Deoch an Doruis: Tamnavulin

Die Geschichte der Tamnavulin Brennerei ist recht kurz, doch die letzten Jahre waren dafür um so turbolenter. Gerade erst 1966 als Tamnavulin-Glenlivet Distillery Co. Ltd. gegründet, wurde die Tamnavulin Brennerei durch den Mutterkonzern Invergordon Distillers errichtet, um den Bedarf der Whisky Blender wie Whyte & Mackay, Crawfords, and Mackinlay’s zu bedienen. So lag es nahe, dass 1993 Whyte & Mackay die Invergordon Distillers kauften und somit Eigentümer der Brennerei wurden. Der Kaufpreis für die Invergordon Distillers lautete auf 382 Millionen britische Pfund und beinhaltete auch die Destillerien Bruichladdich, Isle of Jura und Tullibardine. Für die Tamnavulin Brennerei waren die neuen Herren aber kein Segen – sie wurde im Mai 1995 geschlossen.

Das Eigentum an der geschlossenen Brennerei wurde 2001 an Kyndal International übertragen. Diese verkauften Tamnavulin in 2007 weiter an United Spirits, einer Tochtergesellschaft der indischen United Breweries Group. Dieses Konglomerat von Firmen im Besitz des umtriebigen Vijay Mallya ist mittlerweile der drittgrößte Spirituosenhersteller der Welt. Da United Spirits 2007 auch die ehemaligen Besitzer der Tamnavulin Brennerei Whyte & Mackay kauften, gehören nun auch die Brennerein Dalmore, Fettercairn und Isle of Jura sowie diverse Whiskyblender und Abfüller zu dem indischen Konzern. Im Juli 2007 nahm Tamnavulin die Produktion wieder auf.

Tamnavulin Single Malt Whisky 12yo, 40% vol.
Farbe blassgelb
Nase sehr würzig, Tannenhonig
Gaumen Cremig, mild. Süsslich, wieder sehr würzig, wärmend
Abgang wärmend und würzig

Dem Tamnavulin fehlt es trotz seiner Würzigkeit an Tiefe. Insgesamt noch ein guter Mittelklassewhisky.

Oliver Steffens

Jahrgang 1970, wandte sich nach intensiver Beschäftigung mit Weinen und Whiskys der Cocktailbar zu. Selbst einmal in der Gastronomie tätig gewesen, hat ihn dieses Thema nie wirklich losgelassen und so interessiert er sich auch für Barkonzepte und deren Umsetzung.

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