Schweppes Dry Tonic

Das Imperium schlägt zurück – Schweppes Dry Tonic

Der Platzhirsch auf dem Tonicmarkt reagiert auf die Bewegung im Markt für Longdrink Nr. 1. Schweppes Dry lautet die Antwort.
Ein Tonic mit erhöhtem Chiningehalt und weniger Zucker – der erwachsene Bruder des Indian Tonic? Wir werden sehen.

Daniel und ich haben uns das Schweppes Dry vorgeknöpft. In der Purverkostung ist es primär limonadig. In der Nase Zitrone, am Gaumen Limo – gefolgt von einer angenehmen Bitterkeit. Trotzdem bietet es hier keinen Mehrwert. Aber wer trinkt Tonic auch pur?

Schweppes Dry Tonic

Also los: Gin Tonic, einmal mit dem Klassiker Tanqueray No. 10, einmal mit Sünner Dry Gin. Und um den Trend zum großen, bauchigen Glas abzudecken (optimal für die Kohlensäure…), probieren wir auch im Weinglas.

Im Gin Tonic mit Tanqueray No. 10 bietet das Schweppes Dry dem Gin die große Bühne – erfrischend, kräftig, sehr schöne Bitterkeit. Ein guter, ehrlicher Gin Tonic. Meistens sucht man gar nicht mehr.
Ähnlich sieht es mit Sünner Dry Gin aus. Die Lavendelnote harmoniert prächtig mit dem Tonic, erneut lässt sich sagen: Ein guter Drink!

Schweppes Dry ist nicht das neue Über-Tonic, nicht die Antwort auf die Suche nach dem perfekten Tonic. Es gibt bitterere Tonics, es gibt filigranere Tonics, es gibt frischere Tonics. Aber als Allrounder konnte Schweppes Dry uns absolut überzeugen. Dazu kommt das schlagkräftige Argument von Preis (ca. 80 Cent / 0,2 Liter) und etablierten Vertriebswegen. Sollten wirklich viele Bars und Restaurant Schweppes Dry listen, könnte die Möglichkeit, einen guten Gin Tonic in diversen Etablissements zu bekommen, deutlich steigen! Für den Nerd bleibt immer noch eine Menge andere Tonics, die man variieren und probieren kann. Für den Mainstream-Markt unseres Erachtens aber eine sehr positive Ergänzung des Portfolios – viele andere Konkurrenzprodukte, die auf diesen Markt ausgerichtet sind (bspw. Goldberg), konnten uns kaum überzeugen. Man darf gespannt bleiben, welche Auswirkungen auf andere, kleinere Konkurrenten zu verzeichnen sind und ob uns die wunderbare Vielfalt auf dem Tonic-Markt erhalten bleibt. Wir hoffen es!

Torben Bornhöft

Torben Bornhöft beschäftigt sich seit 2004 leidenschaftlich mit Themen rund um Bar, Cocktails und Genuss. Nachhaltig geprägt durch fünf Jahre im Hamburger Le Lion und der Likörproduktion mit Forgotten Flavours liegt Torbens Fokus hier mittlerweile auf den Themen Champagner, Infusionen und Twists auf Klassiker.

Rebberge in Banyuls
Marie Courtin Efflorescence 2007

5 Kommentare

  1. TeeZ

    T. Henry kostet bei meinem Geträkehändler auch nur 80 ct ohne pfand….

    Wirklicher Mehrwert wäre die 1L Flaschen!, gibt es diese auch?
    Und ab wann gibts den in jedem real/edeka/rewe?

    Interressant wäre noch ein Test mit dem Monkey47.

    MFG

  2. Hallo Teez,

    eine Literflasche ist meines Wissens nach genau so wenig geplant, wie die Einführung im Lebensmitteleinzelhandel.

  3. Svenja

    Hallo Oliver, hallo Torben,
    lese ich mir eure Tonic Tastingnotes in früheren Artikeln durch, sehe ich gute Ergebnisse bei Goldberg und Co. Hier schreibt ihr, dass es nicht überzeugt. Könnt ihr das konkretisieren bzw. darlegen wie es zum plötzlichen Sinneswandel kommt?
    LG, S

  4. Hallo Svenja,
    das ist schnell erklärt: Torben und Daniel haben nicht so viel Gefallen am Goldberg gefunden, wie ich.
    Das ist zwar absolut verwerflich und auf gar keinen Fall nachvollziehbar, doch de gustibus non est disputandum 😉

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