#8220;Sugarcane juice all over the world&#8221;</title>
		<link>http://trinklaune.de/2011/10/14/trinklaune-auf-sansibar-oder-sugarcane-juice-all-over-the-world/</link>
		<comments>http://trinklaune.de/2011/10/14/trinklaune-auf-sansibar-oder-sugarcane-juice-all-over-the-world/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 22:09:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alchemyst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[<p></p> <p style="text-align: justify;">Das Archipel Sansibar liegt im Indischen Ozean 40 km vor Tansanias Küste. Die Hauptstadt heißt Zanzibar Town, ihr Herzstück aber wird einfach Stonetown genannt. Vor gut 300 Jahren erbauten die zugereisten Araber die ersten Häuser aus Korallenstein, eine in Afrika unübliche Bauweise. In ihren zerklüfteten Strassen und unzähligen engen Gassen pulsiert das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-15410" href="http://trinklaune.de/2011/10/14/trinklaune-auf-sansibar-oder-sugarcane-juice-all-over-the-world/dsc02268a-800x600-3/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15410" title="DSC02268a [800x600] (3)" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/DSC02268a-800x600-3-300x290.jpg" alt="" width="300" height="290" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Das Archipel Sansibar liegt im Indischen Ozean 40 km vor Tansanias Küste.  Die Hauptstadt heißt Zanzibar Town, ihr Herzstück aber wird einfach Stonetown genannt.<br />
Vor gut 300 Jahren erbauten die zugereisten Araber die ersten Häuser aus Korallenstein, eine in Afrika unübliche Bauweise. In ihren zerklüfteten Strassen und unzähligen engen Gassen pulsiert das Leben, duften allerlei afrikanisch-orientalische Köstlichkeiten.</p>
<p style="text-align: justify;">Mein privater Stadtführer wies mir kundig den Weg durch das labyrinthische  Gassengewirr, zeigte mir allerlei historische Sehenswürdigkeiten, den Sultanspalast, das „House of Wonders“ und die alte Bar des ehemaligen „English Club of East Africa“.</p>
<p style="text-align: justify;">
<div id="attachment_15223" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a rel="attachment wp-att-15223" href="http://trinklaune.de/2011/10/14/trinklaune-auf-sansibar-oder-sugarcane-juice-all-over-the-world/dsc02264-800x600/"><img class="size-medium wp-image-15223" title="DSC02264 [800x600]" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/DSC02264-800x600-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die renovierte Bar des „English Club of East Africa“ im Africa-House</p></div>
<div id="attachment_15404" class="wp-caption aligncenter" style="width: 360px"><a rel="attachment wp-att-15404" href="http://trinklaune.de/2011/10/14/trinklaune-auf-sansibar-oder-sugarcane-juice-all-over-the-world/dsc02263a-800x600/"><img class="size-medium wp-image-15404" title="DSC02263a [800x600]" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/DSC02263a-800x600-300x187.jpg" alt="" width="350" height="218" /></a><p class="wp-caption-text">Warten auf den Sonnenuntergang auf der Terrasse der Bar des Afrika-House </p></div>
<div id="attachment_15407" class="wp-caption aligncenter" style="width: 360px"><a rel="attachment wp-att-15407" href="http://trinklaune.de/2011/10/14/trinklaune-auf-sansibar-oder-sugarcane-juice-all-over-the-world/dsc02259a-800x600/"><img class="size-medium wp-image-15407" title="DSC02259a [800x600]" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/DSC02259a-800x600-300x177.jpg" alt="" width="350" height="207" /></a><p class="wp-caption-text">Lounging - „English Club of East Africa“</p></div>
<p style="text-align: justify;">Und er warnte mich abends auf den Markt an der Uferpromenade zu gehen, um dort zu essen und zu trinken, da es dort „ungesund“ für mich sei, doch ich denke, er wollte mich nur in ein bestimmtes Restaurant locken… &#8211; Wäre ich nicht gegangen wäre mir viel ent-gangen.<br />
<a rel="attachment wp-att-15211" href="http://trinklaune.de/2011/10/14/trinklaune-auf-sansibar-oder-sugarcane-juice-all-over-the-world/stonetown-markt-800x600/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15211" title="Stonetown Markt [800x600]" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/Stonetown-Markt-800x600-300x151.jpg" alt="" width="300" height="151" /></a><br />
<a rel="attachment wp-att-15212" href="http://trinklaune.de/2011/10/14/trinklaune-auf-sansibar-oder-sugarcane-juice-all-over-the-world/stonetown-markt3-800x600/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15212" title="Stonetown Markt3 [800x600]" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/Stonetown-Markt3-800x600-300x153.jpg" alt="" width="300" height="153" /></a><br />
Allabendlich erwacht in Stonetown auf der Uferpromenande um die Forodhani Gardens  eine Art „Freßmeile“ auf der Einheimische in kleinen Garküchen diverses Seafood und Fleischspieße (Mishkaki) grillen, gegrillte Banane mit Schokolade überziehen oder exotische Salate, Knoblauchbrote, sansibarische  Pizzen, gefüllte Teigtaschen (Samosas), afrikanische Crêpe (Chapati), gut gewürzte Kartoffelbälle (Kachori) anboten. Der ganze Reichtum der sansibarische Küche war hier an einem Ort  schmeckbar und erfahrbar.<br />
<a rel="attachment wp-att-15213" href="http://trinklaune.de/2011/10/14/trinklaune-auf-sansibar-oder-sugarcane-juice-all-over-the-world/stonetown-markt2-800x600/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15213" title="Stonetown Markt2 [800x600]" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/Stonetown-Markt2-800x600-300x172.jpg" alt="" width="300" height="172" /></a><br />
Auf diesem Markt hab ich auch allabendlich meinen alkoholfreien Lieblingsdrink auf Sansibar mit großer Freude vor dem Essen genossen, quasi als Aperitif.  Die Zubereitung kannte ich bereits  aus anderen tropischen Gefilden: frisch geerntetes Zuckerrohr wird mittels einer Art Walze ausgepresst und so der Zuckerrohrsaft gewonnen. Danach wird das plattgedrückte Zuckerrohr geknickt und in den Knick kleine Limettenstücke und Ingwerscheiben eingelegt und das Ganze ein weiteres Mal gepresst. Aber da geht noch was und so wird die Prozedur zum dritten Mal durchgeführt.</p>
<p><div id="attachment_15453" class="wp-caption aligncenter" style="width: 235px"><a rel="attachment wp-att-15453" href="http://trinklaune.de/2011/10/14/trinklaune-auf-sansibar-oder-sugarcane-juice-all-over-the-world/dsc02346-800x600-2/"><img class="size-medium wp-image-15453" title="DSC02346 [800x600]" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/DSC02346-800x6001-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Zuckerrohr, Ingwer, Limetten</p></div><br />
<a rel="attachment wp-att-15209" href="http://trinklaune.de/2011/10/14/trinklaune-auf-sansibar-oder-sugarcane-juice-all-over-the-world/zuckerrohrpresse3-800x600/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15209" title="Zuckerrohrpresse3 [800x600]" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/Zuckerrohrpresse3-800x600-285x300.jpg" alt="" width="285" height="300" /></a><br />
Das Ergebnis aus frischen Zutaten: Süßer Zuckerrohrsaft plus Limettensaft plus Ingweröl plus etwas Eis ergibt eine spannende erfrischende, süßsaure und scharfe Kombination, die das Gegenteil eines langweiligen Mocktails ist und die während meines Aufenthaltes in Stonetown mein obligater Pre-Dinner Drink wurde.<br />
<a rel="attachment wp-att-15210" href="http://trinklaune.de/2011/10/14/trinklaune-auf-sansibar-oder-sugarcane-juice-all-over-the-world/zuckerrohrgetrank-800x600/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15210" title="Zuckerrohrgetränk [800x600]" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/Zuckerrohrgetränk-800x600-229x300.jpg" alt="" width="229" height="300" /></a><br />
Die unterschiedliche regionale Bereitung von frischen Zuckerrohrsaft  zeigt: er ist so etwas wie ein Weltgetränk. &#8211; Wikipedia schlüsselt dies schön auf:</p>
<blockquote><p>Sugar cane juice is the national drink of <strong>Pakistan</strong>, where it is called Roh. It is sold fresh by roadside vendors only, as the juice begins turning black very quickly due to oxidation.[citation needed] It is sold in glasses with or without ice.</p>
<p><strong>Hong Kong</strong> street vendors began offering sugar cane juice in Hong Kong in the 1970s. Its popularity led to bottled sugar cane beverages being sold in supermarkets like PARKnSHOP.</p>
<p style="text-align: justify;">In <strong>Zanzibar</strong> street vendors crush sugar cane with small amounts of fresh ginger.</p>
<p>Sugar cane juice, called nước mía, is very popular in <strong>Vietnam</strong> as a refreshing drink in the hot Vietnamese climate. It is available at most small street stalls, and is often sold alongside other popular Asian beverages. It was common for sugar cane juice to be sold in small plastic bags filled with ice, with the open end attached around a drinking straw by a rubber band. It is now more commonly sold in white foam cups.</p>
<p>In <strong>Brazil</strong>, sugar cane juice is called caldo de cana or garapa and is usually served with lemon.</p>
<p>In <strong>Egypt</strong>, sugar cane juice is called aseer asab (Egyptian Arabic: [ʕɑˈsˤiːr ˈʔɑsˤɑb] عصير قصب) and is by far the most popular drink served by almost all fruit juice vendors, who can be found abundantly in most cities. It is a very refreshing midday summer drink.</p>
<p>In <strong>Indonesia</strong> and in <strong>Malaysia</strong> also, sugar cane juice is called air tebu. In Bahasa Melayu, &#8220;tebu&#8221; is sugar cane and &#8220;air&#8221; is water. It is sold throughout the nation especially among street vendors. It is also bottled for local distribution in some regions and sold at food courts daily.</p>
<p>This is a popular drink in Northern states of <strong>India</strong>. It is called Roh in eastern Punjab. People usually like this drink in the summer months. Some other additives are added to the fresh juice like lemon,ginger, mint, and ice. People can find Roh along the roadsides in Punjab from mid March to the last of October. Most of the vendors do prepare fresh juice quickly on demand.</p>
<p>In <strong>Singapore</strong>, food courts also sell sugar cane juice but not on streets. Both countries use electronic pressers as it is easier and faster.</p>
<p>The <strong>Chinese</strong> community in three countries also prefers to call sugar cane juice &#8220;Gam Jia Zui&#8221; which means &#8220;Sugar Cane Water&#8221; in the Chinese dialect of Hokkien.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Noch ein paar Worte zur Hygiene und und zum verwendeten  Eis: Natürlich kenne ich die Warnung in südlichen tropischen Regionen Getränke mit Eis zu konsumieren.  „Montezumas Rache“ droht allerorten und diese Warnungen sind nicht von der Hand zu weisen. In jedem zweiten Reiseführer kann man somit lesen: „Cook it, boil it or forget it.“ Frische Salate, Carpaccio und Eis sind somit tabu. – Ich will dem nicht widersprechen. &#8211; Nur habe ich – ich bin kein besonders ängstlicher Typ – für mich entschieden, das zu essen und zu trinken, was auf dem Tisch kommt. Wenn ich einen guten Eindruck von der Küche und der Zubereitung habe, setze ich mich über derlei Merksatz-Bedenkenträgerei  hinweg und bin bisher gut damit gefahren. Zur ähnlich gelagerten Problematik bezüglich der Verwendung frischen Eiweißes, haben wir uns ja bereits <a href="http://trinklaune.de/2009/04/12/rohe-ostern-oder-%e2%80%9eyou-hard-boil-your-easter-eggs-%e2%80%93-we-separate-and-shake-ours%e2%80%9d/">hier</a> und <a href="http://trinklaune.de/2010/04/04/osterwein-und-osterei">hier</a> geäußert.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Trinklaune auf Sansibar oder von Hintertüren, Waldverstecken und anderen Auswirkungen der Prohibition</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 22:03:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alchemyst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Sansibar ist eine von der muslimischen Kultur geprägte Insel, was bedeutet, dass alkoholische Getränke verboten sind. Mein von Indern geführtes Hotel in Stone Town auf Sansibar (oder Zanzibar) wies mich per Aushang darauf hin:</p> <p>Das Hotel verfügt über keine Lizenz zum Alkoholausschank und der Konsum von alkoholischen Getränken auf dem Gelände ist verboten.</p> <p> Auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://trinklaune.de/2011/10/05/trinklaune-auf-sansibar-oder-von-hinterturen-waldverstecken-und-anderen-auswirkungen-der-prohibition/dschungelkonig2-800x600/" rel="attachment wp-att-15218"><img src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/Dschungelkönig2-800x600-300x290.jpg" alt="" title="[800x600]" width="350" height="335" class="aligncenter size-medium wp-image-15218" /></a></a>Sansibar ist eine von der muslimischen Kultur geprägte Insel, was bedeutet, dass alkoholische Getränke verboten sind.<br />
Mein von Indern geführtes Hotel in Stone Town auf Sansibar (oder Zanzibar) wies mich per Aushang darauf hin:</p>
<blockquote><p>Das Hotel verfügt über keine Lizenz zum Alkoholausschank und der Konsum von alkoholischen Getränken auf dem Gelände ist verboten.</p></blockquote>
<p><a rel="attachment wp-att-15221" href="http://trinklaune.de/2011/10/05/trinklaune-auf-sansibar-oder-von-hinterturen-waldverstecken-und-anderen-auswirkungen-der-prohibition/dsc02245a-800x600/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15221" title="DSC02245a [800x600]" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/DSC02245a-800x600-300x59.jpg" alt="" width="400" height="79" /></a><br />
Auch ein alter Reiseführer vermerkte:<br />
<a rel="attachment wp-att-15054" href="http://trinklaune.de/2011/10/05/trinklaune-auf-sansibar-oder-von-hinterturen-waldverstecken-und-anderen-auswirkungen-der-prohibition/dsc02487a/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15054" title="DSC02487a" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/09/DSC02487a-300x93.jpg" alt="" width="400" height="124" /></a><br />
Damit ist zur Trinklaune auf Sansibar alles gesagt – scheint es. -<br />
Aber zum einen gab es hervorragende alkoholfreie Drinks auf die ich noch eingehen werde, zum anderen die berühmten Ausnahmen von der Regel.<br />
Wir alle kennen den Unterschied zwischen der Wahrheit und der veröffentlichten Wahrheit, zwischen Sein und Schein.<br />
In Afrika und speziell auch in islamisch geprägten Ländern wird aus diesem Spagat eine Methode. Nachdem Zanzibar von der UN Gelder für ein umfangreiches Anti-Malaria Programm bekommen hatte und ein Teil der Gelder für, sagen wir mal, andere gute Zwecke verwandt wurde, hatte die Regierung angesichts der fast unvermindert grassierenden Malaria ein Problem. Flugs wurden die Malariarate quasi per Federstrich auf unter 1% reduziert und Zanzibar für praktisch <a href="http://www.sansibar-hotels.de/wissenswertes/gesundheit-sicherheit">malariafrei</a> erklärt. &#8211; Eine fatale, bewusst gestreute Falschinformation wie mir Einheimische glaubhaft versicherten.</p>
<blockquote style="text-align: justify;"><p>Heute bestimmt weder das Sein das Bewußtsein, noch das Bewußtsein das Sein, sondern der Schein bestimmt Sein und Bewußtsein. &#8211; Peter O. Piron</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">
<div id="attachment_15291" class="wp-caption aligncenter" style="width: 235px"><a rel="attachment wp-att-15291" href="http://trinklaune.de/2011/10/05/trinklaune-auf-sansibar-oder-von-hinterturen-waldverstecken-und-anderen-auswirkungen-der-prohibition/klipdrift-gold-brandy-800x600/"><img class="size-medium wp-image-15291" title="Klipdrift Gold Brandy [800x600]" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/Klipdrift-Gold-Brandy-800x600-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Beliebt: Klipdrift Gold Brandy - Südafrika</p></div>
<p style="text-align: justify;">Wie immer, wenn die Prohibition im Land regiert, findet Alkoholkonsum im Verborgenen statt, führt der Ausnahmezustand bezüglich des Spirituosengenusses zu Ausnahmemaßnahmen. Ist die Vordertür versperrt, so nimmt man die Hintertür. Was nicht öffentlich sein darf, findet in Verborgenen statt. Was im Hellen an den Tag kommen konnte, geschieht im Dunkeln.<br />
Während also das Hotel keine Lizenz zum Alkoholausschank hatte und auf der Barkarte somit nur „Mocktails“ zu finden waren, beobachtete ich, wie über den Lieferanteneingang kistenweise ein mir unbekannter Whisky angeliefert wurde. Ob er vielleicht für die gut betuchten indischen Gäste bestimmt war, die übers Wochenende angereist waren?</p>
<div id="attachment_15290" class="wp-caption aligncenter" style="width: 208px"><a rel="attachment wp-att-15290" href="http://trinklaune.de/2011/10/05/trinklaune-auf-sansibar-oder-von-hinterturen-waldverstecken-und-anderen-auswirkungen-der-prohibition/img_0036a-2/"><img class="size-medium wp-image-15290" title="IMG_0036a" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/IMG_0036a-198x300.jpg" alt="" width="198" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Beliebt: Regency Whisky - Tanzania Distilleries Limited</p></div>
<p style="text-align: justify;">Nachdem ich Stonetown etwas wehmütig verlassen habe, führte mich der Weg über die Insel zu einer „SpiceTour“, einen Ausflug in die Welt der vielfältigen Früchte und Gewürze, die auf dieser Insel im Indischen Ozean überreich angebaut wurde. Eine Tour von der ich nicht viel erwartete. Ich habe zwei pharmazeutische Ausbildungsgänge hinter mit, in der die Botanik, die Welt der Heilpflanzen und Gewürze eine große Rolle spielten. Stundenlang mussten wir Teemischungen näher bestimmen, Gewürze erschmecken, Pflanzen mikroskopieren.  Was sollte mir ein Gewürzführer schon groß erzählen? – Nun, Hochmut kommt vor dem Fall. Hier vor Ort, am Ursprungsort, im eigentlichen Anbaugebiet die aromatischen, frischen Früchte und Pflanzenteile zu erriechten und zu erschmecken, war ein großes Erlebnis. Der Reichtum der Düfte und Geschmackssensationen war überwältigend. &#8211; In Bezug auf die Papayafrucht  erfuhr ich, dass diese, nachdem sie eingemaischt  wird, von manchen Sansibaris „in den Wäldern“, im Verborgenen  zu hochprozentigen Alkohol destilliert wird. Dieser sei „stark“ und führe innerhalb von einer Stunde „zu ganz roten Augen“ …<br />
Ich fürchte die Unterscheidung bei  einer  Destillation zwischen Vorlauf,  „Herz“ und Nachlauf ist nicht nur in den Wäldern von Russland, sondern auf Sansibar nicht jedem bekannt. –</p>
<div id="attachment_15289" class="wp-caption aligncenter" style="width: 248px"><a href="http://trinklaune.de/2011/10/05/trinklaune-auf-sansibar-oder-von-hinterturen-waldverstecken-und-anderen-auswirkungen-der-prohibition/dsc02032a-800x600/" rel="attachment wp-att-15289"><img src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/DSC02032a-800x600-238x300.jpg" alt="" title="DSC02032a [800x600]" width="238" height="300" class="size-medium wp-image-15289" /></a><p class="wp-caption-text">Beliebt: Viceroy - Old Liqueur Brandy - Van Ryn Distillery / SA</p></div>
<p style="text-align: justify;">Im weiteren Verlauf der Reise erreichte ich mein Resort an der Küste. Hier am palmenbewehrten Strand machte ich lange Spaziergänge und schaute mir diverse Hotelkomplexe an. Zusammenfassend kann ich sagen, auch aufgrund meiner Beobachtung in der Hauptstadt Stone Town,  dass die strandnahe, touristenorientierte  Gastronomie und Hotelerie auch alkoholische Getränke bereithält &#8211; Ob lizensiert oder eben auch nicht… Touristen verlangen danach, man kann damit Umsatz machen, also gibt es sie.</p>
<div id="attachment_15288" class="wp-caption aligncenter" style="width: 174px"><a rel="attachment wp-att-15288" href="http://trinklaune.de/2011/10/05/trinklaune-auf-sansibar-oder-von-hinterturen-waldverstecken-und-anderen-auswirkungen-der-prohibition/afri-koko2-800x600/"><img class="size-medium wp-image-15288" title="Afri Koko2 [800x600]" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/Afri-Koko2-800x600-164x300.jpg" alt="" width="164" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Beliebt: Afri Koko - Ein Schokolade/Kokos Likör aus Sierra Leone</p></div>
<p style="text-align: justify;">Cocktails ordere ich nie in Urlauberbars. – Die Enttäuschung oder besser gesagt mein Unmut ist vorprogrammiert.  Das Spirituosensortiment ist langweilig standardisiert, die Mixkünste ausbaufähig, die Drinks unausgewogen. Und doch bot ein Barstock eine kleine Überraschung – der gute alte, oder besser gesagt höchst mittelprächtige, neue <a href="http://trinklaune.de/2010/09/27/sailor-jerry-in-trinklaune">Sailor Jerry</a> hatte auch auf Zanzibar Anker geworfen. Der Vertrieb hat ganze Arbeit geleistet. – Ahoi.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><a rel="attachment wp-att-15214" href="http://trinklaune.de/2011/10/05/trinklaune-auf-sansibar-oder-von-hinterturen-waldverstecken-und-anderen-auswirkungen-der-prohibition/sailor-jerry-auf-sansibar-800x600/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15214" title="Sailor Jerry auf Sansibar [800x600]" src="http://static2.trinklaune.de/wp-content/uploads/2011/10/Sailor-Jerry-auf-Sansibar-800x600-225x300.jpg" alt="" width="200" height="267" /></a></p>
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