Deoch an Doruis: Glentauchers

Die Glentauchers Brennerei wurde bereits 1898 gegründet, dennoch gibt es bislang erst eine einzige offizielle Originalabfüllung des Whiskys als Single Malt – eine limitierte Special Distillery Bottling. Die Brennerei im Ort Keith produziert sehr still, fast schon im Verborgenen, hauptsächlich für Blends. Es gibt keine Website, Besucher werden nicht eingelassen.

Es waren die Unternehmen James Buchanan & Co. Ltd. und W.P. Lowrie & Co. Ltd. , die Glentauchers gründeten. Buchanan war ein erfolgreicher Whiskyhändler, der den Blend Black & White produzierte. Lowrie war einer seiner wichtigsten Lieferanten. Als sich Lowrie zur Ruhe setzte, übernahm Buchanan seine Firma und erhielt damit das Alleineigentum  an Glentauchers. Doch letztlich wurde auch Buchanan 1925 von der Distillers Company Ltd. (DCL) gekauft und 1930 an die Scottish Malt Distillers (SMD) übergeben.

Mitte der sechziger Jahre wurde Glentauchers renoviert und erweitert, doch 1985 wurde die Brennerei eingemottet. Als Guiness 1986 die DCL und die SMD übernahm, mussten kartellrechtliche Auflagen erfüllt werden und so wurden einige Betriebe verkauft – Glentauchers ging 1989 an Allied Distillers, die auch noch im gleichen Jahr die Produktion wieder aufnahmen. Allied erlaubte nun auch den unabhängigen Abfüllern Gordon & MacPhail den Whisky der Brennerei abzufüllen. Daneben füllte Allied selber einen 15-jährigen Glentauchers in der ‚Special Distillers Bottling‘ Serie ab.

Im Fall von Glentauchers kann man mit Recht sagen: Gut, dass es die unabhängigen Abfüller gibt. Ihnen ist zu verdanken, dass noch weitere Whiskys dieser Brennerei im Handel erhältlich sind. Mit diesen muss ich irgendwann einmal intensiver beschäftigen, denn die oben bereits erwähnte Special Distillery Bottling, die ich heute im Glas hatte, ist ganz besonders lecker:

Glentauchers Single Malt Whisky 15yo, 46% vol.
Farbe Bernsteinfarben
Nase Honignoten, intensiv Orangen, eine Spur frisches, helles Holz
Gaumen Weich, mild. Schöne, cremige Textur. Honig und viel Vanille, etwas fruchtig
Abgang Langanhaltend, samtig, fruchtig und viel Vanille und Honig.

Wie gesagt, dieser Whisky hat es mir ziemlich angetan. Wie es scheint, hatte ich das unverschämte Glück, eine der  letzten Flaschen ergattert zu haben. Auf jeden Fall war die Abfüllung gleich nach meiner Bestellung auf ‚Out of Stock‘ gesetzt worden. Vielleicht auch besser so, denn mit so um und bei 100 Euro war dies sicher keine günstige Anschaffung. Doch gäbe es noch eine Flasche irgendwo, ich glaube, ich würde schwach werden…

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

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